Wohnen | Wohnung finden Wohngeld: Was der Zuschuss kann und darf

23. März 2013 | von
Wohngeld: Wer Wohngeld beziehenn und was die Unterstützung leisten soll. Wohngeld: Wer Wohngeld beziehenn und was die Unterstützung leisten soll. Foto: Thorben Wengert / PIXELIO

Entweder als Mietszuschuss oder als Lastenzuschuss für Eigentümer hilft das Wohngeld einkommensschwächeren Bürgern bereits seit mehr als 40 Jahren bei der Finanzierung ihrer Wohnung. Der Anspruch auf die Unterstützung ist dabei im Gesetz verankert: Wer zum Kreis der Berechtigten gehört, hat einen Rechtsanspruch auf Wohngeld. Ob jemand dazu gehört, hängt von drei Faktoren ab: der Anzahl der zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder, der Höhe des Gesamteinkommens und der Höhe der zuschussfähigen Miete beziehungsweise Belastung.

Der Wohngeldantrag

Um Wohngeld zu erhalten, müssen ein Antrag gestellt und die entsprechenden Voraussetzungen nachgewiesen werden. Zu den Formularen, die dazu benötigt werden, zählen der Antrag auf Wohngeld, eine Bescheinigung des Vermieters über die Zusammensetzung der Miete und die Wohnungsgröße sowie zusätzliche Erklärungen zum Antrag auf Wohngeld. Bei Lastenzuschuss wird zudem noch eine Fremdmittelbescheinigung der Banken benötigt. Weitere vorzulegende Unterlagen sind unter anderem Verdienstbescheinigungen des Arbeitgebers, Bescheide der Bundesagentur für Arbeit, Rentenbescheide, Schulbescheinigungen bei Kindern über 16 Jahren, Nachweise über Unterhalt sowie Schwerbehindertenausweise. Die Antragsformulare sowie auch eine umfassende Beratung gibt es bei der örtlichen Wohngeldbehörde, der Gemeinde-, Stadt-, Amts- oder Kreisverwaltung. Die zuständige Behörde erteilt dem Antragsteller dann einen schriftlichen Bescheid. In der Regel wird das Wohngeld für zwölf Monate bewilligt und ab dem 1. des Monats, in dem der Wohngeldantrag gestellt wurde – danach ist ein neuer Antrag erforderlich.

Höhe des Wohngelds

Die Miethöchstbeträge sind nach sechs Mietenstufen gestaffelt: Die Stufen eins und zwei befinden sich unter dem Bundesdurchschnitt der Mieten, die Mietenstufe drei spiegelt den Durchschnitt wider und Stufen vier bis sechs sind liegen oberhalb des Bundesdurchschnitts. Information dazu finden sich auf der entsprechenden Webseite des für das Wohngeld zuständigen Bundesministeriums. Dort lässt sich in den Wohngeldtabellen die Höhe des Wohngeldes, abhängig von der Haushaltsgröße, dem Einkommen und der Miete oder Belastung, ablesen. Durch eine Novellierung des Wohngeldgesetzes hat sich das durchschnittliche Wohngeld am 1. Januar 2009 von 90 Euro auf rund 140 Euro monatlich erhöht.

Wohngeld für Schüler, Studenten und Auszubildende

Leben Schüler, Auszubildende oder Studenten alleine in einem Haushalt oder besteht der ganze Haushalt nur aus Schülern, Auszubildenden und Studenten, besteht in vielen Fällen eine Gesetzeskonkurrenz mit dem BAföG. Wohngeld kann nur dann bezogen werden, wenn kein Anspruch auf BAföG besteht. Das ist zum Beispiel bei einer zu langen Studiendauer der Fall, nicht jedoch bei zu hohem eigenem Einkommen oder zu hohem Einkommen der Eltern. Das Gleiche gilt für Auszubildende, die einen Anspruch auf Leistungen nach § 59 SGB III, also auf Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) haben.

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Über Sabine Wagner

Sabine Wagner ist Mitglied der immobilo-Redaktion
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