Immobilienmarkt | Immobilienindex Kaufpreise in Deutschlands Metropolen steigen weiter an

17. Januar 2013 | von
Hamburg Immobilien-Projektentwickler haben mit den Marktbedingungen zu kämpfen. Foto: Nils Albus / PIXELIO

Wohnen in Deutschland wird immer teurer. Dabei sind nicht alle Regionen und alle Wohnsegmente gleichermaßen betroffen. Teuer geworden sind vor allem Eigentumswohnungen in den Metropolen.

Immobilien-Projektentwickler kämpfen in Deutschland derzeit mit einigen Problemen: Grundstücke und Materialkosten werden kostspieliger, gleichzeitig verlangen Mieter und Käufer aber bezahlbaren Wohnraum. Aufgrund der weiterhin anhaltenden Schuldenkrise suchen viele Menschen eine sichere Anlageform und wählen dafür Immobilien. Die hohe Anfrage treibt natürlich auch die Preise in die Höhe. Bauunternehmer stehen vor einem Dilemma, denn wie viel sollen sie für Objekte verlangen?

Am teuersten in München und Hamburg

Gerade Eigentumswohnungen erleben einen Boom auf dem deutschen Immobilienmarkt. Zu diesem Ergebnis kommt das Münchner Analysehaus Bulwien Gesa in ihrem jährlichen Bericht, der die Kauf- und Mietpreise für Wohnungen, Reihenhäuser, Eigenheim- und Gewerbegrundstücke, Neubau- und Bestandswohnungen in 125 Städten beleuchtet. Demnach sind die Preise für Eigentumswohnungen im vergangenen Jahr um durchschnittlich 5,9 Prozent angestiegen. Insgesamt gesehen ist der Wohnimmobilienmarkt mit 4,2 Prozent stärker angewachsen als der Markt für gewerbliche Immobilien, die lediglich eine Steigerung von 1,3 Prozent verbuchen.

Infografik: Die Entwicklung der Immobilien- und Mietpreise in den vergangenen Jahrzehnten.

Die Preisentwicklung von Immobilien in Deutschland.

Die Preisentwicklung von Immobilien in Deutschland. Grafik: © Bulwien Gesa

In den bevorzugten Metropolen sind vor allem die Kaufpreise für Eigentumswohnungen in angestiegen. Zu den sogenannten A-Städten gehören Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart. Dort klettern die Preise seit einiger Zeit in die Höhe. Bereits zwischen 2010 und 2011 stellte Bulwien Gesa einen Anstieg von fast elf Prozent der Preise fest. 2012 erhöhte sich dieser noch einmal um 8, 8 Prozent. Für München sieht die Prognose bis 2016 einen durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 4.640 Euro für neu gebaute Eigentumswohnungen vor. Die bayrische Landeshauptstadt ist damit der absolute Spitzenreiter. Auf dem zweiten Platz landet Hamburg, wo bis 2016 Quadratmeterpreise von 3.980 Euro erwartet werden.

Ob diese Prognosen tatsächlich eintreffen, lässt sich zum momentanen Zeitpunkt nicht absehen, da die Lage auf dem Immobilienmarkt sehr angespannt ist.

Teure Grundstücke und lange Planungszeit

Ohne Bauzeit dauert die Realisierung eines Neubauprojekts bereits sechs Jahre. Gründe dafür sind unter anderem lange Wartezeiten auf Baugenehmigungen. Dennoch zeigen viele Menschen bereits in frühen Stadien der Projekte Interesse. Das macht die Festlegung des Preises für die Entwickler sehr schwer, denn die Marktentwicklung kann nicht vorhergesehen werden. So kann es passieren, dass der Preis zu niedrig angesetzt wird – oder eben zu hoch.

Pauschal lasse sich sagen, dass das Angebot zu billig war, wenn die Wohnungen bereits nach vier Wochen restlos verkauft sind, meint Andreas Gräf, Geschäftsführer von Hochtief Solutions FormArt gegenüber der „Welt“. Sind die Wohnungen nach acht Monaten hingegen nicht verkauft, lag der Preis zu hoch.
Das Problem läge laut Gräf darin, dass die Preise für den Verkauf schon sehr früh feststünden. Viele Unternehmer bieten ihrer Angebote deswegen anfangs gar nicht mehr komplett an, sondern erst nach und nach an. So sei es wahrscheinlicher, dass positive Preisentwicklungen mitgenommen werden könnten. Die Eigentumswohnungen erst nach Fertigstellung zu verkaufen ist hingegen nicht möglich, da es sonst kein Geld von den Banken gibt. Diese verlangen eine Vorverkaufsquote von 20 bis 40 Prozent.

Wie sich die Preise in Zukunft entwickeln, ist trotz der Prognosen weitgehend ungewiss. Es ist laut Experten durchaus möglich, dass die Preissteigerungen, die momentan vor allem in A-Städten vorherrschen, sich zukünftig in fallende Preise verwandeln.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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