Mieten | Kampf gegen steigende Mieten Wird Wohnen in Metropolen zum Luxus?

23. März 2013 | von
Hamburg gehört zu den besonders teuren Städten. Hamburg gehört zu den besonders teuren Städten. Foto: Ich-und-Du / PIXELIO

Wohnungsnot und Mieten auf Rekordniveau – mit diesen Problemen haben derzeit Mieter aller deutschen Großstädte zu kämpfen. Waren die Preise schon in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, wird sich diese Entwicklung wohl auch in 2013 fortsetzen – davon gehen zumindest Experten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) aus. An der Spitze der Mietsteigerungen liegen dabei Berlin, Hamburg, München und Frankfurt am Main. Der Deutsche Mieterbund warnt davor, dass Wohnen in Deutschland zum Luxus wird. In einer Studie des DIW, deren Miet- und Preisschätzungen auf Daten des Immobilienportals Immobilienscout24 basieren, heißt es, die Wohnungspreise seien in den meisten Städten seit 2007 gestiegen, von 2010 bis 2012 durchschnittlich um 5,4 Prozent pro Jahr. Diese Aufwärtstendenz zeigt sich der Studie zufolge auch für die meisten Großstädte separat und ist dabei besonders ausgeprägt in Berlin, Dresden und München. In Hamburg setzte der Preisanstieg erst etwas später ein. An der Spitze der Mietpreise stand im Jahr 2012 mit deutlichem Abstand München, wo die Preise doppelt so hoch sind wie im bundesweiten Durchschnitt. In Berlin lagen die Mieten bis Ende 2010 ungefähr auf dem Durchschnittsniveau, sind seitdem allerdings auch stark angestiegen. 2013 soll es mit dem Preisanstieg in den meisten Städten weitergehen: Für 19 der 25 Großstädte erwartet das DIW eine weitere Miet- und Kaufpreissteigerung. In fünf Städten wird der Anstieg demzufolge voraussichtlich über zehn Prozent liegen: Berlin, Augsburg, Hamburg, München und Nürnberg. Auch in Dresden werden die Preise der Prognose zufolge stark anziehen, mit einem erwarteten Plus von fast zehn Prozent.

Mietpreise in Metropolen werden zum Problem

„Wohnen darf in Deutschland kein Luxus werden“, so kommentierte der Präsident des Deutschen Mieterbundes (DMB), Dr. Franz-Georg Rips, die Entwicklung auf dem Wohnungsmarkt bei einer Pressekonferenz der Mieterorganisation in Wiesbaden. Wenn die Politik jetzt nicht aufwache und handle, so Rips, würden junge Familien, einkommensschwächere und Rentnerhaushalte ebenso wie Normalverdiener das Wohnen in Großstädten in Zukunft nicht mehr bezahlen können. Mieter müssten durchschnittlich 34,1 Prozent ihrer Konsumausgaben für Miete und Energie zahlen. Noch höher seien die Kosten bei einkommensschwächeren Haushalten bis zu einem Einkommen von etwa 1.300 Euro monatlich: Hier liege die Wohnkostenbelastung bei etwa 45 Prozent. „Wir steuern geradewegs auf eine neue Wohnungsnot zu“, schlussfolgert der Mieterbund-Präsident und fordert, diese Entwicklung zu stoppen. Es würden mindestens 150.000 neue Mietwohnungen pro Jahr benötigt, davon 40.000 Sozialmietwohnungen. Um den Wohnungsbau neu zu beleben, schlägt der Mieterbund steuerliche Verbesserungen vor sowie steuerliche Anreize, damit Firmen und Unternehmen wieder in Betriebs- und Werkswohnungen investieren. Zudem sollten öffentliche Förderungen für energetische Sanierungen ausgebaut und für altersgerechtes Umbauen geschaffen werden. Weiterhin fordert Rips, die Bundesregierung müsse die zum 1. Januar 2011 in Kraft getretenen „Verschlechterungen für Wohngeldempfänger“ wieder rückgängig machen und die Energiekosten bei der Berechnung des Wohngeldes berücksichtigen. Notwendig seien außerdem neue Gesetze, die die Kosten nach einer energetischen Modernisierung des Vermieters gerecht verteilen.

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Über Sabine Wagner

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