Bürgerbeteiligung an Solarprojekten

21. April 2013 | von
Digitalunternehmen setzen auf Grünstrom Digitalunternehmen setzen auf Grünstrom Foto: Rainer Sturm / PIXELIO

Die Energiewende muss nicht großen Konzernen überlassen werden. Bürger können sich an Solarprojekten beteiligen und so die Förderung erneuerbarer Energien voranbringen. Die Energiewende in Deutschland steht und fällt mit der Akzeptanz in der Bevölkerung. Grundsätzlich sollten Bürgerinnen und Bürger daher transparent informiert und so gut es geht auch in die Entscheidungsprozesse mit eingebunden werden. Dies wird in vielen großen und auch kleineren Solarprojekten in Deutschland bereits erfolgreich praktiziert. Diese Form der Bürgerbeteiligung übt jedoch nur mittelbaren Einfluss aus. Daher schließen sich vielerorts Bürger zusammen, um Projekte auch selbst umzusetzen. Bürger, die gemeinsam ein Solarprojekt realisieren wollen, können dabei zwischen drei Organisations- und Rechtsformen wählen.

Bürgersolaranlagen als Gesellschaft bürgerlichen Rechts

Die bekannteste Form, ein Bürgersolarprojekt umzusetzen, ist die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR). Die im Projekt anfallenden Aufgaben wie die Suche geeigneter Flächen, das Aushandeln eines Pachtvertrags, das Einholen von Angeboten für Photovoltaikanlagen, deren Versicherung und Wartung und schließlich die Gründung und Verwaltung einer Betreibergesellschaft werden dann überwiegend rein ehrenamtlich realisiert. Die GbR ist im Vergleich zu anderen Rechtsformen am schnellsten, einfachsten und kostengünstigsten zu gründen und alle Gesellschafter vertreten die GbR gemeinsam. Der größte Nachteil einer GbR besteht allerdings darin, dass die Gesellschafter in vollem Umfang mit ihrem Privatvermögen haften. Aus diesem Grund sollte bei der Vorbereitung des Solaranlagenprojekts großes Augenmerk auf die Risikobegrenzung durch z. B. Versicherungen gelegt werden.

GmbH & Co. KG: Bürgerbeteiligung als Kommanditisten

Grundsätzlich können auch größere Photovoltaikanlagen über eine GbR organisiert werden. Solarparks, die mit Kosten von mehreren hundert tausend Euro verbunden sind, werden allerdings aus betriebswirtschaftlicher Sicht zu komplex, um sie ehrenamtlich zu organisieren. Und natürlich steigen mit zunehmenden Kosten auch die Risiken. Daher bedarf es einer Gesellschaftsform, die die Haftung im Falle eines Mißerfolgs begrenzt. Hierfür bietet sich eine klassische GmbH & Co. KG an. Dies ist eine Mischform aus Kommanditgesellschaft (KG) und Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH). Dabei übernehmen die Komplementäre, in diesem Fall eine GmbH, wie bei einer GbR die Haftung und die Geschäftsführung. Die Kommanditisten hingegen haften nur in Höhe ihres investierten Kapitals. Als Kommanditisten können sich dann viele Bürger ohne Haftungssorgen am Projekt beteiligen und so die Finanzierung eines Solaranlagenprojekts übernehmen.

Energiegenossenschaften gelten als insolvenzresistent

Sogenannte Energiegenossenschaften sind mittlerweile die bekanntesten und beliebtesten Beteiligungsformen für Bürger an Solarprojekten. Diese basieren auf der Geschäftsform einer eingetragenen Genossenschaft (eG) und unterliegen dem Genossenschaftsgesetz (GenG). Besonders beliebt sind sie aufgrund ihres „demokratischen“ Charakters, der jedem Mitglied in der Generalversammlung eine gleichwertige Stimme unabhängig von der Höhe der Kapitaleinlage zubilligt. Und wie bei einer GmbH & Co. KG auch kann bei einer eG die Haftung der Mitglieder auf ihre Kapitaleinlage beschränkt werden. Praktischer Vorteil ist zudem, dass auch weitere Mitglieder relativ einfach aufgenommen werden können, da keine Eintragung der Mitglieder in ein öffentliches Register nötig ist. So können viele Bürger mit wenig oder viel eigenem Kapital gleichberechtigt ein Solarprojekt stemmen und auch kontrollieren. Daher gelten Bürgerenergiegenossenschaften als insolvenzresistent und genießen auch bei Banken einen guten Ruf.

Zum Autor: Robert ist Online-Redakteur und schreibt für viele Magazine und Energieblogs. Sein thematischer Schwerpunkt liegt dabei auf Marketingthemen regenerativer Heizungstechniken im B2C-Umfeld.

Themenmonat Photovoltaik & Solaranlage 

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