Wohnen | Barrierefreies Wohnen Die Wohnung gestalten: Das barrierefreie Bad

26. Februar 2013 | von
Barrierefreies Bad So kann das Badezimmer barrierefrei gestaltet werden. Foto: HEWI Heinrich Wilke GmbH

Wohnräume ohne Hindernisse sind essentiell für körperlich eingeschränkte Menschen. Dazu gehören häufig Senioren sowie auch Rollstuhlfahrer. Besonders letztere sind auf eine absolut barrierefreie Umgebung angewiesen, um so selbstbestimmt wie möglich leben zu können.

Sehr wichtig ist das unter anderem im Badezimmer, der Raum, in dem Privatsphäre so sehr gewünscht wird wie nirgendwo sonst, und wo heutzutage mit einigen Maßnahmen in Sachen Barrierefreiheit viel getan werden kann. So wird sichergestellt, dass der Betroffene ohne fremde Hilfe alles im Bad machen kann, was auch Nichtbehinderten möglich ist.

DIN regelt Gestaltung des Barrierefreien Badezimmers

Barrierefreie Waschtische.

Barrierefreie Waschtische. Foto: HEWI Heinrich Wilke GmbH

Festgelegt sind die Bedingungen eines barrierefreien Badezimmers in Deutschland in einer Norm, der DIN 18040. Diese schreibt vor, dass ein Bad – so wie auch alle anderen Räume der Wohnung – bei Nutzung eines Rollstuhls eine Bewegungsfläche von mindestens 150 mal 150 Zentimetern haben muss, um als barrierefrei zu gelten. Bei Personen mit Rollator gilt, damit Drehen und Wenden problemlos möglich sind, eine Fläche von 120 mal 120 Zentimetern. Diese muss so geplant werden, dass Toilette, Waschbecken und Dusche oder auch Badewanne problemlos angefahren werden können. Weiterhin ist ein individuell angepasstes Waschbecken notwendig, das für Rollstuhlfahrer nicht zu tief, allerdings auch nicht zu hoch aufgehängt werden darf, damit es noch benutzbar ist. Die DIN gibt hierfür eine Maßeinheit von 80 Zentimetern an, die im Normalfall nicht überschritten werden sollten. Besonders praktisch sind höhenverstellbare Waschtische, die es ermöglichen, dass sich verschiedene Nutzer des Badezimmers das Becken auf ihre Wunschhöhe einstellen können. Sehr sinnvoll ist außerdem ein Haltegriff direkt neben dem Waschbecken, der dem bewegungseingeschränkten Nutzer eine hilfreiche Stütze bietet.

Privatsphäre wichtig

Barrierefreies WC

Barrierefreies WC. Foto HEWI Heinrich Wilke GmbH

Besonders der Gang auf das WC soll von in ihrer Mobilität eingeschränkten Menschen nach Möglichkeit alleine begangen werden. Deshalb ist es zum Beispiel für Rollstuhlfahrer wichtig, dass sie sich selbständig auf den WC-Sitz begeben können – dieser muss sich also auf jeden Fall in der richtigen Höhe befinden. In der DIN wird diese mit 46 bis 48 Zentimetern angegeben, doch letztendlich muss die Höhe individuell festgelegt werden, je nach Größe von Rollstuhl und Person. Viele Hersteller bieten zudem moderne WC-Lösungen, bei denen mit einem einfach zu betätigen Schalter in seitlich angebrachten Griffen die Spülung ausgelöst wird. So haben Rollstuhlfahrer oder Gehbehinderte einen möglichst geringen Bewegungsaufwand.

Was das Duschen oder Baden angeht, so ist mit modernen Sanitärlösungen im barrierefreien Bad beides möglich. Besonders bodengleiche Duschen sind einfach zu erreichen, da sie keine hinderlichen Stufen enthalten – mittlerweile finden sie sich sogar in vielen, nicht einmal auf Barrierefreiheit ausgelegten Luxusbädern. Vollständig behindertengerecht ist die Dusche schließlich, wenn außerdem ein Wandstützgriff und ein Sitz montiert werden. Bei Letzterem eignet sich entweder ein platzsparender Klappsitz, der an die Wand geschraubt wird, oder ein komfortabler Duschstuhl mit Rückenlehne und Armstützen. Auch in der Dusche gilt es außerdem, die von der DIN festgelegten Bewegungsflächen zu beachten.

Themenmonat Barrierefreiheit 

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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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Ein Kommentar zu Die Wohnung gestalten: Das barrierefreie Bad

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