Das Geschäft mit den Studenten – Investoren bevorzugen vermehrt Studentenwohnungen

10. April 2013 | von

Über fünf Prozent Rendite durch Investmentfonds – das sind Zahlen, von denen jeder Investor träumt. Bei der Anlage in Immobilien aus dem Bereich studentisches Wohnen ist dies nun möglich. Warum ist dieser Nischenmarkt so attraktiv geworden?

Nachdem interessante Investmentmöglichkeiten bereits seit Jahren ausgelotet werden, ist mit der Studentenwohnung nun erneut ein Marktlücke mit vielversprechenden Zukunftsperspektiven entdeckt worden. Zahlreiche Finanzinstitute sind bereits in das Geschäft mit Studentenwohnungen eingestiegen und investieren Millionen in Neubauprojekte. Die geschlossenen Investmentfonds versprechen dabei mehr Sicherheit und mehr Rendite als der Kauf einer einzelnen Wohnung.

Vorteile des Investmentfonds für Studentenwohnungen

Die Vorteile gegenüber üblichen Immobilienfonds scheinen vielseitig zu sein. Bei steigenden Studierendenzahlen und knapper werdendem Wohnraum scheint es auf den ersten Blick kaum verwunderlich, in Studentenwohnungen zu investieren. Die Zahl der Studienanfänger steigt stärker an als je zuvor, 2025 werden statt der bisherigen 163.000 über 400.000 Studenten im Wintersemester ihr Studium in Deutschland beginnen. Bereits jetzt gibt es deutlich mehr Interessenten als verfügbare Wohnungen: Die Nachfrage steigt seit Jahren, aber das Angebot kann damit nicht Schritt halten. Die Folge: Studentischer Wohnraum wird seltener, begehrter, teurer und verspricht dadurch mehr Rendite.

Ein wichtiger Punkt ist die langfristige Perspektive im Bezug auf die Vermietung des Objektes. Dadurch wird, im Gegensatz zu Wohn- oder Gewerbeimmobilien, das Mietausfallwagnis äußert gering gehalten. Oftmals sind auch die Eltern als Bürgen eingebunden, sodass der Vermieter davon ausgehen kann, dass die Wohnung in einem angemessenen Zustand überlassen wird. Probleme bei der Weitervermietung entstehen durch die hohe Nachfrage nicht. Selbst wenn der Bedarf plötzlich wieder sinken sollte, können die Apartments in ganz normale Mietwohnungen umgewandelt werden.

Trend zu „all inclusive“ und höheren Preisen

Die Ansprüche der Studenten an die eigene Wohnung steigen. Wer nicht in einer WG wohnen will, sucht sich heutzutage lieber eine möblierte und bezugsfertige Wohnung. Auch die Dienste eines Hausmeisters können in Anspruch genommen werden. Hier bieten die Neubauprojekte interessante Alternativen für Studenten, die schnell von zu Hause ausziehen und lieber alleine wohnen wollen, ohne sich allerdings um Dinge wie Einrichtung, Internetanschluss oder Waschsalon kümmern zu müssen.

Tatsache ist auch, dass kleine Wohnungen in der Regel deutlich teurer sind im Bezug auf das Verhältnis zur Wohnfläche. So werden etwa in Berlin-Dahlen Studentenwohnungen angeboten, die über einen Durchschnittspreis von fast 18 Euro/m² verfügen, während der durchschnittliche Mietpreis in der Hauptstadt deutlich niedriger ausfällt. Ob sich die Wohnanlagen, die derzeit entstehen, also tatsächlich bei den Studenten durchsetzen können, bleibt offen.

Realistische Renditen?

Da die Studentenfonds recht neu sind, gibt es nur wenige Informationen über den Erfolg dieser geschlossenen Fonds. Die Prognosen belaufen sich auf 5-8% Rendite – ein Wert, der deutlich über den üblichen Renditen für Wohn- oder Gewerbeimmobilien liegt. In einer Studie über den geschlossenen Fonds „Campus Neu-Ulm“ hat sich herausgestellt, dass die Anleger in 12 Monaten einen Rückfluss von 123% verzeichnen konnten. Wer also 100.000 Euro investiert hat, hat innerhalb eines Jahres sein Kapital auf 123.000 Euro erhöhen können, allerdings ohne Berücksichtigung des gezahlten Agios sowie der anfallenden Steuern. Auch das Fondshaus Hamburg konnte seinen Anlegern im Schnitt eine Rendite von 5,8% auszahlen. Die Beteiligung an einem solchen Fond ist auch für Kleinanleger attraktiv, da mit geringen finanziellen Mitteln (ca. 10.000 Euro, variiert je nach Anbieter) eine Beteiligung möglich ist.

Auch Ikea erkennt Potenzial

Wie bereits im Herbst 2012 bekannt wurde, plant nun auch das schwedische Unternehmen Ikea den Einstieg in das Geschäft mit den Studentenwohnungen. Unter dem Namen „Ulito“ sollen in europäischen Studentenstädten Siedlungen entstehen, die zwischen 500 und 700 Wohneinheiten umfassen und im Durchschnitt etwa 15 Quadratmeter groß sein sollen. Das Einrichtungssystem ist selbstverständlich auch von Ikea entwickelt worden.




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