Ratgeber | Barrierefreiheit interaktiv Wheelmap: Barrierefreiheit unterwegs prüfen

14. Februar 2013 | von
Wheelmap.org Nutzer tragen auf Wheelmap Informationen zur Barrierefreiheit zusammen. Diese Daten können unterwegs genutzt werden. Foto: screenshot wheelmap.org

Rollstuhlfahrer haben im Alltag einige Hindernisse zu überwinden. Damit ihnen das Leben ein wenig barrierefreier gestaltet werden kann, gibt es jetzt eine technische Hilfe: Auf der Internetseite wheelmap.org können Betroffene oder Menschen, die einfach helfen wollen, rollstuhlgerechte und auch weniger rollstuhlgerechte Orte interaktiv vermerken.

Stück für Stück soll so eine Karte mit nützlichen Informationen zu diversen Orten entstehen. Das Ziel der Seitenbetreiber ist es natürlich einerseits, Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt und daher auf Barrierefreiheit angewiesen sind, zu helfen, andererseits soll es auch Nicht-Betroffene und Verantwortliche zum Umdenken anregen, um nicht-rollstuhlgerechte Plätze und Gebäude umzurüsten – etwa durch den Bau von Rampen und behindertengerechten Toiletten.

Android-App im Google-Store

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Gestartet hat das Projekt Raul Krauthausen, geborener Peruaner, der in Deutschland aufgewachsen und selbst Rollstuhlfahrer ist. Seit einem Jahr gibt die Wheelmap nun, die auf „Open Street Map“ basiert, einem Projekt, das Geo-Daten sammelt, damit sie von jedem genutzt werden können. In der Karte für Rollstuhlfahrer markieren Nutzer aus aller Welt mit einem übersichtlichen Ampelsystem, welche Straßen, Lokale, Kinos, Arztpraxen oder Geschäftsgebäude rollstuhlgerecht und welche nicht barrierefrei sind. Bis jetzt sind es bereits mehr als 75.000 Orte, täglich kommen zahlreiche dazu. Das Programm soll der breiten Masse zugänglich gemacht werden: Eine App für das iPhone gibt es bereits seit längerem, die Android-Version kann seit Herbst vergangenen Jahres aus dem Google Play-Store heruntergeladen werden.

Barrierefreiheit mit Ampelsystem

Die Benutzung der Karte wird so einfach wie möglich gestaltet: Es lassen sich die Kategorien von Orten auswählen, die auf der Karte angezeigt werden sollen – die Markierungen grün für „rollstuhlgerecht“, gelb für „teilweise rollstuhlgerecht“ und rot für „nicht rollstuhlgerecht“ zeigen übersichtlich den Grad der Barrierefreiheit an.

Nützlich ist auch die Verbindung zu Google Streetview, durch die zudem noch Fotos, weitere Informationen sowie Infos zur Barrierefreiheit abgerufen werden können. Finanziert wird das Projekt Wheelmap aus Förder- und Spendengeldern, außerdem wurde es schon mit Preisen wie dem mit 10.000 Euro dotierten „Deutschen Engagementpreis 2009“ oder dem „Deutschen Bürgerpreis 2010“ belohnt. Damit sich die Seite ständig weiterentwickelt, sind zudem zahlreiche ehrenamtliche Helfer am Werk.

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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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