Ratgeber | Barrierefreiheit im Alltag Barrierefreie Spielplätze gestalten

20. Februar 2013 | von
Barrierefreie Spielplätze Wie Spielplätze möglichst barrierefrei gestaltet werden können. Foto: günther gumhold / PIXELIO

Auf dem Spielplatz soll es um eines gehen: Spaß durch sorgenfreie Bewegung. Das soll auch Kindern mit Behinderung möglich sein. Dafür, dass sie auf dieses Vergnügen nicht verzichten müssen, sorgen immer mehr barrierefreie Spielplätze in Deutschland. Einen barrierefreien Spielplatz zu konstruieren ist oftmals gar nicht so einfach, denn während behindertengerechte Spielgeräte sicher und ungefährlich gebaut sein müssen, soll trotzdem die ganze Vielfalt abgedeckt werden, sodass alle Kinder toben und entdecken können. Und gerade für behinderte Kinder sind Spielplätze sehr wichtig – auf ihnen werden neben dem Spieltrieb auch die individuellen motorischen sowie sozialen Fähigkeiten der Kleinen gefördert. Wenn die Kinder das Gefühl bekommen, aktiv am Geschehen teilnehmen zu können, kann das zu durchaus positiven Erfahrungen in ihrer Wahrnehmung und beim Lernen führen.

DIN regelt Planung und Umsetzung

Als Planungsgrundlage für barrierefreie Spielplätze dienen die einschlägige Gesetzgebung sowie entsprechende DIN-Normen. Im „Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderung“ macht die 2008 in Kraft getretene UN-Konvention den grundsätzlichen Anspruch auf ein selbstverständliches und gleichberechtigtes Zusammenleben aller Menschen deutlich. So gehört jeder, ob mit oder ohne Behinderung, von vornherein dazu und hat ein Recht auf ungehinderte Einbeziehung in die Gemeinschaft. Das gilt auch für Kinder und ihr Recht auf freie Entfaltung im Kreise ihrer gesunden Altersgenossen. Heutzutage bieten die Hersteller von Spielgeräten deshalb eine große und gute Auswahl an individuellen Produkten. Und diese können durchaus vielfältig sein: Beim Bau eines barrierefreien Spielplatzes muss nicht nur auf die Bedürfnisse von Rollstuhlfahrern geachtet werden, auch Kinder, die unter Muskelschwächen, Bewegungsstörungen, Spasmuserkrankungen oder an Einschränkungen des Hör- und Sehvermögens leiden, müssen berücksichtigt werden. Es hilft das Einbinden aller Sinne: Kinder erleben beim Spielen im Freien die verschiedensten sensorischen Eindrücke wie Wind, Temperatur, Licht und Schatten. So können zusätzlich zu herkömmlichen Spielgeräten Geruchs-, Tast- oder Klangspiele integriert werden, um den Kindern die Möglichkeit neuer Wahrnehmungserlebnisse zu geben. So lassen sich auf verschiedene Weise auch Selbstwahrnehmung, Orientierung und Raumerfahrung schulen.

Sicherheit wichtigstes Kriterium

Ein wichtiges Kriterium für barrierefreie Spielplätze ist darüber hinaus natürlich die Sicherheit. So müssen sichere Wege für Rollstuhlfahrer vorhanden sein und Eingangsbereiche sowie das komplette Umfeld sollten barrierefrei sein, damit der Spielplatz für behinderte Kinder gut zu erreichen ist. Im Allgemeinen sind barrierefreie Spielplätze, wenn von Anfang an als solche geplant, nicht unbedingt teurer als nicht barrierefreie. Voraussetzung ist, dass das Projekt richtig angegangen und mit Fachleuten kooperiert wird, damit Kindern mit Behinderung die Möglichkeit geboten werden kann, ihre Freizeit genauso zu gestalten wie ihre „normalen“ Altersgenossen.

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Über Sabine Wagner

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