Solarenergie | Solaranlage Probleme mit der Photovoltaik-Anlage – Von der Montage bis zur Entsorgung

20. April 2013 | von

Das positive Image von Solaranlagen ist weit verbreitet – doch nicht jeder, der sich für eine Solaranlage entschieden hat, ist auch zufrieden damit. Ob Montagefehler, teure Reparaturen oder Probleme beim Betrieb – die möglichen Schwierigkeiten, mit denen Solaranlagenbesitzer rechnen müssen, sind vielseitig und oft nur mit Hilfe von Fachleuten zu beheben.

Montagefehler

Die Probleme mit der Solaranlage können bereits bei der Montage anfangen. In manchen Fällen wird der Einbau nicht entsprechend der DIN/VDE Norm dokumentiert oder die Montageanleitungen des Herstellern werden nicht beachtet. Auch können einzelne Elemente falsch eingebaut werden, so dass auf Dauer die Funktionsfähigkeit der Anlage gefährdet ist oder Schäden am Haus entstehen. Wer nachträglich Fehler beim Einbau bemerkt, muss aufpassen: die gesetzliche Gewährleistungszeit beträgt in der Regel nur zwei Jahre.

Ein häufiges Problem beim Einbau ist der Ziegelbruch oder unsachgemäßes Bearbeiten mit dem Winkelschneider. In beiden Fällen kann es zu Feuchtigkeitsschäden am Haus kommen. Ein weiteres Problem sind falsch verlegte Gleichstromkabel, deren Haltbarkeit dadurch stark eingeschränkt werden kann. Empfehlenswert ist der Rückgriff auf TÜV-zertifizierte Montagesysteme, deren Handhabung und Installation einfach und verständlich ist.

Die Versicherungsgruppe UNIQA hat sieben Tipps zusammengefasst, die Schäden an der Anlage oder am Gebäude von vornherein vermeiden sollen:

  • Prüfung des Montagesystems nach der gültigen DIN-Norm (z.B. Belastung durch Wind und Schnee)
  • Tragfähigkeit der Dachkonstruktion überprüfen, vor allem im Hinblick auf extreme Schneehöhen
  • Standsicherheit der Anlage bei Flachdachanlagen muss gewährleistet sein, am besten einen Prüfstatiker zu Rate ziehen
  • Solarmodule sollen über ein IEC (International Electrotechnical Commission) Prüferzertifikat verfügen
  • Überspannungsschutz und Blitzschutzsystem sollte vorhanden sein
  • Wechselrichter sollten die geeignete Größe für die Anlage besitzen
  • Sicherheitskonzept zur Vermeidung von Diebstählen erstellen (dies gilt vor allem für Anlagen in unbewohnten Gegenden, wie etwa in Industriegebieten)

Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte über eine Montageversicherung nachdenken. Diese haftet nicht nur für Fehler in der Planung, sondern auch für entstandene Schäden an der Solaranlage oder am Gebäude und wird von den meisten großen Versicherungen angeboten. Bei Montagefehler durch Fachpersonal kann unter Umständen auch der Betrieb haftbar gemacht werden.

Um sicher zu gehen, dass die Anlage korrekt montiert wurde, sollte darauf geachtet werden, dass im Anschluss die gesetzlich vorgeschriebene Messung stattfindet und alle relevanten Messwerte in einem Protokoll festgehalten werden.


Betriebsstörungen

Wenn die Montage problemlos funktioniert hat, bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass keine Probleme beim Betrieb mehr auftreten können. Dabei sind Betriebsstörungen nicht zu vernachlässigen, da sie langfristig zu erheblichen Ertragseinbußen führen können. Daher wird auch eine regelmäßige Wartung empfohlen, wobei Laien sich am besten an einen Fachbetrieb für Photovoltaik wenden sollten. Hilfe bei der Fehlersuche bieten Ratgeber und Checklisten zahlreicher Internetportale, wo Fachleute häufige Fehlerquellen und Lösungsansätze beschreiben, wie etwa bei photovoltaik-web.de. Um sicher zu gehen, dass die Anlage einwandfrei läuft, sollten folgende Punkte in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden:

  • Einspeisezählerstände monatlich ablesen und mit den prognostizierten Werten aus den Planungsunterlagen vergleichen
  • Status- und Fehlerprotokoll des Wechselrichters abrufen, da dies ein äußerst empfindlicher Bestandteil ist
  • Sicherungen überprüfen
  • Ab und an den Betriebsbeginn überprüfen um sicher zu gehen, dass die Anlage bei Sonnenaufgang funktioniert
  • Verschattung überprüfen (kann durch Neubauten, Veränderungen an bestehenden Gebäuden oder durch Bäume entstehen)
  • Besonders bei flachen Dächern auf den Verschmutzungsgrad der Solarzellen achten
  • Trotz Sicherheitsglas sollte das Glas kontrolliert werden. Verfärbungen am Rand deuten auf eindringende Feuchtigkeit hin.
  • Kabel und Steckkontakte prüfen

Um herauszufinden, welche Elemente der Anlage Probleme beim Betrieb verursachen, ist ein Datenlogger anzuraten. Neben der schnelleren und einfacheren Problemfindung liefert ein Datenlogger auch Auskunft über die Erträge. Nichtsdestotrotz gibt es einige Hauptursachen, die oft für Betriebsstörungen verantwortlich sind. Einer der häufigsten Probleme ist der Wechselrichter. Dieser ist nämlich äußerst sensibel und kann durch Hitze, Staub oder Feuchtigkeit zu Störungen führen. Da es sich hierbei um ein Verschleißteil handelt, ist es ratsam, die Abnutzung im Auge zu behalten und ihn gegebenenfalls durch einen Austauschwechselrichter auszuwechseln.

Verschmutzung kann ebenfalls zu Ausfällen führen. Zwar werden die Zellen automatisch vom Regen gereinigt, allerdings ist je nach Verschmutzungsgrad eine richtige Reinigung empfohlen. Außerdem sollten sogenannte „Hot-Spots“ vermieden werden. Aufgrund von Abschattung durch Äste, Rohre oder Antennen erhitzen sich bestimmte Stellen der Solarzelle, die im schlimmsten Fall zur Zerstörung der Zelle führen können. Daher sollten alle möglichen Schatten verursachenden Pflanzen oder Gegenstände  entfernt werden.

Teil 2: Brandfall und Entsorgung

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