Wohnen | Themenmonat Barrierefreiheit Barrierefreies Wohnen und Bauen

8. Februar 2013 | von
Treppe Barrierefreiheit wird in der Architektur eine größere Rolle einnehmen. Foto: Carsten Happ / PIXELIO

Es gibt viele Personen, die im Alltag mit zahlreichen Hindernissen zu kämpfen haben. Ob es der ältere Mann ist, die gehbehinderte Frau oder der Junge, der im Rollstuhl sitzt – für sie ist es oft kein Kinderspiel, ihren Alltag zu meistern. Sie sind daher auf eine barrierefreie Umwelt angewiesen und darauf, sich in den eigenen vier Wänden uneingeschränkt bewegen zu können. Das Gesetz zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen, das es seit 2002 gibt, sieht daher Barrierefreiheit vor und beschreibt diese als „Zustand, in dem bauliche und sonstige Anlagen ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe zugänglich und nutzbar sind“. Damit ist das Engagement aller Verantwortlichen gefordert, um noch bestehende Barrieren nach und nach abzubauen und eine umfassende Barrierefreiheit im Alltag zu verwirklichen.

Function follows form: Architektur muss barrierefreie Standards erfüllen

Besonders Architekten und Wohnungsbauträger können Gebäude so planen, dass für Betroffene ein unbeschwertes und selbstbestimmtes Leben möglich ist, beispielsweise durch den Einbau von Treppenliften. Der Anspruch auf Barrierefreiheit wird dabei sowohl im Miet- als auch im Eigentumsrecht festgelegt. Seit 2001 ist mit der Reform des Mietrechts der neue § 554 a des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) in Kraft getreten, der eine besondere Schutzregelung zugunsten von Menschen mit Behinderungen darstellt. Im Wohnungseigentumsrecht (WEG) gibt es eine solche ausdrückliche Regelung zwar noch nicht, Wohnungseigentümer mit Behinderung haben aber auch hier aufgrund ihres (Mit-)Eigentums einen Anspruch darauf, dass andere Miteigentümer den Baumaßnahmen für einen barrierefreien Zugang zu ihrer Wohnung zustimmen.

Barrierefreiheit bedeutet Wohnqualität

Ziel ist es, dass die Barrierefreiheit im Wohnungsbau als Qualität wahrgenommen und beim Bauen selbstverständlich wird. Wichtig ist dabei zum Beispiel ausreichend Freiraum im Wohnbereich, so dass etwa Rollstuhlfahrer genug Platz haben, sich fortzubewegen. Das muss von Planern und Bauherren von Beginn an berücksichtigt werden, denn wenn der vorhandene Grundriss der Wohnung oder des Hauses nicht rollstuhlgerecht ist, lassen sich die sogenannten Bewegungsflächen nur schlecht nachrüsten.

Rollstuhl Kopfsteinpflaster

Für Rollstuhlfahrer nicht optimal: Kopfsteinpflaster. Foto: Albrecht E. Arnold / pixelio.de

Auch Bad und Küche müssen für in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen Barrierefreiheit bieten. Hier kann viel mit der passenden Einrichtung geholfen werden: Schränke, die höhenverstellbar sind, und Container, die man platzsparend unter eine Arbeitsplatte rollen kann, sind hier sinnvoll. Auch im Außenbereich kann man auf barrierefreie Gestaltung achten: Der Weg vom Haus nach draußen führt zum Beispiel in den meisten Fällen über Stufen oder zumindest Türschwellen – barrierefreies Wohnen ist so nicht möglich und das Sturzrisiko wird erhöht. Und auch im Garten oder auf Terrasse und Balkon ist es wichtig, dass die Wege für Gehbehinderte oder Rollstuhlfahrer leicht zu bewältigen sind. Die Beschaffenheit des Bodens spielt dabei eine große Rolle: Kieselwege etwa können zwar schön aussehen, sind jedoch mit einem Rollstuhl oder Gehstock nicht benutzbar.

Themenmonat Barrierefreiheit 

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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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Ein Kommentar zu Barrierefreies Wohnen und Bauen

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