Bauen | Barrierefreie Städte Barrierefreiheit: Wie sich Städte auf den demografischen Wandel vorbereiten

19. Februar 2013 | von

Der Alltag muss für Rollstuhlfahrer, Geh- oder Sehbehinderte und andere in ihrer Selbstbestimmtheit eingeschränkte Menschen nicht zwangsläufig eine große Herausforderung darstellen – vorausgesetzt, die Umwelt ist an die Betroffenen angepasst.

Gerade angesichts des rasanten demografischen Wandels in unserer Gesellschaft steigt das Bewusstsein für Barrierefreiheit glücklicherweise immer mehr. Und dass der Bedarf besteht, ist offensichtlich: Derzeit kann davon ausgegangen werden, dass etwa 10 Prozent der Bevölkerung auf Barrierefreiheit zwingend angewiesen sind, während zudem beachtliche 30 bis 40 Prozent sie als notwendige Hilfe bei der Bewältigung des alltäglichen Lebens benötigen.

Barrierefreie Städte werden ausgezeichnet

Damit sich in Europas Städten diesbezüglich etwas ändert, findet im Rahmen der Konferenz anlässlich des Europäischen Tages der Menschen mit Behinderungen regelmäßig eine Preisverleihung für barrierefreie Städte statt. Das Ziel der europäischen Auszeichnung ist es dabei, die Barrierefreiheit für Menschen mit Behinderungen in den folgenden vier Bereichen zu fördern: gebaute Umwelt und öffentliche Räume, Transport und die damit zusammenhängende Infrastruktur, Information und Kommunikation, einschließlich EDV- und Kommunikationstechnologien sowie öffentliche Einrichtungen und Dienste. Auch der Access City Award der Europäischen Kommission zeichnet barrierearme Städte aus.

Infografik: Barrierefreie Bahnhöfe Top 5 / Flop 5

In Schleswig Holstein sind fast 9 von 10 Bahnhöfen barrierefrei, im Saarland nicht mal die Hälfte. Hier die jeweils fünf Bundesländer mit dem höchsten/niedrigsten Anteil barrierefreier Bahnhöfe. Datenquelle: Allianz pro Schiene

barrierefreie_bahnhöfe

Berlin besonders fortschrittlich

Als besonders fortschrittlich präsentiert sich dabei die deutsche Hauptstadt: Ende des letzten Jahres ist Berlin mit dem Access City Award 2013 geehrt worden. Von der Jury gelobt wurde dabei besonders der öffentliche Nahverkehr der Stadt. Zudem investiere man in Berlin bei Bauprojekten und Sanierungen viel darin, die Zugänglichkeit für Menschen mit Behinderungen zu verbessern. Der Access City Award wurde 2012 zum dritten Mal vergeben, als Gewinner konnten sich in den Jahren zuvor Avila in Spanien und das österreichische Salzburg rühmen. Teilnahmeberechtigt sind am Wettbewerb alle Städte aus den EU-Ländern, die mehr als 50.000 Einwohner zählen. Im Finale 2012 setzte sich Berlin gegen Nantes in Frankreich und Stockholm in Schweden durch.

Grafik Fortschritte Barrierefreie Gesellschaft

Fortschritte der Metropolen auf dem Weg zur Barrierefreien Gesellschaft. Grafik: Aktion Mensch.

Während Berlin in Sachen Barrierefreiheit glänzt, geben repräsentative Umfragen Aufschluss auf die Zugänglichkeit öffentlicher Flächen und Gebäude in anderen Städten. So ergab eine Umfrage der Aktion Mensch zum Thema „Wie barrierefrei ist meine Stadt?“, dass die bayerische Hauptstadt die barrierefreieste Metropole in Deutschland ist – zumindest aus Sicht ihrer Bewohner. Die Münchener kommen dementsprechend mit den Barrieren in ihrer Stadt am besten zurecht, gefolgt von den Bewohnern Frankfurts und Berlins. Defizite gibt es der Umfrage zufolge in Köln und Hamburg – der größte Handlungsbedarf liegt hier der Nutzbarkeit von Wegen und öffentlichem Nahverkehr sowie nach Einschätzung der Befragten im barrierefreien Wohnungsbau.

Themenmonat Barrierefreiheit 

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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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2 Kommentare zu Barrierefreiheit: Wie sich Städte auf den demografischen Wandel vorbereiten

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