Energie | Energieversorgung Pipeline-Betreiber warnt vor Gasengpässen

7. Dezember 2012 | von

Nach Angaben des größten deutschen Pipelinebetreibers könnte es in diesem Winter zu einer „angespannten Versorgungssituation“ kommen. Für Otto-normal-Verbraucher sei dies dennoch kein Grund zur Sorge.

Deutschlands größter Gasbetreiber Open Grid Europe (OGE) warnt in einer Pressmitteilung vor Versorgungsengpässen auf dem Gasmarkt. Besonders der kalte Winter und die Energiewende könnten dabei zu einer „angespannten Versorgungslage“ führen, sagte der Geschäftsführer des Unternehmens Stephan Kamphues am Donnerstag in Berlin.

Konkret könnte das bedeuten, dass die Versorgung für den industriellen Verbrauch eingestellt werden muss, wie „Die Welt“ unter Berufung auf Kamphues Warnung berichtet. Keine Sorgen müssten sich hingegen kleinere Verbraucher machen. Für Kamphues sei es nicht vorstellbar, dass es erforderlich sei, Heizkraftwerke abzuschalten. Außerdem würden Notfallreserven zurückgehalten, die auch bei einer generellen Verknappung der Gasressourcen, die Versorgung von privaten Haushalten und öffentlichen Einrichtungen sicherstellen würde.

Bereits im Februar 2012 standen Teile Deutschlands vor einem Blackout

Dass die Gasreserven im Winter knapp werden, ist dabei nichts Neues. So war es bereits im vergangenen Februar zu einer angespannten Versorgungslage gekommen. Grund dafür war damals, dass die Situation, die auf dem Gasmarkt durch den 2011 beschlossenen Ausstieg aus der Atomkraft ohnehin angespannt war, durch eine ausbleibende Gaslieferung aus Russland verschärft wurde. So hätte im Februar die akute Gefahr eines kompletten Ausfalls bestanden, berichtet „Die Welt“. Verhindert worden sei der Blackout damals nur, weil die Pipeline-Betreiber schnell reagierten und einen Ringtausch mit den Nachbarländern vereinbart hatten.

Versorgungssicherheit auf Dauer nur mit Unterstützung der Politik möglich

In diesem Winter sein die Situation schon deutlich besser, sagte OGE-Geschäftsführer Kamphues. Zur Sicherung der Versorgung hätte Open Grid Europe in diesem Jahr bereits zwei Leitungsprojekte abgeschlossen. Diese sollen vor allem den Nord-Süd-Transport stärken.

„Wir wollen investieren, und wir werden investieren“, sagte Kamphues. Damit jedoch langfristig eine Versorgungssicherheit hergestellt werden könne, müssten gleichzeitig Politik und Regulierungsbehörden, die für die Energiewende notwendigen Infrastrukturmaßnahmen umzusetzen. Stattdessen überfordere die Regierung die Unternehmen mit immer stärkeren Einsparvorgaben, beklagt Kamphues.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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