Immobilienmarkt | Immobilienboom Deutsche Immobilien begehrt wie nie: Nachfrage treibt Preise an

28. Januar 2013 | von
Alles neu: In der deutschen Hauptstadt sind Immobilien derzeit begehrt wie nie. Fast überall in Berlin wird abrissen, saniert und verkauft. Das lässt die Preise für Eigentum und Mieten in die Höhe schnellen. Foto: Johannes Kapp / PIXELIO Alles neu: In der deutschen Hauptstadt sind Immobilien derzeit begehrt wie nie. Fast überall in Berlin wird abrissen, saniert und verkauft. Das lässt die Preise für Eigentum und Mieten in die Höhe schnellen. Foto: Johannes Kapp / PIXELIO

Auch 2013 ist die Nachfrage nach deutschen Immobilien ungebrochen. Dies führt mancherorts zu rasant steigenden Preisen, in Berlin gab es seit 2007 beispielsweise eine Teuerungsrate von 73 Prozent. Ist das noch normal oder zeichnen sich „spekulative Tendenzen“ ab? Die Experten sind sich weiter uneins.

Steigende Immobilienpreise und Mieten sind Themen, die besonders in den letzten Jahren die deutschen Schlagzeilen beherrscht haben. Und auch für 2013 scheint dieser Trend ungebrochen, wie der „Focus“ unter Berufung auf eine Umfrage des Immobilienportals „immobilienscout24.de“ berichtet.

Die Prognose besagt, dass in fast allen Städten in Deutschland Wohneigentum deutlich teurer wird. Lediglich in vier der 78 untersuchten Städte blieben die Preise entgegen dem bundesweiten Trend konstant: In Wilhelmshaven, Dortmund, Duisburg und Essen müssen Immobilieninvestoren 2013 gegenüber den Vorjahren nicht draufzahlen.

Wie stark die Nachfrage vielerorts ist, macht beispielsweise ein Blick auf Deutschland Hauptstadt Berlin deutlich. Hier kamen auf ein Kaufobjekt bis zu 50 Interessenten, berichtet der „Focus“. Auch Michael Schick vom Immobilienverband IVD bestätigt, dass 2012 das Jahr mit der bisher größten Immobiliennachfrage in diesem Jahrtausend war und sich dieser Trend auch 2013 weiterhin fortsetzt.

Trotz Nachfragehoch kein Kreditwachstum

Trotz einer Überhitzung des Marktes in besonders gefragten Städten sieht der Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret bislang keine Anzeichen dafür, dass eine spekulative Blase entstehen könnte, wie er gegenüber der „Wirtschaftswoche“ deutlich machte. Grund für diese Einschätzung ist die Tatsache, dass trotz der starken Nachfrage auf dem Immobilienmarkt, das Kreditwachstum derzeit stabil ist. Die Immobilien seien in Deutschland unverändert solide finanziert, sagt Dombret. Der Bundesbank-Vorstand räumt jedoch ein, dass es zu Fehlentwicklungen kommen könne, wenn über mehre Jahre hinweg die Zinsen niedrig und die Liquidität hoch blieben.

DIW hält Lage für angespannt

Dennoch gibt es auch Stimmen, die zumindest „spekulative Tendenzen“ sehen. So warnte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erst kürzlich in einer Studie davor, dass mit dem Kauf von Immobilien oftmals die Erwartung einherging, die Preise würden weiter steigen. Dies sind laut DIW bereits erste Anzeichen dafür, dass es sich bei vielen Investitionen um Spekulationen handelt.

Unter den hohen Preisen auf dem Immobilienmarkt leiden aber nicht nur private Käufer, sondern vor allem die Mieter. Ein weiteres Anzeichen für das Entstehen einer Blase ist nach Ansicht des DIW, dass die Mieten derzeit doppelt so schnell steigen wie die Preise für Eigentum. 13,90 Euro für den Quadratmeter Wohnraum in guten Lagen sei beispielsweise in München keine Seltenheit. Ein Ende des Aufwärtstrends ist dabei vor allem in Großstädten nicht in Sicht.

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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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