Energie | Energieverbrauch Energieausweis: Vorzeigen nun Pflicht

4. Januar 2013 | von
Der Energieausweis muss unaufgefordert vorgezeigt werden. Der Energieausweis muss unaufgefordert vorgezeigt werden. Foto: Michael Staudinger / PIXELIO

Seit Beginn des Jahres muss der Energieausweis einer Immobilie bereits bei der Besichtigung unaufgefordert vorgezeigt werden. Auch in Wohnungsanzeigen muss der Energiebedarf angegeben werden. Das könnte den um Akzeptanz ringenden Nachweis endgültig zum Durchbruch verhelfen.

Zwar waren Eigentümer und Vermieter bereits seit einer Gesetzesnovelle im Jahr 2008 verpflichtet, den Energieausweis des Gebäudes vorzulegen, jedoch ausschließlich auf ausdrückliches Verlangen des Mieters oder Käufers. Seit Anfang 2013 muss der Ausweis bereits bei der Besichtigung der Immobilie nun unaufgefordert vorgelegt werden. Damit sich Interessenten bereits im Vorfeld der Besichtigung ein Bild vom energetischen Zustand des Gebäudes machen können, sollen die relevanten Verbrauchsinfos auch in Wohnungsannoncen erscheinen. Nachdruck soll der neuen Regelung durch Bußgelder verliehen werden: Bis zu 15.000 Euro Strafe drohen bei Nichtbeachtung.

Dem bis dato ungeliebten Energieausweis könnte dies zum endgültigen Durchbruch verhelfen. Trotz Pflicht fristete der Ausweis ein Schattendasein: Die Anzahl der ausgestellten Energieausweise blieb hinter den Erwartungen zurück, und auch potenzielle Mieter und Käufer ließen sich das Dokument nur selten zeigen.

Vermieter- und Eigentümerverbände skeptisch

Die mangelnde Nachfrage bei Interessenten ist einer der Gründe, warum Vermieterverbände den Neuerungen skeptisch gegenüberstehen. So habe die Praxis gezeigt, „dass bei Vermietungen vorhandene Energieausweise fast nie nachgefragt oder zur Kenntnis genommen werden“, wie der Haus & Grund-Sprecher Alexander Wiesch gegenüber der Berliner Morgenpost betonte. Der Präsident des BFW (Bundesverband freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen) Walter Rasch gibt zu bedenken, dass für den Eigentümer Aufwand und Nutzen in keinem Verhältnis stehen würden. Zudem gäben Energieausweise nur einen „groben Überblick über den energetischen Zustand“ des Gebäudes, so Rasch gegenüber der der Zeitung.

Dies gilt zumindest für den Verbrauchsausweis, eine der beiden Varianten des Energieausweises. Der Verbrauchsausweis dokumentiert lediglich den Energieverbrauch eines Gebäudes während der letzten drei Jahre. Da diese Berechnung maßgeblich vom Verbrauchsverhalten der Bewohner beeinflusst wird, gilt der Verbrauchsausweis als relativ ungenau.

Der Bedarfsausweis dagegen wird durch einen Experten erstellt und berücksichtigt die Bausubstanz sowie die eingebaute Technik. So wird ersichtlich, wie hoch der Energieverbrauch des Gebäudes unabhängig vom Heizverhalten der Bewohner sein müsste. Zudem gibt er Rückschlüsse auf Sanierungs- und Einsparpotenziale.




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2 Kommentare zu Energieausweis: Vorzeigen nun Pflicht

  1. Karsten Aßmann-Funk sagt:

    Gerade bei Vermietung ist der E-Ausweis aus meiner Sicht absolut nicht aussagefähig (spreche jetzt vom Verbrauchsausweis), da jeder Mieter ein anderes Heizverhalten hat. Dem einen reichen 18 Grad überall, der andere braucht in allen Zimmern 25 Grad…

  2. Pingback: Energieausweis: Vorzeigen nun Pflicht | In Berlin feiern

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