Wohnen | Kampf gegen steigende Mieten Neue alte Strategie: Werkswohnungen gegen die Wohnungsnot

20. März 2013 | von
Berlin Siemensstadt Berlin Siemensstadt: ehemalige Siedlung der Siemens-Werke. Jetzt könnte das Konzept der Werkswohnungen neu aufleben. Foto: Doris Antony / wikimedia / cc-by-sa 3.0

Bis 2020 wollen die Stadtwerke München (SWM) mit 80 Millionen € den Bau von 500 Werkswohnungen in Stadtnähe finanzieren. Eigene Immobilien sollen den Stadtwerken helfen, Fachkräfte nach München zu locken. Bislang gestaltete sich dies aufgrund des dort herrschenden Wohnungsmangels als äußerst schwierig. Für das Anwerben von Fachkräften könnten betriebseigene und günstige Wohnung zukünftig ein echter Vorteil werden. Bisher sind acht Standorte für den Bau von Werkswohnungen vorgesehen, es sollen aber noch drei bis fünf weitere folgen. Besonders geeignet für das Bauvorhaben sind brachliegende Betriebsgelände. Die SWM betonen, dass die neu entstehenden Wohnungen nicht nur für die eigenen Mitarbeiter gedacht sind, sondern zum Teil auch auf dem freien Markt zum Kauf angeboten werden, um so das Projekt zu einem Teil finanzieren zu können. Die Planungen für die ersten Wohnungen sind laut SWM bereits größtenteils abgeschlossen und der Beginn der Bauarbeiten ist für 2014 vorgesehen Allerdings wird die Fertigstellung auf den unterschiedlichen Standorten wesentlich länger dauern, da die Baubeginne zeitlich verzögert liegen werden.

Zahlreiche Konzerne sperren sich vorerst noch

Viele Unternehmen hatten sich erst in den vergangen Jahren von ihren nicht mehr als zeitgemäß empfundenen Werkswohnungen getrennt und stehen somit einer Neuaufnahme der Investitionstätigkeit skeptisch gegenüber. Hoffnung bestehe aber dennoch: Der zunehmende Bedarf an Fachkräften im wirtschaftlichen Wachstumsgebiet München könnte die Konzerne zum Umdenken bewegen, so Reiter. Auch die Vorreiterrolle der SWM könnte andere Unternehmen dazu motivieren, ebenfalls wieder verstärkt in Wohnungen für die eigenen Mitarbeiter zu investieren.

Stadt München will Unternehmen unterstützen

Unterstützt wird der Vorstoß vom Wirtschaftsreferat der Stadt München. Der Wirtschaftsreferent Dieter Reiter (SPD) hatte bereits vor über einem Jahr in Zusammenarbeit mit dem Oberbürgermeister die Initiative zum Bau von Werkswohnungen vorangetrieben und die Unternehmen aufgefordert, künftig in den Bau von Wohnungen für die Mitarbeiter zu investieren. Auch SWM-Chef Bieberbach befürwortet den Vorschlag: Er selbst hätte oft genug mit ansehen müssen, wie gute Bewerber von der Wohnungsnot in München zurückgeschreckt sind. Zudem können sich die SWM als sozial engagiertes Unternehmen und städtischer Vorzeigebetrieb profilieren. Wenn die Unternehmen Interesse daran haben, die Bautätigkeit wieder aufzunehmen, wäre die Stadt München im Gegenzug bereit, Grundstücke als Bauland freizugeben, auf denen bislang gar kein Baurecht bestand. Die dort entstehenden Wohnungen sollen den Bedürfnissen der Menschen angepasst werden und reichen daher von kleineren 1-Zimmer-Wohnungen für Alleinstehende bis hin zu geräumigen 5-Zimmer-Wohnungen für Familien.

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