Bundesbank gibt Entwarnung: Keine Immobilienblase in Sicht

27. März 2013 | von
Bundesbank in Frankfurt Die Deutsche Bundesbank gibt Entwarnung: Es sei derzeit keine Immobilienblase auf dem deutschen Wohnungsmarkt in Sicht. Foto: Dontworry / wikimedia / CC BY-SA 3.0

Andreas Dombret, Vorstandsmitglied der Bundesbank, rechnet zurzeit nicht mit einer Spekulationsblase in Deutschland. Trotz steigender Preise diagnostiziert er eine Stabilisierung der Preisdynamik für das Jahr 2012. Auch für den Ausnahmefall sei die Bankenaufsicht vorbereitet und nimmt dabei andere Länder als warnendes Beispiel.

Der Immobilienmarkt sei 2012 gesund gewachsen und die Preisdynamik habe sich stabilisiert, wie Vorstandsmitglied Andres Dombret im Interview mit der Süddeutschen Zeitung betont. Außerdem sei das Kreditvolumen in Deutschland verhältnismäßig niedrig und die Banken würden genug Wert auf Sicherheiten legen, etwa in Form eines hohen Anteils an Eigenkapital, sodass die Gefahr einer Immobilienblase als relativ niedrig einzuschätzen ist, erklärt Dombret weiter.

Zudem geht Dombret nicht davon aus, dass eine ähnliche Situation wie derzeit in Zypern in einem anderen Land demnächst in gleicher Form stattfinden könnte. Zypern sei schließlich ein Sonderfall und er befürchte auch keine weiteren, diesbezogenen Turbulenzen auf den Finanzmärkten. Trotzdem sei Vorsicht geboten: Die indirekten Auswirkungen stünden weiterhin unter Beobachtung, damit gegebenenfalls schnell genug reagiert werden kann und bei möglichen Fehlentwicklungen eine rechtzeitige Korrektur möglich ist.

Aufsicht gewappnet für eine mögliche Immobilienblase

Durch die Erfahrungen anderer Länder weiß die Bundesbank, dass niedrige Zinsen bei hoher Liquidität zu einer spekulativen Blase führen können. Noch sei dies aber nicht der Fall, wie Dombret betonte. Falls es dennoch zu einer Immobilienblase kommen sollte, sei die Bankenaufsicht darauf bestens vorbereitet. So könne die Aufsicht beispielsweise Kapitalpuffer von den Banken verlangen oder Beleihungsgrenzen festlegen und so der Krise entgegenwirken.

Sorge bereiten der Bundesbank zurzeit allerdings eher kleinere Banken, die durch die niedrigen Zinsen kaum noch Gewinne einfahren können. Dombret befürchtet, dass die Banken aus der Not heraus in Anlagen mit höheren Risiken investieren. Die Auswirkungen dieser Geschäfte könnten zu einer Destabilisierung des Finanzmarktes beitragen.

Bundesbank gab bereits im Februar teilweise Entwarnung

Bereits im Februar 2013 betonte die Bundesbank, dass zwar kein Grund zur Sorge bestehe und sich der Immobilienmarkt in Deutschland insgesamt in einer guten Verfassung befinde. Allerdings äußerte sie Bedenken wegen der starken Nachfrage auf dem Immobilienmarkt. Jedoch seien bereits früher Preis- und Mietsteigerungen zu beobachten gewesen, ohne dass sie zwangsläufig eine Immobilienblase zur Folge hatten. Die Politik dürfe deswegen auch nicht zu stark in die Marktentwicklungen eingreifen, damit die Anreize zur Schaffung neuen Wohnraums erhalten bleiben.

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