Mieten | Steigende Mieten Maklerverband streitet Wohnungsnot in Hamburg ab

24. Januar 2013 | von
Hamburg Insgesamt ist der Stadtteil Eimsbüttel Spitzenreiter, wenn es um die Mietpreise in der Hansestadt geht. Foto: Bernd Sterzl / PIXELIO

In der Hansestadt beklagen sich viele Mieter über steigende Mieten und Wohnungsknappheit. Der Immobilienverband Deutschland (IVD) hält das für Stimmungsmache. Aus einer in Auftrag gegebenen Studie des Interessensverbands der deutschen Immobilienwirtschaft gehe sogar hervor, dass die Mieten 2012 weniger stark gestiegen wären als in den Vorjahren.

Insgesamt lies der IVD die Mietdaten von rund 30.000 Hamburger Wohnungen vom Berliner Center for Real Estates Studies (CRES) untersuchen. Die Analyse zeigte dabei, dass die durchschnittlichen Netto-Kaltmieten in Hamburg bei 7,90 Euro pro Quadratmeter Wohnraum liegen. Bei Neuvermietungen mussten die Hamburger 2012 im Durchschnitt 9,90 Euro pro Quadratmeter zahlen.

Aus diesen Ergebnissen und aus der Tatsache, dass die Steigerungsraten bei Mieten in den vergangenen Jahren noch höher waren, leitet der IVD ab, dass es aktuell keine Wohnungsnot auf dem Hamburger Wohnungsmarkt gibt. Vielmehr habe die Stadt einen stabil funktionierenden Mietmarkt, wie der Vorsitzende des IVD-Nord Axel Kloth verlauten ließ.

Kein Recht auf besonders gefragte Lagen

Unbestritten lässt auch der IVD, dass es sich es sich bei Hamburg um eine wachsende Stadt handelt, deren Immobilienmarkt sehr attraktiv ist. Daraus resultiere auch, dass gerade in besonders gefragten Stadtteilen, die Nachfrage das Angebot übersteige. Allerdings müsse man vorsichtig sein mit der Behauptung, es gebe in Hamburg keine Wohnung mehr unter 11 Euro pro Quadratmeter. Davon gebe es jede Menge, eben nur nicht in jedem Bezirk, sagt Kloth. Es gebe kein Grundrecht darauf, in besonders gefragten Szenevierteln wie der Schanze zu wohnen, so der Vorsitzende des IVD-Nord weiter.

Eimsbüttel und Altona besonders gefragt

Teilt man den Mietmarkt der Hansestadt in Bezirke ein, so liegt Eimsbüttel mit Bestandsmieten von 8,23 Euro und Neuvertragsmieten von 10,98 Euro an der Spitze. Es folgen Altona mit 8,01 Euro bei bestehenden Mietverhältnissen und 10,04 Euro bei neu abgeschlossenen Verträgen und der Bezirk Nord mit 7,95 Euro bzw. 9,97 Euro pro Quadratmeter. Dies berücksichtigt allerdings nicht, dass die Mieten in besonders gefragten Lagen der Bezirke teilweise deutlich über den errechneten Durchschnitten liegen.

IVD kritisiert SPD-Vorhaben

Der IVD-Nord reagiert mit der Umfrage und seiner Stellungnahme zu der Situation auf dem Hamburger Wohnungsmarkt auch auf die Politik des Hamburger Senats. So will die SPD beispielsweise dafür sorgen, dass die Bestandsmieten in Hamburg künftig nur noch um 15 Prozent innerhalb von drei Jahren erhöht werden dürfen. Dies hält der IVD für Stimmungsmache und entgegnet, dass von dieser Regelung zum Beispiel Neubauten ausgeschlossen seien.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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