Bauen | Kampf gegen steigende Mieten Die Baugemeinschaft – ein effektiver und kostengünstiger Weg zum Eigenheim

19. März 2013 | von
Haus im Bau Der Weg zum Eigenheim - für viele nur über eine Baugemeinschaft möglich. Foto: Rainer Sturm / PIXELIO

Das eigene Heim sollte am besten nicht zu teuer sein und in einer attraktiven Nachbarschaft liegen. Allerdings: Immer mehr Menschen können sich sowas alleine nicht leisten. Hier können Bauherrengemeinschaften Abhilfe leisten, die aufgrund der zahlreichen Vorteile immer mehr zum Trend werden. Zu diesen Vorteilen zählen vor allem die geringeren Baukosten sowie das hohe Maß an Einfluss auf Baugestaltung, Architektur, Baumaterialien und Ausstattung. Dabei sollte allerdings darauf geachtet werden, dass sich Gleichgesinnten zusammenschließen und diese sich im Groben über die Planung einig sind, denn nur so kann ein Gefühl der Zusammengehörigkeit und gegenseitiger Verantwortung entstehen. Von besonderem Interesse ist diese Idee für ältere Menschen, junge Familien und für sozial benachteiligte Personen, wie etwa behinderte Menschen, da diese in besonderem Maße von der Gemeinschaft profitieren können. Gelingen kann ein solches Projekt allerdings nur dann, wenn alle Beteiligten Hand in Hand arbeiten und auch Kompromissbereitschaft zeigen. Wer sich unsicher darüber ist, ob er sich wirklich einer Baugemeinschaft anschließen oder selbst eine gründen will, kann im Vorfeld bestehende Projekte besichtigen, sich mit den Bewohnern unterhalten und sich nach ihren Erfahrungen erkundigen. Entsprechende Kontaktadressen gibt es oft über das kommunale Wohnungsamt oder über eine Beratungsstelle für neue Wohnformen. Darüber hinaus werden von vielen Kommunen, Volkshochschulen und Kirchen Vorträge und Diskussionsveranstaltungen mit Fachleuten aus den Bereichen Architektur, Stadtentwicklung oder Finanzen organisiert.

Baugemeinschaft als Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)

Voraussetzung für eine Bauherrengemeinschaft ist eine Einigung über den Ablauf der gemeinsame Planung – dazu gehören Fragen wie der Standort des Hauses, die Finanzierung sowie der Zeitraum, in dem das Projekt realisiert werden soll. Nachdem sich die Bauherrengemeinschaft gefunden, und den Bau in groben Zügen geplant hat, geht es daran, die Planungen umzusetzen – dazu ist die Einbindung von Fachleuten notwendig. Die Planungsgemeinschaft ist dabei eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) im Sinne der §§ 705 ff. BGB. Spätestens mit der Gründung der Gemeinschaft sollte daher ein Gesellschaftsvertrag geschlossen werden, der Dinge wie den Ein- und Austritt von Mitgliedern, Beitragsfragen, das Bauprogramm sowie Regelungen zur Aufteilung der Kosten berücksichtigt. Obwohl die Bauherrengemeinschaft dabei bindende Vertragsverhältnisse eingeht, sollte jedem Mitglied die Möglichkeit geboten werden, sie jederzeit wieder zu verlassen. In diesem Fall sollte natürlich dafür Sorge getragen werden, dass alle bisher angefallenen Kosten trotzdem mitgetragen werden müssen und das ehemalige Mitglied der Gemeinschaft nur dann eine Ersatzzahlung erhält, wenn diese von einem Nachfolgemitglied wieder hereingebracht wird. Was die Finanzierung angeht, bringen die Mitglieder der Baugruppe im Regelfall mindestens Eigenkapital in Höhe ihres Anteils am Grundstück mit ein. Tritt ein Gesellschafter also zu einem späteren Zeitpunkt aus, wird der Bau nicht verzögert, da das zum Grundstückskauf benötigte Geld bereits eingezahlt wurde.

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