Mieten | Wohnen in Berlin Explodierende Mieten 2013: Mieterbund schlägt Alarm

2. Januar 2013 | von
Berlin: In der Spreestadt ziehen die Mieten 2013 mit am stärksten an. Aufgeschlagen wird vor allem bei Neuvertragsmieten. Foto: michael berger  / PIXELIO Berlin: In der Spreestadt ziehen die Mieten 2013 mit am stärksten an. Aufgeschlagen wird vor allem bei Neuvertragsmieten. Foto: michael berger / PIXELIO

Zum Jahresbeginn warnt der Mieterbund erneut vor drastischen Mietsteigerungen. Vor allem in Deutschlands Hauptstadt Berlin müssten die Mieter für 2013 mit höheren Mietkosten rechnen. Gleichzeitig will der Mieterbund gegen die zum Ende des Jahres verabschiedeten Mietrechtsneuerungen vorgehen. Berliner müssen im kommenden Jahr für die Miete tiefer in die Tasche greifen. So würden die Mietkosten für bestehende Verträge im Schnitt zwischen vier und fünf Prozent anziehen, sagte der Direktor des Deutschen Mieterbunds (DMB) Lukas Siebenkotten, dem „Tagesspiegel“. In Szenebezirken liegt die Steigerungsrate sogar deutlich über dem Durchschnitt. Richtig teuer wird es jedoch für jene Mieter, die sich 2013 auf die Suche nach einer neuen Bleibe machen. Meist nehmen Vermieter einen Mieterwechsel zum Anlass, bei den Preisen kräftig aufzuschlagen. So gebe es Fälle, bei denen der Vermieter die Miete um 30 Prozent erhöht hätte, nachdem der alte Mieter ausgezogen sei, führt Siebenkotten an.

Konkrete Maßnahmen noch nicht verabschiedet

Zwar kündigte auch der Berliner Senat im vierten Quartal 2012 an, steigende Mieten und Wohnungsknappheit vorgehen zu wollen, bislang wurden jedoch noch keine konkreten Maßnahmen verabschiedet. Generell könne nicht von explodierenden Mieten die Rede sein, sagte Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) noch im August letzten Jahres gegenüber dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb). Müller sprach jedoch von einer steigenden Nachfrage, die steigende Preise zur Konsequenz hätte. Dies läge vor allem daran, dass viele Jüngere und Älter wieder in die Städte ziehen würden. Der Senator ging damals davon aus, dass dieser Strom auch in den kommenden Jahren nicht abreisen werde.

Mietsteigerungen als bundesweites Thema

Mit drastischen Mietsteigerungen vor allem bei Neuvermietungen steht Berlin bundesweit bei Weitem nicht alleine da. In anderen Großstädten und Ballungszentren sind die Mietsteigerungen bei Neuverträgen so gar noch höher: An der Spitze liegen München und Frankfurt mit Erhöhungen bis zu 50 Prozent. Gerade weil das Thema inzwischen bundesweit relevant ist, steht auch die vor Weihnachten verabschiedete Mietrechtsnovelle in der Kritik. Für den Mieterbund ist das Thema jedoch trotz Bundestagbeschluss noch nicht vom Tisch. So rief der Verband nach der Verabschiedung den Bundesrat dazu auf, ein Veto einzulegen.

Mieterbund will gegen Gesetzesneuerungen vorgehen

Wenn seitens der Politik nicht reagiert wird, will der Mieterbund notfalls gerichtlich gegen einzelne Punkte der Gesetzesnovelle vorgehen. Kritisiert wurden vor allem, dass Mieter künftig nicht mehr dazu berechtigt sind, die Miete zu kürzen, wenn durch energetische Sanierungen Beeinträchtigungen entstehen. Weiter ist der DMB gegen die sogenannte „Berliner Räumung“. Letztere berechtigt den Vermieter zur fristlosen Kündigung, sollte der Mieter mit Zahlungen in Verzug sein. Um eventuelle Mietschulden zu begleichen, soll es künftig sogar möglich werden, das Inventar des Mieters zu pfänden.

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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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Ein Kommentar zu Explodierende Mieten 2013: Mieterbund schlägt Alarm

  1. friedgard klose sagt:

    was genauso ins unendliche steigt sind die nebenkosten. ein betrug ist es auch m. dem kabelanschluß bei uns im mietshaus. der wird von jahr zu jahr teurer. und er wird nur für einen teil der mieter umgelegt, da satelittenanlagen vorhanden sind obwohl der kabelanschluß bis in die mietwohnungen geht.
    im hof stehen mülleimer rum die gar nicht benötigt weden u. der vermieter unternimmt trotz reklamierens nichts. die hauptsache ist die miete kommt pünktlich.

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