Wohnen | Förderprogramme Wie der Bund Barrierefreiheit fördert

25. Februar 2013 | von
Der Bund fördert Barrierefreiheit. Der Bund fördert Barrierefreiheit und barrierefreies Umbauen. Foto: Rainer Sturm / PIXELIO

Ein selbst bestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden – das ist der Wunsch vieler älterer Menschen und das Ziel mehrerer Projekte und Initiativen des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend rund um das Thema „Zuhause im Alter – Soziales Wohnen“.

Mithilfe von Förderprogrammen soll es Senioren ermöglicht werden, in barrierefreien Wohnungen selbstständig den Alltag zu meistern. Und das ist wichtig, denn mehr als 50 Prozent der Senioren halten sich nach Angaben des Ministeriums mindestens 20 Stunden pro Tag in ihrer Wohnung auf. Damit diese auch auf die individuellen Bedürfnisse der älteren Bewohner abgestimmt und barrierefrei gestaltet werden, gibt es das Förderprogramm „Soziales Wohnen im Alter“, das den Betroffenen die Möglichkeit geben soll, in ihrer vertrauten Wohnumgebung zu bleiben und auch im Fall von Krankheit oder Pflegebedürftigkeit nicht in ein Pflegeheim umziehen zu müssen.

„Soziales Wohnen im Alter“

Das Bundesfamilienministerium fördert derzeit bundesweit 35 Projekte unter der Beschreibung „Nachbarschaftshilfe und soziale Dienstleistungen“, die es zum Ziel hat, älteren Menschen eine bessere Unterstützung und Versorgung in ihrem Wohnumfeld zu ermöglichen. Herzstück des Programms sind Netzwerke, die sowohl aus Familienangehörigen, Nachbarn und freiwillig Engagierten sowie auch aus Fachkräften bestehen und dadurch hilfreiche Unterstützung auf viele verschiedene Personen verteilen. Ein weiterer Teil des Förderprogramms ist außerdem der Wettbewerb „Technikunterstütztes Wohnen“, der den Alltag durch einfach zu handhabende Wohnungstechnik erleichtern soll. In diesem Rahmen wurden zum Beispiel Lösungen gefunden wie die zentrale Steuerung von Wohnungsfunktionen wie Heizung und Jalousien oder auch der Elektroherd, der sich von allein abschaltet, sobald er nicht mehr benötigt wird. Die Sieger des Wettbewerbes erhalten bei der Umsetzung ihrer Idee eine finanzielle Unterstützung.

Grafik: Verteilung der Altersgruppen

Demografische Entwicklung

Angenommene prozentuale Entwicklung der Altersgruppen bis 2060. Datenbasis: Statistisches Bundesamt

Zusätzlich setzt das Programm im Handwerkerbereich an, um barrierefreies Bauen zu fördern. Die Initiative „Qualifizierung des Handwerks“ wird gemeinsam mit dem Zentralverband des Deutschen Handwerks durchgeführt und zielt darauf ab, Kompetenz- und Qualitätszentren aufzubauen, in denen sich Handwerker speziell für das altersgerechte Bauen und Wohnen schulen lassen können. Weiterhin hat das Bundesfamilienministerium den Wettbewerb „Altersgerecht Bauen und Wohnen – Barrierefrei, quartierbezogen, integrativ“ ausgeschrieben, der sich an Studenten richtet. Im zweistufigen Wettbewerbsverfahren befindet sich auch eine Phase semesterbegleitender Projektarbeit. Die bestplatzierten Arbeiten werden vom Bundesfamilienministerium schließlich mit Preisgeldern in Höhe von insgesamt 50.000 Euro belohnt.

„Wohnen für (Mehr-)Generationen“

Viele Senioren bevorzugen es, mit Menschen zusammenzuwohnen, um der Vereinsamung im Alter entgegenzuwirken – es kann daher sehr erfrischend für sie sein, mit mehreren Generationen unter einem Dach zu leben. Fast die Hälfte der Menschen über 50 Jahren interessiert sich für solche gemeinschaftlichen Wohnformen für ihr Leben im Alter, so heißt es beim Bundesfamilienministerium. Mit dem Programm „Wohnen für (Mehr)Generationen“ fördert das Ministerium aktuell 30 gemeinschaftliche Wohnprojekte, die mit Hilfe unabhängiger Sachverständiger aus einer Vielzahl von Bewerbungen ausgewählt wurden und sich durch eine barrierefreie Bauweise auszeichnen.

„Altersgerecht umbauen“

Für Menschen, die ihre Wohnung nicht verlassen möchten, sondern planen, sie für das Alter barrierefrei umzubauen, gibt es bei der KfW-Bankengruppe die Möglichkeit, im Rahmen des Programms „Altersgerecht umbauen“ Darlehen für Modernisierungsmaßnahmen zur Beseitigung oder Verringerung von Barrieren in bestehenden Wohnungen aufzunehmen. Genutzt werden können diese beispielsweise für den Einbau eines Treppenlifts oder Aufzugs, Rampen für einen leichteren Zugang zum Haus oder Umbauten in Bad und Küche.

Themenmonat Barrierefreiheit 

Dieser Artikel ist Teil des Themenmonats Barrierefreiheit. Weitere Artikel zum Thema finden Sie hier.



Artikel bewerten und teilen:
VN:F [1.9.19_1165]
0

Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
Dieser Beitrag wurde unter Wohnen abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title="" rel=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>