Wohngeld: Mieterbund fordert Erhöhung

25. Februar 2013 | von
Wohngeld Diskussion um die Höhe des Wohngeldes. Mieterbund fordert 10 Prozent mehr. Foto: Thorben Wengert / PIXELIO

Die Zahl jener Haushalte, die aktuell Wohngeld beziehen, ist um 10 Prozent gesunken. Der Deutsche Mieterbund (DMB) nimmt dies zum Anlass, mehr Wohngeld zu fordern. Auch die Mehrheit der Bundestags und Bundesrats-Parteien teilt dieses Anliegen. Gute Aussichten also für eine Wohngeldverbesserung.

Aktuelle Erhebungen des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass die Zahl der Wohngeldempfänger 2011 gegenüber dem Vorjahr deutlich gesunken ist. Nur noch 700.000 Haushalte wurden unterstützt, das sind rund 10 Prozent weniger als noch ein Jahr zuvor.

Rückgang der Bezieher auf Streichung der Heizkostenzulage zurückzuführen

Grund für die Entwicklung ist nach Einschätzungen des Statistischen Bundesamtes und des Mieterbunds nicht etwa, dass weniger Haushalte dieser Hilfe bedürfen, sondern, die Streichung der Heizkostenzulage. So waren 2010 noch mehr Haushalte berechtigt, Wohngeld zu beziehen. Gleichzeitig ziehen die Mieten derzeit vielerorts stark an – für den Mieterbund ein diametrales Verhältnis. Es könne nicht sein, dass für einkommensschwächere Haushalte mit einem Haushaltsnettoeinkommen bis 1.300 Euro die Wohnkostenbelastung mittlerweile auf über 45 Prozent geklettert sei, gleichzeitig aber die Zahl der Wohngeldempfänger zurückgehe und die Wohngeldansprüche sinken. Das Wohngeld wird dabei aus Bundesmitteln finanziert und ist dazu gedacht einkommensschwache Haushalte zu unterstützen.

Mieterbund fordert, einkommensschwache Haushalte wieder stärker zu fördern

Über 90 Prozent aller Haushalte, die Wohngeld beziehen, sind Mieterhaushalte. Diese erhalten im Durchschnitt mit 114 Euro, der Durchschnitt bei den Eigentümern liegt mit im Schnitt 142 Euro darüber. Über die Hälfte der Unterstützten sind außerdem Einpersonenhaushalte (56 Prozent).

Bedürftige seien z. B. oft Rentner mit einem Einkommen unter 600 Euro. Es seien diese einkommensschwachen Haushalte, die am stärksten unter steigenden Miet- und vor allem steigenden Energiepreisen leiden würden, sagt Mieterbund-Präsident Rips und fordert die Politik dazu auf, diese Haushalte zu unterstützen. Angesichts der aktuellen Miet- und Energiepreisentwicklung fordert der Mieterbund konkret, die Fehlentscheidung die Heizkostenkomponente zu streichen zu korrigieren und die Verschlechterungen für Wohngeldempfänger wieder rückgängig zu machen – was bedeutet, die Energiekosten wieder in die Berechnung mit einzubeziehen. Dem Mieterbund schwebt dabei eine Wohngelderhöhung um 10 Prozent vor.

wohngeld

Quelle: destatis.de

Politische Mehrheit theoretisch vorhanden

Auch SPD, die Grünen und die Linke fordern eine solche Erhöhung bzw. die Rückgängigmachung der Streichung des Heizkostenzuschlags. Sowohl im Bundestag als auch im Bundesrat gäbe es deshalb eine Mehrheit für das Vorhaben. In den kommenden Wochen wird sich zeigen, ob sich noch vor der Bundestagswahl in Sachen Wohngeld etwas ändert oder vorerst alles beim Alten bleibt.




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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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