Mieten | Mietpreise Licht und Schatten bei Hamburgs Mietpreisen

12. März 2013 | von
Wohnen an der Alster Licht und Schatten bei Hamburgs Mietpreisen. Foto: Kurt Hochrainer / PIXELIO

Neben München und Berlin gehören die Mietpreise in der Hansestadt Hamburg zu den teuersten in Deutschland. Doch eine aktuelle Studie zeigt, dass der Hamburger Mietmarkt gespalten ist.

Die Viertel rund um das Hamburger Zentrum traf es als Erstes: Steigende Mieten und Wohnungsknappheit sind hier seit Längerem zu beobachten. Inzwischen sei es in den beliebten Lagen wie etwa an der Alster fast unmöglich, eine Wohnung zu finden, betont Frank Stolz, Leiter Neubau des Immobiliendienstleisters Grossmann & Berger, in dem von ihm verfassten Bauträgermarktbericht. Daher müssten immer mehr Einwohner auf zentrumsferne Stadtteile ausweichen. Die Preise lägen dort noch unter dem hohen Niveau der Innenstadt.

In den populären Vierteln gibt es laut Bericht kaum noch bebaubare Flächen, was die Ausweitung in die bisher weniger begehrten Viertel begünstigt. Bisweilen wurden die Außenbezirke Hamburgs von den Wohnungssuchenden mehr oder weniger ignoriert, was sich im Mietspiegel der Stadt deutlich zeigt. Die enormen Preisanstiege sind nur eine Seite der Stadt, ist das Ergebnis einer aktuellen Analyse des RICS Professional Group Residential, die eigens für die Transparenzoffensive Immobilienwirtschaft durchgeführt wurde. Auf der anderen Seite finden sich Mietpreise, die sogar unter dem Mietspiegel liegen.

Für die Analyse wurden die Daten des Hamburger Mietspiegels ausgewertet sowie Angebotsmieten des Immobilienportals Immobilienscout24.

Die zwei Seiten Hamburgs

Der Hamburger Senat plant Neubauprojekte in der Innenstadt und Mietpreisdeckelungen bei Neuvermietungen, um den steigenden Preisen entgegenzuwirken. In den beliebten Vierteln wie etwa Eimsbüttel oder Winterhude liegen die aktuellen Mietpreise bei rund 11 Euro – 45 Prozent über dem Mietspiegelmittelwert. Dem entgegen finden sich Quadratmeterpreise zwischen sechs und sieben Euro in den weniger begehrten Stadtteilen Wilhelmsburg und Hamm-Süd – Preise, die unter den durchschnittlichen Preis von über acht Euro liegen.

Die Hamburger Mietpreise im Vergleich

Quelle: Transparnezoffensive Immobilienwirtschaft

Hamburg ist demnach in zwei Lager gespalten. Es zeigt sich, dass den Einwohnern die Lage oft wichtiger ist als der Preis. In beliebten Wohnvierteln konkurrieren teilweise bis zu 100 Bewerber um eine Wohnung, sagt Oliver Moll, Vorsitzender der RICS Professional Group Residential, in der Pressemitteilung zur Studie, während es in anderen Stadtteilen gerade einmal drei oder vier sind. Und das, obwohl dort die Mieten viel günstiger sind.

Hamburg ist, was seine Mietpreise angeht, in Ost und West gespalten. Im östlichen und südlichen Teil der Stadt gibt es ausreichend bezahlbaren Wohnraum. Es handelt sich bei diesen Immobilien aber hauptsächlich um Neubauten, die nach dem Zweiten Weltkrieg schnell errichtet wurden und als Arbeiterviertel gelten, erklärt Moll. Durch gebundene Mieten waren dort Modernisierungsmaßnahmen kaum möglich. Ganz anders hingegen westlich der Alster: Seit den 1960er Jahren wird dort quartiersweise modernisiert und nachgebessert – mit der Folge, dass Wohnungen in den dortigen Vierteln sehr begehrt sind.

Kein Wohnraummangel, aber Probleme

Es fehlt Hamburg laut der RICS Analyse also nicht an Wohnraum, sondern schlichtweg an attraktiven Wohnvierteln. Bei der politischen Debatte um die Mietpreissituation in Hamburg sollte dieser Aspekt nicht außer Acht gelassen werden. Um den Wohnungssuchenden langfristig zu helfen, bringe es nichts, nur an der Lage in den beliebten Vierteln zu arbeiten, sagt Jan Hebecker, Leiter der Transparenzoffensive Immobilienwirtschaft in der Pressemitteilung, die weniger begehrten Stadtteile müssten aufgebessert werden. Nur so lasse sich etwas an der angespannten Lage auf dem Hamburger Immobilienmarkt verbessern.

Themenmonat Mieternation Deutschland 

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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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