Energie | Energiewende Stromnetzausbau: Bürgerbeteiligung geplant

1. Februar 2013 | von
Windkraft Energiewende zum mitmachen: Bürger in Schleswig-Holstein sollen sich jetzt am Netzausbau finanziell beteiligen können. Foto: Petra Bork / PIXELIO

Selbst ist der Bürger – das gilt auch für die Energiewende. Um die Akzeptanz in der Bevölkerung zu steigern, soll es für Schleswig-Holsteiner möglich werden, Anleihen von Stromtrassen zu kaufen.

Bereits im Frühjahr sollen sich die Bürger in Schleswig-Holstein finanziell am Netzausbau beteiligen können. Der Netzbetreiber Tennet und die Landesregierung wollen damit für den Bau neuer Stromtrassen werben. Der Netzausbau könne nur gelingen, wenn die Menschen in der Region mitgenommen würden, erklärte der Schleswig-holsteinische Ministerpräsident Torsten Albig (SPD).

Anlieger bevorzugt

15 Prozent der Investitionskosten des Netzabschnittes Brunsbüttel und Niebüll sollen durch Bürgeranleihen finanziert werde. Ein „Stück Stromnetz“ kaufen können dabei nur Privatanleger. Bevorzugt werden außerdem Anlieger, die unmittelbar vom Netzausbau betroffen sind. Sollte das Projekt in der Bevölkerung ankommen, ist geplant, das Angebot sukzessive zu erweitern und auch anderen Bürgern zugänglich zu machen.

Gerechnet werden kann laut Angaben des Netzbetreibers mit einer Rendite von 4,5 bis 5 Prozent. Somit liegt die Verzinsung über Anlagealternativen wie Rentenfonds oder Tagesgeldkonten. Ziel sei es, möglichst viele Privatpersonen zu involvieren, um so eine breite Akzeptanz des Netzausbaus zu erreichen. Angelegt werden kann bereits ab einer Investition von 1000 Euro, wobei Anleger, die nur geringe Beträge investieren wollen, bevorzugt werden sollen.

Auch Bund erwägt ähnliche Maßnahmen

Die Bürgerbeteiligung bei der Energiewende ist im Übrigen keine ganz neue Idee: So wird auch auf Bundesebene derzeit über einen Vorschlag von Umweltminister Peter Altmaier diskutiert, der ganz Ähnliches vorsieht. Über die sogenannte „Bürgerdividende“ sollen die Verbraucher sich am Netzausbau beteiligen können und damit nicht nur die Energiewende vorantreiben, sondern auch von ihr profitieren könne.

Grundsätzlich wird das Projekt Bürger in den Netzausbau miteinzubeziehen von Naturschützern begrüßt. Allerdings dürfe die monetäre Beteiligung nicht das Mitspracherecht bei der Planung und Alternativenprüfung ersetzen, merkte der BUND an.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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