Bauen | Barrierefreies Wohnen So kann ein Haus barrierefrei gebaut werden

13. Februar 2013 | von
Barrierefreies Bauen Auf Barrierefreieheit sollte bereits bei der Planung geachtet werden. Foto: Rainer Sturm / PIXELIO

Mindestens an einem Ort sollten sich ältere oder behinderte, in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen frei bewegen können – in ihren eigenen vier Wänden. Ein Haus barrierefrei zu bauen ist bei Weitem nicht immer selbstverständlich, häufig werden die zusätzlichen Kosten gescheut. Das kann sich später rächen.

Bedarf barrierefreier Wohnungen

Bedarf barrierefreier Wohnungen. Datenquelle: Quelle: KDA – Repräsentativbefragung 2009 (TNS Emnid)

Die meisten Bauherren denken zunächst nicht daran, es so zu gestalten, dass keine Hindernisse bestehen. Angesichts des demographischen Wandels und der drohenden „Überalterung“ unserer Gesellschaft ist barrierefreies Bauen jedoch mehr als sinnvoll, besonders für Menschen, die es nicht darauf anlegen, ihren Lebensabend in einem Altenheim zu verbringen. Ein weiterer Anreiz für eine zumindest barrierearme Gestaltung der Wohnräume ist die Tatsache, dass die meisten privaten Bauherren nicht öfter als ein Mal in ihrem Leben bauen und damit in der Regel eine einmalige finanzielle Verpflichtung eingehen. Es ist daher umso wichtiger, so früh wie möglich darüber nachzudenken, wie das eigene Haus auch im höheren Alter weiter bewohnt werden kann.

Hoher Wohnwert im Alter ist das Ziel

Wohnungen barrieren

Wohnungstypen nach Umfang der Barrieren. Daten: Wohnen im Alter (> 65 Jahre), Quelle: BFW-Research

Beim barrierefreien Bauen geht es um eine Gestaltung, die alten oder behinderten Menschen einen möglichst hohen Wohnwert bietet. Die gesamte detaillierte Planung sowie die tatsächliche Bauausführung, bei der alles sehr gut aufeinander abgestimmt werden muss, sollten dabei im Idealfall von einer Instanz durchgeführt werden.

Oft hilft es schon, die offensichtlichen Barrieren zu beseitigen, denn wenn man einmal genau darüber nachdenkt, stellen manche gewöhnliche architektonische Details für behinderte Menschen große Hindernisse dar – etwa die Schwelle vor der Haustür, die Rollstuhlfahrer gar nicht oder nur schwer passieren können.

Damit ein Haus im Notfall auch später ohne allzu großen Aufwand sogar schwerbehindertengerecht umgestaltet werden könnte, hilft es, bei der Neubauplanung einige Dinge zu beachten: Ganz wichtig sind die sogenannten Bewegungsflächen im ganzen Haus, vom Windfang bis zum Platz am Tisch oder im Badezimmer. Diese sollten immer mindestens 150 mal 150 Zentimeter groß sein, damit sich Rollstuhlfahrer uneingeschränkt bewegen können. Türöffnungen sollten außerdem über 80 Zentimeter und besser noch zwischen 95 und 110 Zentimeter breit sein, Türen zu kleineren Zimmern wie WC oder Abstellkammer müssen unbedingt nach außen geöffnet werden können.

Keine Schwellen, keine Treppen als Hindernis

Keine Schwellen, keine Stolperfallen: Bereits beim Bau auf Barrierefreiheit achten.

Keine Schwellen, keine Stolperfallen: Bereits beim Bau auf Barrierefreiheit achten. Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Generell sollten zudem alle Türen schwellenlos sein. Besonders der Treppenbau ist darüber hinaus bedacht durchzuführen: Sie sollten mindestens einen Meter breit und nicht gewendelt sein, damit erstens die Benutzung einfacher ist und zweitens bei Bedarf ein Treppenlift komfortabel montiert werden kann. Weiterhin müssen das Badezimmer in jedem Fall ausreichend groß und die Wände so konstruiert werden, dass später leicht Aufstehhilfen und Haltegriffe montiert werden können.

Sinnvoll ist auch das Verlegen von rutschfesten Fliesen sowie generell ein geeigneter Boden im ganzen Haus. Weitere sinnvolle Planungsgrundsätze können Interessierte in der „DIN 18 025“ nachlesen, die die Mindestanforderungen für barrierefreies Bauen detailliert auflistet.

Themenmonat Barrierefreiheit 

Dieser Artikel ist Teil des Themenmonats Barrierefreiheit. Weitere Artikel zum Thema finden Sie hier.



Artikel bewerten und teilen:
VN:F [1.9.19_1165]
0

Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
Dieser Beitrag wurde unter Bauen abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Ein Kommentar zu So kann ein Haus barrierefrei gebaut werden

  1. Gerald sagt:

    DIN 18025 wird seit 2011 von der DIN 18040 ersetzt

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title="" rel=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>