Wohnen | Themenmonat Barrierefreiheit Was Barrierefreiheit ist und im Alltag bedeutet

6. Februar 2013 | von
Barrierefreiheit - egal ob Gebäude, Verkehr oder Internet - wird immer wichtiger. Barrierefreiheit - egal ob Gebäude, Verkehr oder Internet - wird immer wichtiger. Foto: istockphoto

Barrierefreiheit gehört zu den wichtigen Schlagwörtern des aktuellen Jahrzehnts. Nicht nur die demografische Entwicklung fordert einen neuen Umgang mit Einschränkungen und Hindernissen im Alltag, vielmehr sollte der ungehinderte Zugang die Regel sein – egal ob für Kinder mit Behinderungen oder Senioren. Der Begriff ist dabei vielschichtiger, als auf den ersten Blick gedacht.

Was Barrierefreiheit ist

Barrierefreiheit – was ist das eigentlich? Laut den Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen bedeutet es einen „umfassenden Zugang und uneingeschränkte Nutzungschancen aller gestalteten Lebensbereiche“ zu ermöglichen. Älteren und behinderten Menschen soll also die Chance gegeben werden, in einer barrierefreien Umwelt ein möglichst einfaches und selbstbestimmtes Leben führen zu können. Sie sollen ohne Hilfe in ihre Wohnung und in die ihrer Verwandten und Freunde gelangen, außerdem soll es ihnen möglich sein, einkaufen zu gehen, Behördengänge selbst zu erledigen, zum Arzt zu gehen und sich generell selbst zu versorgen.

Barrierefreiheit ist der umfassenden Zugang und uneingeschränkte Nutzungschancen aller gestalteten Lebensbereiche.

Seit dem 01.05.2002 ist der Begriff der Barrierefreiheit auch in einem deutschen Gesetz definiert, nämlich im Behindertengleichstellungsgesetz (BGG). Dieses sagt aus, dass niemand aufgrund seiner Behinderung benachteiligt werden darf und für eine umfassende Barrierefreiheit gesorgt werden muss. Das bedeutet, dass alles, was von Menschen gestaltet wird, darauf ausgerichtet sein sollte – Menschen mit Behinderung muss es also nicht nur möglich sein, zum Beispiel alle öffentlichen Gebäude, Straßen und Wege zu benutzen, sondern ebenso Automaten, Telefone oder auch Internetseiten. Nicht dazu gehören natürliche Lebensbereiche, in die der Mensch nicht gestaltend eingreift, wie etwa Wälder oder Strände. Sobald jedoch eine Veränderung in diesen Bereichen vorgenommen wird, kann wieder für Barrierefreiheit gesorgt werden, etwa in Form eines Waldweges oder Bootssteges.

Barrierefreiheit im Alltag

Ob in öffentlichen Gebäuden oder den eigenen vier Wänden – Barrierefreiheit kann auf viele Arten hergestellt werden. Von Einrichtungen und Verbänden wird deshalb gefordert, zunehmend ein Bewusstsein für die barrierefreie Gestaltung öffentlicher Bereiche sowie von Wohnungen zu entwickeln. Wer also in seinem Arbeitsbereich, etwa als Architekt oder Bauherr, oder auch in seinem persönlichen Umfeld auf barrierefreies Planen und Bauen Einfluss nehmen kann, sollte darauf achten, entsprechende Maßnahmen zu treffen. Dazu gehört zum Beispiel ein ausreichend großer Wohnraum, der keine Probleme für Rollstuhlfahrer darstellt, und Hilfsmittel wie Treppenlifte, eine behindertengerecht gestaltete Badezimmereinrichtung und Möbelstücke in der passenden Höhe. Es kann einiges getan werden, um Betroffenen ihre Mobilität zurückzugeben und ihre Lebensqualität zu erhöhen.

Barrierefreiheit soll erreicht werden für:

  • Bauten: Barriefreie Gebäude, Außenanlangen und Verkehrsinfrastruktur
  • Kommunikation: Hörbücher, Untertitel im TV, Schrift und Gebärden, Akustische Voraussetzungen
  • Internet & PC: Barrierefrei gestaltete Internetangebote

Themenmonat Barrierefreiheit 

Dieser Artikel ist Teil des Themenmonats Barrierefreiheit. Weitere Artikel zum Thema finden Sie hier.



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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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