Energie | Verbraucher 10 Tipps, damit der Stromtarifwechsel nicht zum Reinfall wird

22. Februar 2013 | von
haken Augen auf beim Stromanbieterwechsel - worauf Sie unbedingt achten sollten. Foto: Claudia Hautumm / PIXELIO

Gerade in Zeiten, in denen die großen Stromanbieter die Preise gerne mal um 15 Prozent erhöhen, sind sie gefragt wie nie: Vergleichsportale für Stromtarife. Die Stiftung Warentest warnt jetzt allerdings vor Fallstricken beim Tarifwechsel. Getestet wurden 10 große Portale – keines davon schnitt mit der Note „gut“ ab.

Vorsicht ist bei allen Tarifrechnern geboten, denn auf den oberen Plätzen landen fast immer Anbieter mit unfairen Bedingungen. Der Grund dafür sind die Voreinstellungen, die bei den meisten Rechnern z. B. einmalige Bonizahlungen in die Strompreisberechnung einfließen lassen.

Wer beim Strom wirklich sparen und nicht vom Regen in die Traufe geraten möchte, sollte deswegen genau hinschauen beim Anbieterwechsel. Stiftung Warentest hat auf der Basis der Test-Ergebnisse eine Liste der Punkte zusammengestellt, die es vorab zu prüfen gilt:

1. Zunächst sollte geprüft werden, wie lange die Vertragslaufzeit ist. Länger als 12 Monate sollten sich Kunden grundsätzlich nicht binden, und beispielsweise auf Preiserhöhungen reagieren zu können.

2. Vorsicht geboten ist auch, wenn Vorauszahlungen verlangt werden. In der Vergangenheit ist es zu Insolvenzfällen der Anbieter gekommen. Die Verbraucher, die die Stromkosten meist für ein Jahr vorstrecken, sehen ihr Geld bei einer Zahlungsunfähigkeit des Anbieters oft nicht wieder.

3. Auch von sogenannten Pakettarifen rät die Stiftung Warentest ab. Bei solchen Tarifen wird eine fixe Zahl an Kilowatt¬stunden gekauft. Wird weniger verbraucht, bekommt der Kunde kein Geld zurück, verbraucht er aber mehr, muss weiterer Strom zu meist teureren Konditionen zugekauft werden.

4. Auch von einmaligen Bonizahlungen sollten sich Verbraucher nicht locken lassen. Diese drücken die Kosten zwar im ersten Jahr, auf Dauer ist der Strom jedoch oft wesentlich teurer, als beim Rechner angegeben.

5. Auch wer eine Kaution an den Stromanbieter zahlen muss, sollte skeptisch sein. Diese sind grundsätzlich unüblich.

6. Wo Öko draufsteht, ist nicht immer Öko drin: Wer Sicherheit haben will, schaut deswegen auf zertifizierte Labels wie Ok-Power oder Grüner Strom.

7. Wichtig ist auch bei den Voreinstellungen den aktuellen Tarif einzustellen. Der Stromtarifrechner kann nur so berechnen, was tatsächlich gespart werden kann.

8. Besonders die erstplatzierten Anbieter sollten genau unter die Lupe genommen werden. Wie oft bei besonders günstigen Angeboten gibt es hier einen Haken.

9. Grundsätzlich gilt, dass Stromtarifrechner zwar eine gute Übersicht über die verfügbaren Tarife geben können, es dem Kunden jedoch nicht abnehmen sich genau mit den Vertragsbedingungen auseinander zu setzten.

10. Wenn Auffälligkeiten beim Tarif bemerkt werden, sollten Zusatzinformationen eingeholt werden. Oft publizieren Kunden, die bereits Erfahrungen gemacht haben, ihre Meinung in Internetforen. Natürlich kann auch beim Anbieter selber nachgefragt werden.

Die getesteten Anbieter unter denen sich u.a. auch große Portale wie Verivox, Check24 und Toptarif befinden, reagierten bereits auf die im Schnitt eher schlechten Testergebnisse. So zeigte sich beispielsweise das Berliner Vergleichsportal TopTarif.de einsichtig und gestand einen großen Informations- und Diskussionsbedarf in der gesamten Branche ein.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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Ein Kommentar zu 10 Tipps, damit der Stromtarifwechsel nicht zum Reinfall wird

  1. martin sagt:

    Wichtige Tipps um nicht unnötig zahlen zu müssen. Bei so vielen Anbietern sollte man sich die Zeit nehmen und den besten für sich aussuchen! Toll, dass auch eine Reaktion der Unternehmen zu beobachten ist!

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