Rauchmelder werden in immer mehr Bundesländern Pflicht

5. April 2013 | von
Feuerwehr löscht Brand Rauchmelder können zwar keine Brände verhindern, dafür können sie jährlich hunderte Leben retten. Foto: saichta / PIXELIO

Die Zahl ist alarmierend: Jedes Jahr sterben etwa 500 Menschen durch Wohnungsbrände, alle 2 Minuten bricht ein Brand aus. Die meisten der Opfer werden im Schlaf überrascht und durch das Einatmen vom Rauch bewusstlos. Daher setzen immer mehr Bundesländer auf die Einführung von Rauchmeldern, um die Zahl der Brandopfer senken soll.

Seit April ist in 12 Bundesländern der Einbau von Rauchmeldern bei Neubauten und nach Umbauten bereits Pflicht, Baden-Württemberg plant die Rauchmelderpflicht noch für dieses Jahr. In Brandenburg soll die Regelung ab 2014 in Kraft treten, und auch der Berliner Senat prüft derzeit die Einführung der Rauchmelderpflicht. Bleibt nur noch Sachsen übrig: hier will es die derzeitige Regierung bei einem freiwilligen Einbau belassen. Da das Baurecht Ländersache ist und nicht vom Bund bestimmt werden kann, wäre es durchaus möglich, dass Sachsen als einziges deutsches Bundesland von einer solchen Regelung absieht.

Der Einbau eines Rauchmelders ist demnach in den meisten Bundesländern in Schlaf- und Kinderzimmern sowie im Flur vorgeschrieben. Aktuell gilt die Pflicht nur für Neu- und Umbauten, allerdings wurde in zahlreichen Bundesländern die Pflicht für Bestandsgebäude mittels Übergangsfristen festgelegt, nach Ablauf derer auch dort Rauchmelder angebracht sein müssen. In Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz sind die Fristen bereits abgelaufen und jeder Haushalt sollte entsprechend mit Rauchmeldern versehen sein.

Auch Berlin will Rauchmelderpflicht einführen

In Berlin wird derzeit eine Einführung der Pflicht diskutiert. Bausenator Michael Müller (SPD) setzt sich für eine solche Regelung ein, da schätzungsweise nur ein Viertel der Haushalte von dem Einbau auf freiwilliger Basis Gebrauch machen. So sind in Berlin 2012 28 Menschen durch Wohnungsbrände gestorben, wobei die meisten nicht durch die Flammen, sondern an Rachvergiftung gestorben sind. Alleine um solch tragische Unfälle zu verhindern würde eine Rauchmeldepflicht Sinn machen, wie sie auch die Berliner Feuerwehr und der Innensenator Frank Henkel (CDU) seit langer Zeit fordert. Unklar ist derzeit noch, wer für Einbau und Wartung der Geräte zuständig sein soll.

Wenige Euro können Leben retten

Immer wieder weisen Polizei und Feuerwehr darauf hin, wie leicht ein Feuer ausbrechen kann und wie hilfreich ein Rauchmelder in einem solchen Fall sein kann. Immerhin werden etwa 70% der jährlich 500 Brandopfer nachts im Schlaf getötet. Rauchmelder sind bereits ab 5 Euro das Stück in jedem beliebigen Baumarkt oder Supermarkt erhältlich. Immer wieder wurden Menschenleben durch die Geräte gerettet: erst vor wenigen Tagen haben in Bochum Unbekannte vor einer Wohnungstür ein Feuer gelegt. Der Feuermelder schlug Alarm und warnte so die Bewohner, die daraufhin das Feuer schnell löschen konnten.

Wer zahlt für die Rauchmelderpflicht?

Die Kosten vom Einbau und von der Wartung obliegen in der Regel dem Vermieter, allerdings kann er diese auf den Mieter abwälzen. Die Kostend des Anbringens können zu 11% auf die Jahresmiete umgelegt werden, was bei einem Preis von 500 Euro gut 5 Euro monatlich ausmacht. Außerdem zählen die Wartungsarbeiten zu den Betriebskosten und werden daher normal über die Nebenkosten verrechnet. Am Ende ist also der Vermieter verantwortlich für den Einbau und die Wartung, zahlen muss allerdings der Mieter.

Es gibt allerdings auch Bundesländer, die dem Mieter die Verantwortung für das Anbringen und die Wartung übertragen. Derzeit ist das Anbringen durch den Mieter lediglich in Mecklenburg-Vorpommern vorgesehen, während die Wartung zusätzlich in Bremen, Schleswig-Holstein und Hessen den Mietern auferlegt wurde.

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