Bauen | Kampf gegen steigende Mieten Neubautätigkeit: Düsseldorf und Berlin starten Initiativen gegen Wohnungsmangel

19. März 2013 | von
Stadien eines Neubaus Neubautätigkeit: Düsseldorf und Berlin starten Initiativen gegen Wohnungsmangel. Foto: Kurt Michel / PIXELIO

Der Wohnungsmangel ist in einigen Großstädten zum Teil akut. Während die Bundesregierung noch immer im großen Stil über Lösungen debattiert, suchen Berlin und Düsseldorf nach Handlungskonzepten, die sofort greifen.

Vor allem in den Großstädten beherrschen hohe Mieten und Wohnungsmangel den Immobilienmarkt. So auch in Düsseldorf. Dort soll nun das Handlungskonzept „Zukunft Wohnen“ mit einer Quote für öffentlich geförderten Neubau Abhilfe schaffen. Einen Schritt weiter ist inzwischen die Bundeshauptstadt: In Berlin werden von dem Wohnungsunternehmen Degewo am Stadtrand neue Wohnungen errichtet. Der Tatendrang der beiden Städte könnte auch weitere deutsche Metropolen dazu inspirieren, sich stärker zu engagieren.

Bezahlbarer Wohnraum in Düsseldorf

Damit die Mieten in Düsseldorf bezahlbar blieben, müssten entweder preisgünstige Mieten oder aber eine Quote für öffentlich geförderte Wohneinheiten festgelegt werden, sagen die Experten, die das Konzept von „Zukunft Wohnen“ entwickelt haben. Konkret bedeutet dies nun, dass Neubauprojekte mit 100 Wohneinheiten 20 Prozent des öffentlich geförderten Wohnraums stellen sollen. Einzige Abschwächung ist, dass die Wohnlagen für die Quote nicht vorab festgelegt werden. Besonders begehrte Stadtviertel könnten davon ausgenommen werden – mit der Konsequenz, dass die Mieten dort weiter anziehen.

Eine Quote für geförderten Wohnbau allein reiche nicht aus, betonen die Autoren des Handlungskonzepts. Es müsse weiterhin Wohnungen mit gedeckelten Mieten geben. Vorgesehen ist hier, dass ebenfalls mindestens 20 Prozent der Neubauwohnungen über einen Zeitraum von zehn Jahren eine feste Kaltmiete von nicht mehr als zehn Euro pro Quadratmeter kosten. Von diesen Preisen würden vor allem Menschen mit einem mittleren Einkommen profitieren.

Nicht nur die Mieten werden gedämpft, auch der Quadratmeterpreis bei Eigentumswohnungen wird auf 2.500 Euro festgeschrieben. Dieser war anfangs mit 2.300 sogar noch etwas geringer und mit einem zusätzlichen Stellplatz für Käufer verbunden. Dieser Preis stellte sich bei genauer Betrachtung des Baukosten-Index als unrealistisch heraus. Jedoch soll sich der Preis grundsätzlich nach dem Index sowie dem aktuellen Zinsniveau richten, weswegen das Konzept mindestens alle drei Jahre überarbeitet werden soll.
An dem Konzept sind verschiedene Instanzen des Düsseldorfer Wohnungsmarkts beteiligt. Es wird noch in dieser Woche in einer Sondersitzung des Planungsausschusses, des Wohnungsausschusses und des Wirtschaftsförderungsausschusses vorgestellt und könnte richtungsweisend für andere Städte sein.

Berlin startet durch

Während in Düsseldorf noch über ein Handlungskonzept abgestimmt wird, geht die Bundeshauptstadt bereits dazu über, aktiv zu werden. Das Wohnungsunternehmen Degewo hat damit begonnen, am Stadtrand 52 neue Wohnungen zu bauen. Im Verlauf des Jahres sollen weitere Bauvorhaben folgen.

Das erste Projekt startet im südlichen Berliner Bezirk Marienfelde. Für das Unternehmen ist es das erste Neubauprojekt seit zehn Jahren. Es wurde Zeit, dass gehandelt wird, betont Degewo-Chef Frank Bielka in der „Berliner Zeitung“, denn überall würde nur über Wohnungsbau geredet werden. Er und sein Team hingegen wollten handeln. Bereits im nächsten Frühjahr soll das sechsgeschossige Mehrfamilienhaus fertig sein.
Die Quadratmeterpreise für die Wohneinheiten werden bei 7 bis 9,50 Euro liegen. Damit gehört das Projekt in Berlin nicht zum preiswerten, sondern eher zum mittleren Segment. Durch die Umzüge von Menschen mit einem angemessenen Einkommen sollen preisgünstige Wohnungen frei werden, erklärt Bielka. Dieses Verfahren wird auch als Sickereffekt bezeichnet, auf den Großstädte in Zukunft mehr setzen wollen.

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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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