Geld / Finanzierung | Mietrecht Debatte über Maklergebühren

19. März 2013 | von
Hamburger Hafencity Besondern in Hamburg kämpfen Mieter mit horrenden Maklergebühren. Foto: Wimox / flickr.com / CC BY-SA 2.0

Auf das „Maklerparadies“ Deutschland könnten einige unangenehme Änderungen zukommen, von denen Mieter wiederum profitieren können: Maklerkosten sollen nicht mehr ausschließlich von den Mietern, sondern auch von den Vermietern getragen werden. Außerdem sollen Makler und Verwalter einer härteren Qualifikationskontrolle unterzogen werden, bevor sie ihre Gewerbeerlaubnis erhalten. Es sind Kosten, die viele von der Anmietung einer Wohnung abschrecken: Maklerprovisionen betragen in Deutschland oft mehr als das Doppelte der Kaltmiete – und wer diese nicht zahlt, hat in vielen Großstädten kaum noch Chancen, überhaupt eine Wohnung zu ergattern. Das soll sich aber jetzt ändern, zumindest wenn es nach einer Initiative der Stadt Hamburg geht. Diese fordert, dass der Makler künftig von demjenigen bezahlt wird, der ihn auch beauftragt hat – und das ist in den meisten Fällen der Vermieter. Dass der Vorschlag seinen Ursprung in Hamburg hat, kommt nicht von ungefähr: Die Situation auf dem Wohnungsmarkt ist hier so schlecht wie in kaum einer anderen deutschen Stadt. Gerade in begehrten Innenstadtlagen der Hansestadt wird es zunehmend schwerer, eine Wohnung zu finden. Laut „Spiegel Online“ geht der Hamburger Senat davon aus, dass etwa 40.000 Mietwohnungen derzeit fehlen. Damit sich Mieter nicht in Unkosten stürzen müssen für den Fall, dass sie eine Wohnung gefunden haben, sollen sie zumindest nicht mehr für die Maklerkosten aufkommen, sofern sie den Makler nicht auch selbst engagiert haben. Unterstützung kommt unter anderem vom Land Nordrhein-Westfalen. Normalverdiener könnten die Miete plus Provision oft kaum noch stemmen, wie NRW-Bauminister Michael Groschek (SPD) gegenüber „Spiegel Online“ bemerkte. Einige andere Bundesländer erklärten ebenfalls, dass sie dem Gesetzesvorhaben im Bundesrat zustimmen wollen. Und auch der Mieterbund begrüßt die Initiative: Es sei nur fair, dass derjenige, der die Dienstleistung bestelle, diese auch bezahle, fand Mieterbund-Sprecher Ulrich Ropertz, der sich gegenüber „MDR Info“ äußerte. Die Bundesregierung hat sich bislang nicht öffentlich zu dem Vorhaben der Initiative geäußert, lehnte eine entsprechende Reform zuvor jedoch ab.

Bessere Ausbildung der Makler und Verwalter gefordert

Generell soll sich im Maklergewerbe einiges ändern. So fordert der Immobilienverband Deutschland (IVD) eine härtere Qualifikationskontrolle für Makler und Verwalter, bevor ihnen eine Gewerbeerlaubnis erteilt wird. Der Grund: Die Aufgaben sowie die Verantwortung der Makler und Verwalter würden immer mehr steigen und seien in den letzten Jahren schließlich so umfangreich geworden, dass eine größere Kenntnis des Immobilienmarktes sowie mehr Kompetenz notwendig seien. War bisher die Erteilung einer Gewerbeerlaubnis als Voraussetzung für die Gründung eines Maklerbüros oder einer Immobilienverwaltung ausreichend, soll sich das jetzt ändern, zumindest wenn es nach dem IVD geht. Der Verband hat in den letzten Jahren mehrmals die gesetzliche Verankerung eines Sach- und Fachkundigkeitsnachweises gefordert – aus der Politik gab es diesbezüglich noch keine positive Resonanz. Weiterhin fordert der Verband, dass zukünftige Makler und Verwalter die Teilnahme an einem zertifizierten Lehrgang bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) vorweisen müssen – zusätzlich zur kaufmännischen Ausbildung sowie einschlägigen Branchenkenntnissen. Makler und Verwalter ohne Ausbildung sollten zudem mindestens fünf Jahre Berufserfahrung in der Branche haben und das IHK-Zertifikat vorweisen können, fordert der IVD. Diese Voraussetzungen seien notwendig, um einen besseren Verbraucherschutz zu gewährleisten.

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