Bauen | Modellprojekte Geförderte Bauprojekte für barrierefreies Wohnen

22. Februar 2013 | von
Barrierefreies Wohnen in Hamburg In Hamburg steht eines der vom Bund geförderten Modellprojekte für barrierefreies Wohnen. Foto: clearlens-images / PIXELIO

Auch im Alter soll es allen Menschen in Deutschland möglich sein, selbstständig und selbstbestimmt zu leben. Dafür ist eine auf sie abgestimmte, barrierefreie Umgebung nötig, ob im Pflegeheim oder in den eigenen vier Wänden. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat daher Programme entwickelt, die Bauprojekte im Bereich der Alten- und Behindertenpflege unterstützen.

Eines davon ist das Modellprogramm „Neues Wohnen – Beratung und Kooperation für mehr Lebensqualität im Alter“, in dessen Rahmen aus rund 30 Bewerbungen sieben Projekte ausgewählt worden sind. Das Ziel des Programms ist es, umfassende Informationen über die Gestaltung altengerechter Wohnangebote zu vermitteln, dabei die Wahlmöglichkeiten der Menschen zu verbessern und die Altenhilfe zukunftssicher zu gestalten. Außerdem sollen neue Bündnisse etwa zwischen Bausparkassen, Handwerk, Altenhilfe und Kommunen erprobt werden.

Mehr Lebensqualität in den eigenen vier Wänden

So nennt sich etwa eines der Projekte „Modellquartier Großstadt“, an dem die Stadt Hamburg und das Bezirksamt Hamburg Mitte beteiligt sind. Es hat zum Ziel, das Leben und Wohnen älterer Menschen in einem typischen großstädtischen Umfeld zu verbessern und dabei unter anderem Angebote in der Nachbarschaft sowie Dienstleistungen zu mobilisieren und außerdem ältere Menschen bei längeren Wegstrecken durch Hilfe bei Mobilität und Nahverkehr zu unterstützen. Weiterhin soll im Rahmen des Großstadt-Projektes ein besseres Sicherheitsgefühl in Freiflächen und Grünanlagen der Stadt geboten werden.

Das Ministerium informiert über verschiedene Modelle.

Das Ministerium informiert über verschiedene Modelle. Foto: Screenshot http://www.baumodelle-bmfsfj.de/

Auch für Kleinstädte wurde ein Modell entwickelt, das für mehr Lebensqualität im Alter sorgen soll und vom Bund gefördert wird. Im Projekt „Modellquartier Kleinstadt“ soll das Leben älterer Menschen in einer typischen kleinen bis mittelgroßen Stadt verbessert werden, beteiligt sind die sächsische Genossenschaft „Lebensräume Hoyerswerda“ sowie die Initiative „Mitarbeiterbeteiligung – Partnerschaft in der Wirtschaft“. Die Planung dieses Projektes geht in eine etwas andere Richtung als das Großstadt-Pendant: Negative Umstände in Ostdeutschland sollen offensiv angegangen werden, wie der Bevölkerungsrückgang, gravierende Alterung und zunehmender Gebäudeleerstand. Durch die Genossenschaft in Kooperation mit den Mitarbeitern von Betrieben soll ein problematisches Quartier aktiv gestaltet und vitalisiert werden. Ein weiteres Auswahlprojekt des Programmes nennt sich „Modellquartier ländliche Region“ und zielt entsprechend auf die Verbesserung der Lebensqualität älterer Menschen in einer typischen ländlichen Struktur ab. Beteiligt sind die Stadt Garbsen und die Region Hannover, die das Projekt hauptsächlich auf Netzwerkarbeit aufbauen. Dabei sollen Wohnen und Pflege verbunden und Barrieren abgebaut werden.

Die Zukunft des Altenheimbaus

Neben dem Modellprogramm, das sich um die Lebensqualität älterer Menschen in den eigenen vier Wänden kümmert, fördert das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend außerdem Projekte im Bereich Altenheimbau. Dabei wird Wert gelegt auf innovative Technik, Infrastruktur und bauliche Gestaltung, damit für eine qualitativ gute und effektive Hilfe und Betreuung älterer Menschen gesorgt werden kann.

Eines der besonders interessanten Projekte ist die “andersWOHNEN eG” in Nürnberg. Im Gebäudekomplex wohnen Senioren und Alleinerziehende mit Kindern unter einem Dach, um gegenseitig voneinander zu profitieren. Zwar haben beide Gruppen häufig die gleichen Probleme wie finanzielle Engpässe, soziale Abgrenzung und sinkenden Lebensstandard, dem gegenüber stehen jedoch ganz individuelle Möglichkeiten: Alleinerziehende haben durch die vielfältigen Herausforderungen Probleme mit dem Zeitmanagement, während Senioren oft eine erfüllende, verantwortungsfolle Aufgabe fehlt. Die andersWOHNEN eG bringt beide zusammen zum beiderseitigen Profit. Damit niemand überfordert wird, erhalten die Bewohner professionelle externe Unterstützung.

Das Bundesministerium hat deshalb die Modellreihe „Das intelligente Heim – Ablaufoptimierung, kurze Wege, Entbürokratisierung“ initiiert, welche aufzeigen soll, wie die Altenhilfe auch in Zukunft auf möglichst hohem Niveau gesichert werden kann. Aus 65 Bewerbungen wurden elf Einzelprojekte ausgewählt, die sich, so beschreibt es das Ministerium, durch „mutige Formen des Technikeinsatzes“, etwa in den Bereichen Pflegedokumentation, Kommunikation und Gebäudetechnik, auszeichnen. Dabei werden neue Formen des Wohnens, speziell entwickelte technische Hilfen für Menschen mit einer Demenzerkrankung sowie Erkenntnisse des modernen „Smart Homes“ einbezogen.

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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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