Immobilienmarkt | Zwangsversteigerungen 2012 mussten weniger Immobilien zwangsversteigert werden

18. Januar 2013 | von
Zwangsversteigerungen Zwangsversteigerungen können sich negativ auf die Gesundheit auswirken. Foto: Thorben Wengert / PIXELIO

Im vergangenen Jahr kam es zu deutschlandweit zu weniger Zwangsversteigerungen – der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr ist deutlich. Die Summe der angesetzten amtlichen Verkehrswerte hat ebenfalls abgenommen.

Insgesamt wurden im Jahr 2012 knapp 11.500 Objekte weniger als noch 2011 zwangsversteigert, ein Rückgang von 15,7 Prozent, wie der auf Zwangsversteigerungen spezialisierte Fachverlag Argetra berichtet. Begünstigt durch die hohe Immobiliennachfrage auf dem privaten Sektor und dem niedrigen Zinsniveau konnten viele Eigentümer eine Zwangsversteigerung abwenden und ihre Immobilien freihändig verkaufen.

Infografik: Die Entwicklung der Versteigerungstermine und Verkehrswerte in den vergangenen Jahrzehnten.

Zwangsversteigerungen und Verkehrswerte

So haben sich Zwangsversteigerungen und Verkehrswerte in den vergangenen Jahren entwickelt. Quelle: Argetra

Die meisten Termine in Nordrhein-Westfalen

Insgesamt kam es zu 61.500 Zwangsversteigerungen im letzten Jahr. Deutschlandweit zeigen sich dabei große regionale Unterschiede bei der Zahl der Versteigerungen. Spitzenreiter ist Nordrhein-Westfalen mit 15.295 Zwangsauktionen. Im Gegensatz dazu steht Niedersachsen, wo es nur 6.323 Termine gab. Das Bundesland mit den wenigstens Zwangsversteigerungen war jedoch Hamburg mit 249 solcher Termine. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Rückgang von fast 24 Prozent.

Ausgehend von der Haushaltszahl gab es die meisten Zwangsversteigerungen in Sachsen-Anhalt. Dort fanden pro 100.000 Haushalten 318 Versteigerungen statt, viermal so viele wie etwa in Bayern. Auffällig ist, dass es gerade in den östlichen Bundesländern zu mehr Terminen kommt. Die wenigsten Zwangsversteigerungen gab es demnach in Bayern, Berlin und Hamburg. Das sind gleichzeitig auch die Bundesländer, in denen der Immobilienmarkt boomt.

Verkehrswerte sinken

Gleichzeitig kam es im letzten Jahr bei Zwangsversteigerungen für Immobilien zu einem weiteren Rückgang der Verkehrswerte. Diese beliefen sich 2012 auf insgesamt 9,5 Milliarden Euro, 18 Prozent weniger als im Vorjahr. Auch 2011 waren die Zahlen bereits um 14,9 Prozent auf 11,6 Milliarden Euro gesunken.

Infografik: So verteilen sich die Versteigerungstermine in Deutschland

Zwangsversteigerungen Atlas Deutschland 2011

Deutschlandatlas der Zwangsversteigerungen: Wo im Jahr 2011 besonders viele und besonders wenige Immobilien versteigert wurden. Quelle: Argetra

Dabei sind auch hier wieder regionale Unterschiede zu sehen. Den höchsten Wert verzeichnete Berlin mit 286.070 Euro, dicht gefolgt von Hamburg mit 277.446 Euro. Um die Hälfte niedriger sind die Verkehrswerte in Sachsen, welches das Schlusslicht bildet. Hier betrug der Wert nur 102.758 Euro.

Für 2013 ebenfalls weniger Termine erwartet

Die Anzahl an Zwangsversteigerungen wird laut Axel Mohr, Geschäftsführer des Argenta Verlags, 2013 weiter zurückgehen, da die Nachfrage an Immobilien zumindest in einigen Regionen sehr hoch ist. So könnten wieder viele Objekte im Vorfeld einer Versteigerung verkauft werden. Vor allem für Immobilien mit einem Verkehrswert von unter 30 Prozent der aktuellen Bewertungen erwartet Mohr Zwangsversteigerungen.

Welche Objekte besonders betroffen sein werden, lässt sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht absehen. Im letzten Jahr waren hauptsächlich Ein- und Zweifamilienhäuser so wie Eigentumswohnungen von Zwangsversteigerungen betroffen.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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