Immobilienmarkt | Wohneigentum Immobilienmarkt: keine Überschwemmung durch Investoren aus dem Ausland

9. Januar 2013 | von

Auf dem deutschen Immobilienmarkt tummeln sich längst nicht mehr nur inländische Interessenten, sondern zunehmend auch große ausländische Investoren. Deren Einfluss auf den Immobilienmarkt hierzulande ist allerdings überschätzt, wie eine Studie jetzt herausfand.

Angetrieben durch die Euro-Finanzkrise wurde zuletzt immer häufiger darüber berichtet, dass Investoren vor allem aus wirtschaftsschwächeren EU-Staaten wie Griechenland und Italien ihr Geld in deutsche Immobilien fließen lassen, die als sichere Finanzanlage gelten. Der Einfluss ausländischer Investoren auf dem deutschen Markt wird laut den Ergebnissen einer Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) jedoch übertrieben eingeschätzt.

Einfluss der Deutschen im Ausland stärker als der der ausländischen Investoren im Inland

Der Studie zur Folge gibt es keinen nachweisbaren Ansturm auf den deutschen Immobilienmarkt. So wurde 2011 weniger als ein Prozent der gesamten Immobilienverkäufe in Deutschland aus dem Ausland getätigt. Und auch die Zahl der gekauften und verkauften Grundstücke von ausländischen Anlegern lässt nicht auf eine steigende Nachfrage schließen: So wurden 2011 Immobilien mit einem Investitionsvolumen von 816 Millionen Euro verkauft und für 685 Millionen Euro gekauft.

Viel mehr Geld würden die Deutschen hingegen ihrerseits im Ausland investieren. Von 2002 bis 2011 beliefen sich die Gelder, die Bürger der Bundesrepublik in Immobilien und Grundstücke im Ausland investiert hatten, auf eine Summe von 7,5 Milliarden Euro.

Berlin weiterhin begehrt

Die Sorgen, dass Deutschland bald der Ausverkauf durch ausländische Investoren droht, ist nach Ansicht des IW also unbegründet. Dennoch lassen sich für einige Städte und Ballungszentren besonders viele Immobilienkäufe aus dem Ausland verbuchen. Beliebt ist bei den ausländischen Investoren vor allem die deutsche Hauptstadt Berlin. Hier tätigten diese 2011 rund ein Drittel der Käufe. Investiert wird der Studie zu Folge dabei meist dort, „wo die Anleger eine gute wirtschaftliche Perspektive erkennen“. So ist Berlin gegenüber anderen europäischen Metropolen immer noch vergleichsweise günstig und deswegen für viele Kapitaleigner attraktiv.

Luxemburger kaufen am meisten

Die meisten Käufer kommen entgegen der allgemeinen Wahrnehmung nicht etwa aus Griechenland und Spanien, sondern aus Luxemburg, den Niederlanden und Österreich. Und auch der Eindruck, dass die Euro-Finanzkrise der letzten Jahre das Investitionsvolumen aus dem Ausland erheblich hat ansteigen lassen, trügt. Tatsächlich gab es einen Investitionssprung in den Jahren 2005 und 2006. Seit dem bleibt der Grundbesitz der ausländischen Investoren an deutschem Eigentum jedoch der Studie zu Folge nahezu konstant.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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