Mieten | Bezahlbarer Wohnraum Initiative: Studenten in Marburg setzen sich für bezahlbare Mieten ein

12. Februar 2013 | von
Marburger Altstadt Initiative: Studenten in Marburg setzen sich für bezahlbare Mieten ein. Foto: Dieter Schütz / PIXELIO

Um für bezahlbaren Wohnraum zu demonstrieren, haben Menschen in Marburg am Sonntag kurzzeitig eine Schule besetzt. Inzwischen geht die Initiative im Rathaus weiter.

Rund 150 Menschen haben am Sonntag eine leerstehende Schule in Marburg besetzt. Die Demonstranten wollten mit der Aktion auf die teuren Mieten in der Universitätsstadt aufmerksam machen.

In einem Schreiben wiesen die Protestler darauf hin, dass Menschen mit geringem Einkommen kaum Chancen hätten, in der Marburger Innenstadt noch eine Bleibe zu finden. Private Investoren kaufen öffentliche Gebäude und bauten nur Einzimmerappartments, die nicht erschwinglich wären, lautet der Vorwurf. Studenten wären zum Teil darauf angewiesen, zu Beginn eines Semesters in Notunterkünften zu leben, weil es keinen bezahlbaren Wohnraum für sie gibt.

Friedliche Demonstration in Marburg

Das Schulgebäude, das die Besetzer eingenommen hatten, wurde im letzten Jahr ebenfalls an einen privaten Investor verkauft, obwohl mehrere Initiatoren für Stundenwohnraum Interesse bekundet hatten. Der Eigentümer hätte die Aktion laut Aussagen der Marburger Polizei in der „Welt“ bis zum Montagmittag jedoch gestattet. Auch die Polizei hat die friedliche Demonstration nicht als Besetzung angesehen und dementsprechend toleriert.

Für Ende Februar plant der Oberbürgermeister Marburgs, Egon Vaupel (SPD), einen Dialog zu der Wohnsituation in der Stadt zu führen. Gegenüber dem „hr“ gab er zu Protokoll, dass er die Situation als weniger bedenklich sehe. Alle Studenten würden letztlich eine Unterkunft finden, so der Marburger OB. In anderen Universitätsstädten sei die Lage zudem ähnlich.

Der Weg zum Rathaus

Die Demonstranten sehen dies kritischer: Neue Wohnungen seien für die Studenten aufgrund der hohen Mietpreise einfach zu teuer. Gerade jetzt, wo die Studentenzahl im Marburg stetig ansteigt – im laufenden Semester sind es erstmals mehr als 23.000 – müsse günstiger Wohnraum geschaffen werden.
Wie geplant haben die Schulbesetzter das Gebäude am Montagmittag verlassen und ihren Forderungskatalog, der ihr Anliegen nach bezahlbaren Wohnungen und einem Privatisierungsstopp von öffentlichen Gebäuden beinhaltet, im Rathaus abgegeben. Die Stadt ist bereit diesen zu lesen und Ende des Monats zu besprechen.
Auch die restliche Bevölkerung Marburgs, die sich nicht an der Besetzung beteiligt hat, begrüßt vielfach die Aktion. Viele hätten Verpflegung für die Aktivisten bereitgestellt erklärte Michael Müller, Teilnehmer der Initiative gegenüber des „hr“.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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