Solarenergie | Geschichte der Solarenergie Auf dem Weg zur modernen Solaranlage: Die Geschichte der Solarenergie

4. April 2013 | von

Die Einbindung von Sonnenkraft ins alltägliche Leben ist nicht neu. Bereits vor Tausenden von Jahren wussten die Menschen die passive Energie der Sonne zu ihren Zwecken zu nutzen. Doch die aktive Nutzung von Solarenergie, etwa für die Strom- und Wärmeproduktion, ist eine neuzeitliche Errungenschaft.

Bereits die Ägypter, Römer und Griechen wussten sich die Kraft der Sonne zu Eigen zu machen. So ist etwa die Verwendung von Brennspiegeln zur Feuerherstellung überliefert. Auch das Erhitzen von Gebäuden oder Behältern durch Glas war bekannt. Aristoteles berichtete zudem von Seeleuten, die mithilfe von Destillation durch Sonnenwärme aus Meerwasser Trinkwasser gewonnen haben.

Grundlagenforschung der Photovoltaik

Bereits im 18. Jahrhundert forschten vor allem in Frankreich und in der Schweiz Wissenschaftler rund um die Energiegewinnung aus Sonnenlicht. 1767 entwickelte der Schweizer Naturforscher de Saussure die sogenannten „Hitzekiste“, die als Vorläufer für die heutigen Flachkollektoren gilt. Voraussetzung für unsere heutige Nutzung von Sonnenstrahlung war die Entdeckung des photoelektrischen Effekts durch den französischen Physiker Alexandre Edmund Bequerel 1839.

Der photovoltaische Effekt beschreibt die unterschiedlichen Prozesse bei der Wechselwirkung von Photonen mit Materie, also die Gewinnung von elektrischer Energie durch Lichtstrahlung. Der praktische Beweis für diese Entdeckung wurde allerdings erst später geliefert: 1876 gelang es einem britischen Wissenschaftler, mithilfe von Feststoff Licht auf direktem Weg in elektrische Energie umzuwandeln.

In den darauffolgenden Jahrzehnten wurde der photoelektrische Effekt weiter untersucht, bis schließlich Albert Einstein 1907 erstmals die theoretische Erklärung für den Effekt liefern konnte, wofür er 1921 den Nobelpreis für Physik erhielt. Die Entwicklung der Solarenergie geriet allerdings mit der Erfindung des Autos und dem Siegeszug des Erdöls als Energiequelle ins Stocken. Der enorme Bedeutungsanstieg von Solarenergie steht ebenfalls in Zusammenhang mit der Ölgewinnung, denn erst durch die Ölkrise wurde dieser Sektor wiederbelebt.

Der Siegeszug der Solarzellen

In den 1940er Jahren wurde zunehmend Materialforschung im Bereich der Solarenergie betrieben. In den Bell Laboratories in New Jersey, einem weltweit führenden Forschungslaboratorium, wurden 1953 die ersten kristallinen Silizium-Solarzellen hergestellt. Der Wirkungsgrad der Zellen lag bei 4-6% und konnte aufgrund nachträglicher Verbesserungen auf bis zu 11% gesteigert werden. Heutzutage kann dank modernster Technologien und Materialen ein Wirkungsgrad von bis zu 30% erreicht werden. 1955 wurde bereits die erste Solarzelle als Stromversorgung für Telefonverstärker genutzt. 1958 wurde von den USA der erste photovoltaisch betriebene Satellit ins All geschickt.


Für viele Jahre wurde das aufwendige und teurere Verfahren zur Herstellung von Solarzellen nur für die Raumfahrttechnologie benutzt. Lediglich dort überwog die Nutzungsdauer von Solarzellen die von Batterien und rechtfertigte die hohen Kosten.

Erst mit Beginn der Ölkrise 1973 wuchs das Interesse an alternativen Energien. Im Laufe der 70er Jahre stieg der Bau von Solarzellen, die nicht für die Rahmfahrt gedacht waren, stetig an. Durch die Ausstattung der Signalanlagen und Navigationslichtern der U.S.-amerikanischen Küstenwache mit Solarzellen in den späten 80ern wurde der Grundstein für größere kommerzielle Aufträge geschaffen.

Die Entstehung der Solarindustrie in Deutschland

Im Zuge der Umweltbewegung in den 70er Jahren stieg das Interesse der Menschen an alternativer Energiegewinnung. Einen entscheidenden Beitrag zur Solarforschung in Deutschland lieferte die Berliner Wissenschaftsgruppe „Ingenieurkollektiv Wuseltronik“, was als Abkürzung für Wind- und Sonnenelektronik steht. 1990 erkannte auch die Bundesregierung das Potenzial von Solarenergie, nicht zuletzt durch den Druck der Umweltbewegung, und startete die Subventionierung von Solarenergie mit dem „1000-Dächer-Programm“. Darauf folgte in den 90er Jahren die Gründung von in Deutschland ansässigen Industriebetrieben in der Solarbranche, wie etwa die Solon AG, die Solarfabrik oder die Solarworld AG.

Grundsätzlich gilt, dass der Aufschwung der Solarindustrie an die Abkoppelung von Kernenergie gebunden ist. Da diese lange Zeit als günstiger und effektiver galt, wuchs erst durch Reaktorkatastrophen wie in Tschernobyl 1986 oder in Fukushima 2011 der Druck der Öffentlichkeit. Dementsprechend investierte die Bundesregierung verhältnismäßig spät und spärlich in den Ausbau alternativer Energien.

Dieser Artikel ist Teil der Einführungsreihe “Geschichte der Solarenergie” zum Themenmonat Solarenergie. Die weiteren Artikel zu dieser Reihe finden Sie hier:

Teil 2: Entwicklung der Solarenergie: Das EEG und seine Auswirkungen
Teil 3: Die Schwierigkeiten der Energiewende in Deutschland
Teil 4: Eine Branche in der Krise: Hat Deutschlands Solarindustrie noch eine Zukunft?

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Themenmonat Photovoltaik & Solaranlage 

Dieser Artikel ist Teil des Themenmonats Photovoltaik & Solaranlage. Weitere Artikel zum Thema finden Sie hier.



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