Bauen | Kampf gegen steigende Mieten Neue Studie: Verstärkte Wohnbauförderung für die Mittelschicht

22. März 2013 | von

Ende Februar veröffentlichte das Institut RegioKontext im Auftrag vom Verbändebündnis Wohnungsbau eine Studie zum Thema Wohnbauförderung. Die Studie verdeutlicht, wie sehr die Mangelware Wohnraum in Deutschland immer mehr an Brisanz gewinnt. Um die Lage zu entspannen, fordert die Studie eine verstärkte Fokussierung auf den Neubau von Wohnungen für mittlere Einkommen.

Viele Normalverdiener haben heute keine Chance mehr, im Kampf um eine bezahlbare und zentrumsnahe Wohnung in ihrer Stadt zu bestehen. Etwa die Hälfte der Bevölkerung ist von den steigenden Mietpreisen in urbanen und wirtschaftlich gut gestellten Regionen betroffen und läuft zunehmend Gefahr, aus ihrer gewohnten Umgebung verdrängt zu werden. Vor allem steigende Neu- und Wiedervermietungsmieten führen zu einer höheren Wohnkostenbelastung für die unteren und mittleren Einkommensschichten. Die Auftraggeber der Studie, zu denen die Hauptakteure des Wohnungsbaus in Deutschland zählen, wollen die Politik auf diese Missstände aufmerksam machen und so versuchen, neue Rahmenbedingungen zu schaffen, die diesem Zustand Abhilfe leisten sollen.

Wie der Wohnungsbau im mittleren Preissegment nicht nur zu direkten und indirekten Entlastungen im mittleren, sondern auch im unteren Segment führt, verdeutlicht folgende Grafik:

Grafik Wohnbauförderung

Schematische Darstellung der direkten und indirekten Markteffekte beim Bau von
Wohnungen im mittleren Preissegment
Quelle: RegioKontext GmbH

Rahmenbedingungen für Neubau verbessern

Um einen Zuwachs an bezahlbaren Wohnungen zu erreichen, sollen vor allem die steuerlichen Rahmenbedingungen für den Neubau durch den Bund verbessert werden. Auf Länder-Ebene sei eine Vereinfachung und stärkere Regionalisierung notwendig. Ausdrücklich erwünscht ist auch eine stärkere Einbindung der Unternehmen, die wieder zur Idee der „Betriebswohnungen“ zurückkehren sollen. Die Kommunen sollten außerdem verstärkt darauf achten, städtische Flächen nicht mehr nur nach Höchstpreisen zu vergeben sondern auch auf die Konzeptqualität zu achten und gegebenenfalls eine höhere Baudichte in Betracht ziehen.

Außerdem wird kritisiert, dass der aktuelle Wohnungsbestand gar nicht den Bedürfnissen der Bevölkerung entspricht. Während immer weniger Menschen in immer mehr Haushalten leben und vor allem die Zahl der Einzelhaushalte weiter ansteigt, werden vorrangig Wohnungen mit über 100m² Wohnfläche gebaut. Die meisten Neubauwohnungen befinden sich außerdem im gehobenen Preissegment, da dort die Rendite höher ausfällt. Während so am eigentlichen Bedarf vorbeigebaut wird, gestaltet sich die Wohnungssuche in Ballungsgebieten durch das mangelnde Angebot im unteren und mittleren Preissegment immer schwieriger.

So setzt sich das „Verbändebündnis Wohnungsbau“ dafür ein, dass der Wohnungsbau in der deutschen Politik zur Chefsache erklärt wird, und das nicht nur im Bund, sondern auch in den Ländern und Kommunen. Wohnen muss wieder bezahlbar werden, und zwar für jeden!

Die komplette Studie finden Sie hier.

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