Bauen | Günstige Mieten Wohnungsbau: In NRW sollen Altbauten aufgepäppelt werden

5. März 2013 | von
Wohnungsbau: In NRW sollen Altbauten aufgepäppelt werden. Foto: Rainer Sturm  / PIXELIO Wohnungsbau: In NRW sollen Altbauten aufgepäppelt werden. Foto: Rainer Sturm / PIXELIO

Nordrhein-Westfalen benötigt mehr bezahlbaren Wohnraum. Ein eigens dafür ins Leben gerufene Bündnis will unter anderem Altbauwohnungen modernisieren.

Sanierter Wohnraum ist für viele Menschen inzwischen fast unbezahlbar geworden. In NRW hat sich daher das „Bündnis für Wohnen“ zusammengeschlossen, das sich für den Bau und den Erhalt von preiswerten Wohnungen einsetzt. Es gelte auch, auf die verschiedenen Umstände auf dem Markt einzugehen, sagt Michael Groschek (SPD), NRW-Bauminister in der „Welt“. In Städten wie Düsseldorf, Köln und Aachen sei Wohnraum knapp und teuer, während im Ruhrgebiet mit Leerstand gekämpft wird.

Das sei jedoch nicht das einzige Problem meint der Verbandsdirektor der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (VdW), Alexander Rychter, gegenüber dem „General Anzeiger“. Durch die strengen Regelungen zur energetischen Sanierung sei das Land dabei, preiswerte Wohnungen regelrecht wegzusanieren. Für 2014 seien sogar weitere Verschärfungen der Verordnung geplant, wodurch die Mietpreise fünf Prozent in die Höhe klettern würden, bemängelt Rychter. Seit 2007 sind die Kosten für den Bau von Wohnungen bereits um 30 Prozent angestiegen.

Im Bündnis gegen unbezahlbare Mieten

Das „Bündnis für Wohnen“ aus dem Land Nordrhein-Westfalen und der VdW sieht eine ihrer größten Aufgaben in der Sanierung der Altbauten. Es gehe nicht nur darum diese energieeffizienter zu sanieren, erklärt Groschek der „Welt“, sondern vor allem müssten sie auch altersgerecht werden. Dieses Vorhaben kostet Geld, was auch die Eigentümer der Anlagen vor Probleme stellt. Laut dem Verband Haus & Grund gehören etwa 60 Prozent der Mietwohnungen in NRW Einzeleigentümern, die zu einem großen Teil schon älter sind und daher keine Kredite mehr bekämen.

Das Land stellt zwar 800 Millionen Euro für die Wohnraumförderung zur Verfügung, aber damit sollen vor allem Neubauprojekte finanziert werden. Im letzten Jahr betrug die Wohnraumförderung noch fast eine Milliarde Euro. Laut Groschek müsse daher abgewogen werden, inwieweit es sich finanziell lohnt, Altbauten zu modernisieren. In einigen Fällen sei ein Abriss mit nachfolgendem Neubau die bessere Alternative. Dabei müsse jedoch beachtet werden, dass der Wohnraum bezahlbar bleibt. Gerade ältere Menschen wollen in ihrer Umgebung bleiben. Werden ihre Wohnhäuser abgerissen, brauchen sie einen preiswerten Ersatz.

Bis 2030 werde der Anteil der über 80-jährigen in NRW um 34 Prozent ansteigen erklärt Martin Dornieden vom Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen dem „WDR“. Hier sei es wichtig Wohnungen zu errichten, die sich den Bedürfnissen dieser Menschen anpassen. Einerseits müssten sie preiswert sein, andererseits müssten die Barrieren, die sich zur Zeit noch immer in den meisten Altbauwohnungen befänden, beseitigt werden.

Positive Stimmen aus der Politik

Auch die CDU begrüßt die Pläne des Bündnisses. Wichtig sei der Opposition jedoch, dass es nicht bei Worten und Plänen bliebe, sondern es müsste wirklich etwa getan werden sagt Unionspolitiker Bernhard Schemmer in der „Rheinischen Post“.

Das Bündnis hat sich selbst die Auflage erteilt, alle sechs Monate über ihre Fortschritte zu berichten. Der größte Bedarf an Modernisierungsmaßnahmen findet sich zurzeit im Ruhrgebiet. Dort stehen viele Wohnungen leer, unter anderem auch, weil sie weder barrierefrei noch energieeffizient sind.

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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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