Energie | Netzausbau Energiewende: Kabinett will Stromautobahnen beschließen und energetische Sanierung fördern

19. Dezember 2012 | von
windkraft Mit den neuen Stromautobahnen soll es möglich werden, die im Norden gewonnene Windkraft zu Verbrauchern im Süden zu bringen. Foto: Luise / PIXELIO

Nachdem in den letzten Wochen bekannt geworden war, dass die deutschen Stromnetze bislang nur ungenügend auf die Energiewende vorbereitet sind, soll jetzt ein schneller Beschuss zum Ausbau der Netze her. Geplant werden vom Kabinett Merkel drei große Stromautobahnen von Nord nach Süd. Auf das Budget für die Bezuschussung der energetischen Sanierung von Gebäuden wird aufgestockt.

Insgesamt sollen die extrem leistungsfähigen Netze 2.800 Kilometer Länge haben und dazu dienen, den aus der Windkraft gewonnen Strom von Norddeutschland in den Süden zu transportieren. Außerdem sollen bereits bestehende Hochspannungsleitungen ausgebaut werden. Ende November war durch einen Bericht von Bundesnetzagentur und Kartellamt bekannt geworden, dass die Stromnetze bis jetzt nicht zur Genüge auf die schwankende Einspeisung der erneuerbaren Energien vorbereitet sind. Ziel des Ausbaus ist es, bis 2020 35 Prozent des verbrauchten Stroms in Deutschland aus erneuerbaren Energien zu gewinnen. Dies könnte nicht nur den Staat, sondern auch die Verbraucher teuer zu stehen kommen: Auf insgesamt 10 Milliarden Euro werden die Kosten des Projektes bereits jetzt geschätzt.

Unterstützung seitens der Länder und Kritik von der Industrie

Die Länder haben unterdessen ihre Unterstützung zugesagt, damit der Ausbau so schnell wie möglich umgesetzt werden kann. So sollen in den kommenden zwei Jahren die genauen Trassenverläufe beschlossen werden. Da Bund und Länder schon jetzt mit Klagen von Grundstückseignern rechnen, soll außerdem der Rechtsweg verkürzt werden und eine einzige Instanz entscheiden – das Bundesverwaltungsgericht.

Kritik am Ausbau war im Voraus seitens des Bundesverbandes Deutscher Industrie (BDI) laut geworden. Hauptgeschäftsführer Markus Kleber sagte gegenüber dem Deutschlandfunk, dass die Transportprobleme bei der Stromversorgung noch nicht gelöst seien und die Unternehmen durch die steigenden Energiepreise belastet würden.

Energetische Sanierung: Hausbesitzer können mit Zuschüssen rechnen

Ein weiterer Punkt, der heute von der Koalition beschlossen werden soll, sind die Zuschüsse für Gebäudesanierung. Konkret ist eine Aufstockung des Budgets um 300 Millionen Euro geplant, die bereits ab dem kommenden Jahr den Hausbesitzern zugutekommen soll. Diese könnten dann auf Zuschüsse von jeweils bis zu 5.000 Euro zurückgreifen, um ihre Objekte energetisch zu sanieren.

Kritik an den Plänen kommt vonseiten des deutschen Handwerks. Die Interessensvertretung des Berufsstandes hält das Budget für zu gering und fordert weitere Zuschüsse, um der Investitionszurückhaltung zu begegnen.

Zwischenfazit zur Energiewende

Heute soll aber nicht nur Neues beschlossen, sondern auch Altes resümiert werden: Nach der Kabinettssitzung wollen Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) und Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) die bisherigen Ergebnisse der Energiewende vorstellen.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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