Bald Münchener Preise? Immobilienboom in Berlin geht ungebremst weiter

9. April 2013 | von

Nachdem erste Investoren bereits eine Immobilienblase auf dem Berliner Wohnungsmarkt befürchteten, können sie nun aufatmen: Der Trend geht eindeutig weiter in Richtung steigende Mieten. Davon sind nun auch Gewerbemieten betroffen.

Die Mietpreise steigen in Berlin ungebremst weiter: In zentralen Gegenden werden für gut ausgestattete Objekte bereits zwischen 15 und 16 Euro pro Quadratmeter bezahlt, was sogar über den Durchschnittspreisen für München und Hamburg liegt, den derzeit teuersten Städten Deutschland. Dass Berlin in Sachen Miete bald Spitzenreiter in Deutschland sein könnte, belegen auch die Zahlen: In den letzten 5 Jahren sind die Mieten hier um einen Rekordwert von durchschnittlich 40% gestiegen – mehr als in jeder anderen deutschen Metropole.

Laut City-Report des Immobilienbüros Aengevelts erreichen die Mieten in Berlin damit annähernd das Niveau von München (13,35 Euro/m²) und Hamburg (11,40 Euro/m²). Zudem gehen die Experten davon aus, dass in Berlin noch Luft noch oben sei und weitere Mietsteigerungen möglich seien, was besonders die Investoren freuen wird. Dies ist auch daran zu erkennen, dass der Leerstand in Nebenlagen wie Spandau oder Marzahn deutlich abnimmt.

Die Mietpreise in Berlin erreichen zwar noch nicht ganz das Niveau von München, jedoch sind die Preise prozentual deutlich mehr gestiegen als in der bayrischen Metropole.

Die Mietpreise in Berlin erreichen zwar noch nicht Münchner Niveau, jedoch sind die Preise prozentual mehr gestiegen als in der bayrischen Metropole. Daten: empirica

Insgesamt lag das Transaktionsvolumen durch den Immobilienverkauf 2012 in Berlin bei 12,45 Milliarden Euro, also gut 1,35 Milliarden mehr als noch im Vorjahr. Die steigende Nachfrage nach Immobilien in Berlin kann als gutes Zeichen für einen gesund wachsenden Markt betrachtet werden, der nicht von einer Immobilienblase bedroht wird. Außerdem sind vor allem Investoren gefragt, die über hohes Eigenkapital verfügen, da die Banken mittlerweile zögerlicher in die Anschubfinanzierung einsteigen. Aufgrund des großen Ansturms auf den Berliner Immobilienmarkt würden zwar derzeit die Renditen leicht sinken, dafür würde sich der Neubau wieder auszahlen, wie Aengevelt betont.

Auch Gewerbeimmobilien von Mietsteigerungen betroffen

In Berlin boomt aber nicht nur das Geschäft mit dem Mietwohnungsmarkt, sondern auch die Teilmärkte Büro- und Einzelhandelsimmobilien. Selten würden alle drei Teilmärkte über ein so großes Potenzial verfügen, wie der Inhaber von Aengevelt Immobilien erklärt. Berlin sei nämlich „äußert sexy für Zuwanderer“, wobei besonders Berlin-Mitte als Bürostandort begehrt sei. So werden am Kudamm 250 Euro/m² gezahlt, am Alexanderplatz bereits 220 Euro pro Quadratmeter verlangt, was einem Zuwachs von 10% entspricht, während in der Gegend um den Hackeschen Markt mit 190 Euro pro Quadratmeter sogar einen Anstieg von 58% zu verzeichnen ist. In bestimmten Gegenden in Charlottenburg oder Wedding stagnieren die Einzelhandelsmieten hingegen.

Insgesamt liegt Berlin damit noch immer weit unter dem Durchschnitt vergleichbarer Großstädte: In Paris liegen die Preise bei stattlichen 514 Euro/m², in London sogar bei 583 Euro/m². Auch hier ist also noch Luft nach oben vorhanden. Obwohl Berlin zu den meistbesuchten Städten Europas zählt und der Geschäftsumsatz der Berliner Einkaufsläden durch Touristen bei ca. ¼ liegt, sind die Preise im bundesweiten Vergleich lediglich Durchschnitt, denn in Städten wie München (350 Euro/m²) oder Frankfurt (300 Euro/m²) liegen die Mietpreise deutlich höher.

Mit einem Transaktionsvolumen von 4,63 Milliarden Euro für den Gewerbeimmobilienmarkt hat Berlin bereits München (3,7 Milliarden Euro) überholt und ist damit um satte 70% gewachsen. Von fast 600.000 m² Bürofläche entfallen allein 70.000 m² auf das Berliner Start-Up Unternehmen Zalando.




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