Energie | Erneuerbare Energien Energie: Strompreise sollen stabil werden

15. Februar 2013 | von

Eine Weile hat es gedauert, doch nun steht es fest: Das Konzept zur Begrenzung der Strompreise steht. Viele Länder sehen dadurch die Energiewende gefährdet.

Im Wahljahr – so scheint es – fallen Entscheidungen und Entschlüsse schneller. So auch zwischen Peter Altmaier (SPD) und Philipp Rösler (FDP), die sich nach langer Debatte in Sachen Energiewende und Strompreise geeinigt haben. Die Einigung sieht vor, dass die EEG-Umlage, die momentan 5,3 Cent pro Kilowattstunde beträgt, nicht weiter ansteigt. Um das durchzusetzen, muss zum einen die Ökostrombranche und zum anderen die Industrie finanzielle Beihilfe leisten. In einigen Bundesländern steigt nun die Angst, dass die Energiewende durch das Konzept scheitert.

Strompreiserhöhungen Anfang 2013

Zu Beginn des Jahres waren bei einer Vielzahl von Anbietern die Strompreise um teilweise zehn Prozent angestiegen. Zwar sinken die Kosten für die Verbraucher jetzt nicht, durch die Reform werden aber letztlich rund zwei Milliarden Euro gespart; die EEG-Umlage bis 2014 eingefroren und zukünftige Preissteigerungen klein gehalten. Für die Kunden klingt das soweit ganz gut, aber es gibt einen Haken: Der Ökostrom wird auf diese Weise hinten angestellt, meinen Experten gegenüber dem „Tagesspiegel“.

Bereits im Jahr 2000 wurde das Gesetz für den Vorrang von Erneuerbaren Energien von der damaligen rot-roten Regierung in Kraft gesetzt. Seitdem ist der Anteil an dieser Stromversorgung auf ein Viertel des Gesamtnetzes angestiegen. Für den Umweltschutz ist diese Entwicklung klar vor Vorteil – doch mit dem Gesetz sind eben auch die Preise in die Höhe geklettert. Inzwischen, so scheint es vielen Verbrauchern, ist die Energiewende wichtiger als günstige Strompreise. Geprägt auch durch die Wirtschaftskrise sind die enormen Preissteigerungen den Menschen ein Dorn im Auge – schließlich ist der Umweltschutz mit bloßem Auge nicht erkennbar, die finanziellen Einschnitte, die die monatlichen Stromkosten versuchen, hingegen schon.

Maßnahmen werden gekürzt

Konkret sieht die Reform von Altmeier und Rösler vor, dass Neuanlagen während der ersten fünf Monate keine Subventionen mehr erhalten. Des Weiteren sollen die Zuschläge für Windstrom angeschafft werden und auch der Bau für neue Solaranlagen erfährt eine einmalige Kürzung von vier Prozent. Große Kraftwerke, die grünen Strom produzieren, müssen in Zukunft ihre Energie direkt auf den Markt bringen. Betreibern von Solar- und Windparks stehen zur Umsetzung der Energiewende Vergütungen zu. Bereits gebauten Anlagen müssen für ein Jahr auf 1,5 Prozent davon verzichten. Die Grünen und die SPD befürchten, dass die Energiewende dadurch gefährdet wird.

Kritisiert wird an der Reform vor allem, dass sie sich zu sehr mit den Strompreisen und nicht mit dem eigentlichen Problem der Konzeptlosigkeit beschäftigt. Für Rösler steht fest, dass jeder, der den Vorschlag nicht unterstützt, mitverantwortlich für weitere Preisanstiege ist. Im „Tagesspiegel“ spricht er davon das EEG verändern zu wollen – womit er sich im Wahlkampf bei den Wählern beliebt machen dürfte.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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