Ratgeber | Barrierefreiheit im Alltag Dienstleistungen barrierefrei gestalten

28. Februar 2013 | von
barrierefreie Dienstleistungen Wie Dienstleistungen barrierefrei gestaltet werden können. Foto: Rainer Sturm / PIXELIO

Damit körperlich eingeschränkte Menschen ihren Alltag genauso meistern können wie gesunde, ist es wichtig, dass nicht nur ihre Wohnumgebung oder die Infrastruktur barrierefrei gestaltet ist, auch im Dienstleistungssektor muss auf die Bedürfnisse der Betroffenen eingegangen werden. Wer einkaufen geht oder Freizeitangebote wahrnimmt, hat im Idealfall die Möglichkeit, das ohne fremde Hilfe zu tun. Ein wachsender Teil der Anbieter des Dienstleistungssektors hat sich inzwischen auf die Bedürfnisse behinderter Menschen eingestellt, in vielen Bereichen besteht allerdings noch Handlungsbedarf.

Tourismusbranche ist Vorreiter

Als beispielhaft ist etwa die Tourismusbranche zu nennen, die immer mehr auf die Zielgruppe ausgerichtete Reisen anbietet. Neben geeigneten Freizeitangeboten gehören dabei oft auch Transfer und Pflege zum Programm. Die Nachfrage ist groß und das Geschäft boomt – das stellen immer mehr Anbieter fest und präsentieren sich daher auf Veranstaltungen wie der Internationalen Tourismusbörse in Berlin, die auch in diesem Jahr wieder im März stattfindet. Zum zweiten Mal gibt es in diesem Rahmen den „Tag der Barrierefreiheit“, an dem körperlich eingeschränkten Menschen gezeigt wird, wie auch sie einen unbeschwerten Urlaub mit passendem Service und Pflegeangeboten verbringen können.

Einzelhandel hat Nachholbedarf

Auch im Alltag muss es mobil eingeschränkten Menschen möglich sein, sich so frei wie möglich zu bewegen, etwa beim Erledigen von Einkäufen. Wichtig ist dazu beispielsweise ein stufenloser Zugang zu Geschäften, etwa durch mobile Rampen, die abends wieder abgebaut werden können. So kommen Rollstuhlfahrer oder Eltern mit Kinderwagen problemlos in den Laden. Sollte das Geschäft für das Anbringen einer Rampe nicht geeignet sein, ist eine Klingel an der Eingangstür eine praktische Möglichkeit für Rollstuhlfahrer auf sich aufmerksam zu machen. Vom Personal kann dann gegebenenfalls Hilfestellung geleistet werden.

Voraussetzung für Barrierefreiheit sind außerdem ausreichend breite Türen sowie Bewegungsflächen und die Markierung gefährlicher Stufen oder Glastüren. Generell sollten Menschen mit Seh- und Hörbehinderung Orientierungsmöglichkeiten sowie allen Menschen mit Behinderung nach Bedarf personelle Unterstützung geboten werden. Inzwischen haben sich auch weitere Dienstleistungsanbieter wie Banken auf die Bedürfnisse eingeschränkter Menschen eingestellt. Sie statten beispielsweise ihre tiefer gelegten Geldautomaten mit Braille-Tasten und Sprachausgabe aus, damit ihr Service allen zugänglich ist. Für barrierefreie Automaten wird sich bundesweit eingesetzt und in immer mehr Filialen sorgen Funktionen zum Beispiel für Hör- und Sehbehinderte oder auch Rollstuhlfahrer für eine einfachere Bedienung.

Themenmonat Barrierefreiheit 

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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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