Mieten | Immobilienpreise Mieten in Hamburg steigen rasant

24. Dezember 2012 | von
hamburg Hamburg: In keiner deutschen Stadt werden für die kommenden Jahre derart hohe Preissteigerungen für Wohneigentum und Mieten erwartet. Foto: Ich-und-Du / PIXELIO

Die Mieten steigen in vielen deutschen Großstädten drastisch. Ein Ausblick in die Zukunft lässt erahnen, dass die Mieten in den kommenden Jahren noch weiter nach oben getrieben werden. Die stärkste Mietexplosion wird dabei in Hamburg erwartet.

Eine Analyse des deutschen Wohnungsmarktes durch die Feri Euro Rating Services ergab, dass im Jahr 2012 sowohl Mieten, als auch Kaufpreise für Immobilien so schnell gestiegen sind wie seit Langem nicht mehr. Und auch die Zukunft sieht nicht gerade rosig aus: Experten schätzen, dass in den kommenden drei Jahren die Mietpreise weiter steigen werden. Besonders betroffen von den Preiserhöhungen ist dabei die Stadt Hamburg.

Grundlage für die Analyse des deutschen Wohnungsmarktes waren eine Reihe von Faktoren. Berücksichtigt wurden unter anderem die Entwicklung der Bevölkerungszahl, Beschäftigung und Einkommen, bare auch die Zahl neu gebauter Wohnungen und der Wohnflächenbestand. Betrachtet wurden diese Parameter für einzelne deutsche Metropolen und Regionen. Aus den gewonnenen Daten wurde dann eine Prognose für die Miet- und Kaufpreisentwicklung bei Wohnungen in Deutschland erstellt.

Diese Prognose besagt, dass in den kommenden drei Jahren die Mieten in Hamburg am drastischsten steigen werden. Mit insgesamt rund 10,5 Prozent Mietsteigerung dürfen die Hanseaten rechnen. Es folgen Städte wie München mit 9,5 Prozent, Frankfurt mit 9,3 Prozent und Berlin mit einer Erhöhung von 8,2 Prozent. Betrachtet man nun noch die Inflationsrate von rund zwei Prozent pro Jahr würde das Wohnen damit deutlich teurer werden.

Nachfrage nach Wohnraum ist groß

Doch nicht nur die Hochburgen in Sachen Mietpreis müssen mit Steigerungen rechnen, auch in Städten, in denen das Mietniveau bisher moderat war, wie beispielsweise Dresden, werden die Kosten fürs Wohnen den Prognosen zufolge um 8,3 Prozent steigen. Nürnberg, Freiburg oder Potsdam folgen in der Liste mit jeweils 7,7 Prozent Preisanstieg bei Mieten.

Die Gründe für die rasante Mietsteigerung sind der Anstieg der Beschäftigung durch die gute Konjunktur, der Zuzug in die Innenstädte und eine wachsende Zahl der Haushalte. Immobilienexperten sprechen von einer Reurbanisierung. Demzufolge ist die Nachfrage nach Wohnraum zu groß und die Bautätigkeit für neuen Wohnraum zu gering. Eine Kehrtwende dieses Trends ist bislang nicht in Sicht.

Hohe Mieten auch in Berlin

Die Mietexplosion macht auch nicht vor Deutschlands Hauptstadt halt. So gibt es in den inneren Bezirken Berlins bei Neuvermietungen Mietsteigerungen von bis zu 80 Prozent. Diese Preissprünge haben zur Konsequenz, dass viele Berliner aus der Innenstadt verdrängt werden. Sie sehen sich gezwungen, in die Außenbezirke der Hauptstadt zu ziehen. Doch selbst im Raum Marzahn liegen die Mieten bei Neuvermietungen inzwischen schon bei sieben Euro pro Quadratmeter.

Die leer stehenden Wohnungen in der Innenstadt werden dann oft von ausländischen Investoren aufgekauft. Durch die enorme Nachfrage nach Wohnraum in der Innenstadt sind die Angebotspreise in den vergangenen zwölf Monaten wöchentlich gestiegen. Die Verkäufer erzielen immer höhere Preise und die Käufer bezahlen. Angetrieben wird die Nachfrage nach Eigentum außerdem durch die derzeit extrem niedrigen Zinsen.

Allerdings sind in den letzten Jahren die Mieten in Dresden oder Potsdam oft stärker gestiegen als die Wohnungspreise. Das bedeutet, dass sich die Renditeaussichten für Investoren dort nochmals verbessert haben. Ganz anders sieht es da in Deutschlands Metropolen aus. So sind die Immobilienpreise in München seit 2007 beispielsweise um rund 37 Prozent gestiegen, die Mieten jedoch lediglich um 26 Prozent.

Wer also eine Wohnung kauft und vermietet, muss sich in den Großstädten wie Hamburg und Berlin mit recht bescheidenen Renditen zufrieden geben. Anders ist es hingegen in vielen mittelgroßen Städten. Das hat jedoch zur Folge, dass inzwischen viele Investoren auf Standorte wie Dresden und Potsdam setzen.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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