Geld / Finanzierung | Investment Um viele Millionen betrogen: Immobilien-Firma prellt Kleinanleger

20. Februar 2013 | von

Die Immobilieninvestment-Firma S&K soll Gelder von Anlegern in großem Stil veruntreut haben. Bei Großrazzien in Frankfurt am Main und in Hamburg wurden die verdächtigten Drahtzieher festgenommen. Versprochen wurden den Anlegern solide Geldanlagen in Immobilienfonds, stattdessen sollen Berichten zufolge die Investitionen vor allem in den luxuriösen Lebensstil der Verdächtigten geflossen sein.

Gestern wurden bei einer bundesweiten Großrazzia 6 Verdächtige der Firmengruppe S&K festgenommen. Unter Ihnen sind auch die Gründer des Unternehmens Stephan Schäfer und Jonas Köller. Die Firma wirbt auf ihrer Homepage mit „Intelligenten Immobilien Investments“ und versprach ihren Anlegern Medienberichten zufolge rund 12 Prozent Zinsen. Viele Millionen Euro investierten Kleinanleger in diese vielversprechend erscheinenden Anlagefonds – und sahen meist keinen Cent des Geldes wieder. Betroffen sein sollen nach Angaben der Frankfurter Staatsanwaltschaft tausende Anleger.

Schneeballprinzip statt seriöser Anlagen

Die Firma operierte dabei nach dem sogenannten Schneeballprinzip. So wurden, um die Ansprüche älterer Anleger zu befriedigen und nicht aufzufliegen, immer neue Investoren angeworben. Statt das Geld wie versprochen in real existierende Immobilien zu investieren, haben die Beschuldigten wohl in erster Linie ihren Lebensstil damit finanziert. So soll der Fuhrpark des Unternehmens Berichten zufolge gleich aus einer ganzen Reihe an Luxuswagen bestanden haben. Die Firmengründer waren außerdem wohl für ihre großspurigen Auftritte auf Partys und Prominentenevents bekannt. Hinter dem Konzept der Firma standen offensichtlich also weniger „gute Ideen und harte Arbeit“, wie auf der Homepage der Firma zu lesen, als zweifelhafte Geschäftspraktiken.

Gelder sind wahrscheinlich längst „versickert“

Dabei ist es unwahrscheinlich, dass die Anleger ihr Geld je wiedersehen. Die Gelder sind nach Vermutungen der Staatsanwaltschaft längst in das Eigentum verbundener Unternehmen geflossen und Familienangehöriger sein. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass ein ganzes Netzwerk an Personen in den Fall verwickelt ist. Dazu sollen Angehörige, Rechtsanwälte und Notare gehören.

Verdacht besteht schon länger

Ganz überraschend kam die Großrazzia jedoch nicht. So berichtete das „managermagazin“ bereits im November 2012 über die dubiosen Methoden der Firma. Bemerkenswert ist allerdings der Personalaufwand, mit dem die Staatsanwaltschaft gegen die Betrüger vorging: Insgesamt waren 1.200 Ermittler bundesweit im Einsatz, allein in Frankfurt wurden 30 Polizeifahrzeuge eingesetzt. Wie ein Augenzeuge gegenüber „spiegel online“ berichtete, hatten die Beamten sogar einen Rammbock dabei.

Das volle Ausmaß des Skandals lässt sich momentan noch nicht genau beziffern. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft handelt es sich um einen dreistelligen Millionenbetrag, der veruntreut wurde. Sichergestellt wurden bei der Razzia 100 Millionen Euro.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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