Immobilienmarkt | Immobilienboom Immobilienmarkt Deutschland: steigende Preise und kein Ende in Sicht

19. Februar 2013 | von
blase Ist der anhaltende Boom auf dem deutschen Immobilienmarkt als das Entstehen einer Blase zu werten. Experten meinen "Nein", raten aber gleichzeitig zur Vorsicht. Foto: Andreas Sulz / PIXELIO

Der Boom auf dem Immobilienmarkt in Deutschland hält weiter an. Obwohl in die Höhe schnellende Preise nichts Neues sind, betrachtet die Deutsche Bundesbank die Entwicklung mit wachsender Besorgnis. Von einer spekulativen Blase möchte dennoch keiner sprechen.

Mit der Immobiliennachfrage ist das so eine Sache: Auch Experten scheinen sich uneins zu sein, wie viel Nachfrage normal ist, wann von einem Boom, wann einer Blase zu sprechen ist und wann ein Eingreifen des Staates erforderlich ist. Zwar äußert die Bundesbank jetzt Bedenken in Bezug auf die explodierende Nachfrage auf dem deutschen Immobilienmarkt, dennoch rät sie derzeit von einem Eingreifen des Staates ab.

Preisentwicklung breiter angelegt als 2011

In Monatsbericht der Bank heißt es, dass die Preisentwicklung bei Immobilien im Jahr 2012 im Vergleich zum Vorjahr abgeschwächt war. Im Durchschnitt sind die Preise in 125 Städten im vergangenen Jahr um 5,25 Prozent gestiegen und 2011 um 5,5 Prozent. Der Aufwärtstrend bei den Immobilienpreisen gewann dafür aber an Breite. Gefragt seinen inzwischen nicht nur Großstädte und Ballungszentren, Neubauten und Wohnungen, sondern auch Städte im Umland, Gebrauchtimmobilien und Einfamilienhäuser.

Niedrige Zinsen und Kauflust treiben Preise an

Angetrieben wird die Kauflust der Investoren dabei vor allem durch die niedrigen Zinsen. Zusätzlich verknappt wird das Angebot auch durch das Interesse ausländischer Investoren, den Zuzug in manche Städte und den Strukturwandel, durch den immer mehr einzelne Haushalte entstehen.

Immobilienblase kann auch ohne „klassische Anzeichen“ entstehen

Grund zur akuten Besorgnis sieht die Bundesbank keinen. Dennoch könnte auch ohne die klassischen Anzeichen für die Entwicklung einer Preisblase eine solche entstehen. Bislang galt als Gegenargument, dass in Deutschland, anders als beispielsweise in den USA und Spanien kein verstärktes Kreditwachstum zu beobachten sei und nach wie vor durch einen hohen Anteil an Eigenkapital finanziert würde. Dieses Argument relativiert der Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret jedoch teilweise: Internationale Erfahrungen hätten gezeigt, dass Anfangsphasen von Preisübertreibungen auch mit einem niedrigen Kreditwachstum einhergehen könnten. Gerade deswegen müsse auch das Verhalten von Finanzinstituten und privaten Haushalten im Auge behalten werden.

Boom beim Eigentum schlägt sich auf Mietpreise nieder

Teuer sind im Moment vor allem Eigentumswohnungen in Großstädten, was sich dort auch merklich auf die Mieten auswirkt. Seit 2010 sei der Mietanstieg bei neuen Wohnungen rund vier Mal, bei Bestandsmieten rund drei Mal so hoch wie im Durchschnitt der vergangenen Dekade. Ähnliche Steigerungsraten seien allerdings auch Anfang der 90er Jahre zu beobachten gewesen.

Bundesbank rät von Begrenzung der Neuvertragsmieten ab

Den aktuell von Mieterverbänden, SPD und Linke befürworteten Vorschlag, Neuvertragsmieten zu begrenzen, lehnt die Bundesbank jedoch ab. Solche Regulierungen dürften nur aus gutem Grund in Erwägung gezogen werden. Ähnlich wie die FDP argumentiert auch die Bundesbank, dass die Begrenzung der Mietsteigerung bei Neuverträgen nicht zu unterschätzende Risiken im Hinblick auf die Verzerrung marktgerechter Anreize zur Schaffung neuen Wohnraums mit sich bringe.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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