Solarenergie | Förderung von Energiespeichern Photovoltaik: Bundesregierung beschließt Förderung von Solarstrom-Speichern

18. April 2013 | von
Sonnenlicht in Natur Die Solarenergie schont nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel. Batteriespeicher können die Ersparnis sogar erhöhen. Foto: bildaspekt.de / PIXELIO

Nachdem die Solarbranche lange Zeit darauf gewartet hat, ist die Förderung von Photovoltaik-Energiespeichern nun endlich durchgesetzt worden. Die Bundesregierung macht mit dieser Regelung den Ausbau von Solaranlagen wieder attraktiver, was die Energiewende beschleunigen könnte.

Am 1. Mai beginnt das Förderprogramm der Bundesregierung, die mit insgesamt 25 Millionen Euro die Markteinführung von Batteriespeichern unterstützt. Damit wird der Erwerb neuer Batteriespeicher für Photovoltaik-Anlagen, von denen derzeit etwa 1,3 Millionen in Deutschland installiert sind, mit bis zu 660 Euro pro Kilowatt Solarstromleistung bezuschusst. Die Fördermittel werden von der KfW vergeben.

Stromspeicher als Grundlage für die Energiewende

Mit ihrer Fähigkeit, den produzierten Solarstrom längere Zeit zu speichern, zählen Batteriespeicher zu den Grundpfeilern der Energiewende, schließlich trägt der Solarstrom in erheblichem Maße dazu bei, die ehrgeizigen Ziele der Bundesregierung zu erfüllen. Dazu zählt, den Anteil von Strom aus erneuerbaren Energien auf insgesamt 80 Prozent im Jahr 2030 zu erhöhen. Da die wetter- und tageszeitabhängige Solarstromproduktion starken Schwankungen unterlegen ist, muss hier mit Batteriespeicher vorgehalten werden, damit auch zu anderen Zeitpunkten genügend Strom vorhanden ist.

Mögliche Speicherung von Solarenergie.

Mögliche Speicherung von Solarenergie. Grafik: BSW-Solar

Die neuen Förderzuschüsse würden zu einer erhöhten Nachfrage nach Batteriespeichern führen, so Günther Häckl, Präsident des Bundesverbandes Solarwirtschaft. Deswegen erwartet er auch sinkende Kosten und technologische Erneuerungen im Bereich der Speichermöglichkeiten.

Große Vorteile auch für Verbraucher

Auch Verbraucher profitieren von besseren Speichern. Da die Solaranlage vor allem dann rentabel ist, wenn ein großer Teil der Produktion selbst verbraucht wird, müssen Möglichkeiten geschaffen werden, auch abends oder früh morgens, also dann, wenn keine oder kaum noch Sonne scheint, genügend Strom zur Verfügung zu stellen. Hier bieten Zwischenspeicher die optimale Lösung: Sie können jederzeit den erzeugten Strom bereitstellen, entlasten zudem die Stromnetze und sind unabhängiger von den Strompreisentwicklungen.

Um Leitungskapazitäten zu sparen, müssen Besitzer von staatlich geförderten Speichern die Leistung ihrer Solarstromanlagen auf 60 Prozent der Anlagenleistung reduzieren. So sollen Produktionsspitzen vermieden und weniger neue Stromleitungen verlegt werden. Dies liegt zum einen daran, dass die Einspeisung zur Mittagszeit weniger hoch ausfällt und das Stromnetz weniger Strom auf einmal aufnehmen muss, zum anderen am steigenden Verbrauch vor Ort, der eine Weiterleitung überflüssig macht. Etwa jeder zweite Käufer zeige momentan Interesse an einem Batteriespeicher, während ein Drittel der derzeitigen Anlagenbetreiber mit dem Gedanken spiele, einen Speicher nachzurüsten, so eine Umfrage von Ende 2012 des Bundesverbandes Solarwirtschaft e.V. Einziger Nachteil seien bisher die hohen Investitionskosten gewesen, die jetzt durch das Förderprogramm deutlich sinken werden.

Ergebnisse der Umfrage von BSW-Solar

  • Bisher stellten die hohen Investitionskosten das größte Hindernis für den Kauf von Batteriespeichern dar.
  • Ein Großteil der Photovoltaik-Kunden wär bereit, einen Speicher zu kaufen, wenn er sich während seiner Lebensdauer amortisieren würde.
  • Die Produktionskapazitäten können derzeit auch eine steigende Nachfrage decken.
  • In zwei von drei Verkaufsgesprächen spielen Speicher eine Rolle.
  • Jeder zweite Neuinvestor und jeder dritte Anlagenbetreiber zeigt Interesse an Speichern.
  • Die meisten Speicherinteressenten sind private Kunden (76%), nur jeder Vierte kommt aus dem Gewerbe.
  • Zwei Drittel der befragten Unternehmen gehen von einer hohen Nachfrage nach Speichern aus.

 



Laut einer Rechnung des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) könnte ein Betreiber einer Solaranlage mit einer Leistung von 5 Kilowatt und einem Jahresverbrauch von 5.000 Kilowattstunden den Eigenverbrauch dank Energiespeicher um das doppelte erhöhen, also von 1.627 auf 2.383 Kilowattstunden. Dadurch muss der Verbraucher auch weniger Strom aus dem Netz beziehen.

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