Wohnen | Wohnen im Alter Pflege durch Computer und Roboter? Wie Technik im Alter hilft

11. Februar 2013 | von
Wohnen im Alter - Hilfe durch Technik Roboter sind eine Möglichkeit für Unterstützung im Alter. Foto: Tsui / wikimedia / cc-by-sa 3.0

Für ältere Menschen ist der Alltag oft eine Herausforderung und alles andere als ein Kinderspiel. Viele sind auf die Hilfe von Pflegern angewiesen, die alltägliche Tätigkeiten für sie erleichtern. Damit die Seniorenpflege noch vereinfacht werden und den älteren Mitbürgern mehr Komfort geboten werden kann, werden technische Innovationen in diesem Bereich immer mehr vorangetrieben.

Smart-Home: Den Alltag einfacher gestalten

Stichwort Smart Home: Senioren sollen zunehmend vom „Intelligenten Wohnen“ profitieren können und damit von einem Wohnraum, der mit zahlreichen technischen Extras ausgestattet ist. Durch die Vernetzung des Wohnbereichs kann der Bewohner alle Geräte selbstständig bedienen, ohne dabei aufstehen zu müssen. Entsprechende Projekte, die Senioren ein selbstbestimmtes und barrierefreies Leben ermöglichen sollen, gibt es europaweit. Eines davon ist die Intelligente Wohnumgebung, auch Ambient Assisted Living oder kurz AAL genannt. Das System erkennt über Sensoren die Bedürfnisse der Bewohner, erinnert an notwendige Handlungen oder führt diese sogar selbstständig aus. Alle Lebensbereiche werden dadurch einfach gestaltet – auch Licht und Fernsehen lassen sich per Handgeste und Sprachbefehl steuern. Im EU-Projekt ReAAL wird das Ambient Assisted Living jetzt einem Praxistest unterzogen, im Rahmen dessen 7000 Nutzern in acht EU-Ländern, darunter auch Deutschland, das Leben in den „intelligenten“ Wohnungen ermöglicht werden soll. Andere Modelle sind spezialisiert auf Notfallsituationen: Hier geht es darum, Senioren in gefährlichen Situationen ein ausreichendes Maß an Sicherheit zu geben. Einige „Smart Homes“ beinhalten deshalb nützliche Funktionen, die im Notfall Leben retten können. Zusätzlich erinnert der intelligente Haushalt an regelmäßige Messungen, speichert die entsprechenden Werte automatisch und informiert die Senioren direkt, falls eine besorgniserregende Situation eintritt. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann das System auch so einstellen, dass die gespeicherten Informationen, falls nötig, im Anschluss direkt an einen Arzt oder Pflegekräfte übermittelt werden. Diese können dann entweder persönlich zum Betroffenen kommen oder aber über ein Videotelefonat Kontakt aufzunehmen, um erst einmal weitere Schritte zu besprechen.

Verbesserung des Soziallebens

Nicht selten hört man, dass Senioren im Alter zunehmend vereinsamen. Auch wenn es auf den ersten Blick widersprüchlich scheinen mag – hier kann Technik ebenfalls helfen. Forscher arbeiten daran, die „Smart Homes“ für Senioren so zu konzipieren, dass Angehörige in den Alltag der Senioren eingebunden werden können. So können etwa auch in den Wohnungen der Familienmitglieder und Freunde entsprechende Geräte installiert werden, um eine einfache Kontaktmöglichkeit herzustellen – zum Beispiel eine Videokonferenz als Anbindung in den Alltag der Familie. Heutzutage kann das vor allem dann sehr sinnvoll sein, wenn zwischen Senioren und deren Angehörigen eine große räumliche Distanz besteht. Trotz großer Entfernung kann man sich auf diese Weise so oft sehen, wie man möchte. Die Projekte, die mit Technik älteren und pflegebedürftigen Menschen helfen soll, sind nicht nur für die Betroffenen praktisch, sie sparen auch einige Kosten ein. Das Statistische Bundesamt schätzt, dass in knapp 20 Jahren fast dreieinhalb Millionen Menschen in Deutschland pflegebedürftig sein werden. Das ist eine Million mehr als heute und könnte durchaus ausschlaggebend für ein Kippen des Pflegesystems sein. Technik, die Senioren dabei hilft, eigenständiger zu leben, spart Pflegekräfte – Projekte wie das Ambient Assisted Living werden daher besonders vom Bundesforschungsministerium immer mehr gefördert. Die Zuschüsse sollen sich dabei insofern bezahlt machen, als dass die technischen Hilfestellungen Krankenhausaufenthalte kürzer und Heimeinweisungen seltener machen sollen.


Infografik: Welche Technik spielt bei AAL eine große Rolle

Welche Assistenztechnik wird für AAL eine große Rolle spielen? Folgendes Ergebnis brachte eine Umfrage unter Pflegeexperten wie Geschäftsführern und Vorständen, Pflegedienstleitern und Professoren:

Wohnen im Alter

Grafik: BMBF-Onlineumfrage zur assistierten Pflege von morgen, Mai 2011, Bonn

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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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2 Kommentare zu Pflege durch Computer und Roboter? Wie Technik im Alter hilft

  1. Pingback: Wie der Bund Barrierefreiheit fördert | Immobilien News und Info - Nachrichten rund um Immobilien, Wohnen, Mieten und Kaufen

  2. Markus Kohler sagt:

    Dies ist ein gutes Beispiel, wie digitale Technik sinnvoll eingestzt werden kann. Danke für den wunderschönen Beitrag.

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