Bauen | Photovoltaik Effizienzhaus Plus: konsequentes solares Bauen

29. April 2013 | von
Effizienzhaus Plus Berlin Effizienhäuser sollen mehr Energie produzieren als selber verbrauchen. Foto: JanManu / wikimedia / cc-by-sa 3.0

Für ein Gelingen der Energiewende reichen die Dämmung alter Gebäude und die Installation von Solaranlagen allein nicht aus. Neue Baukonzepte müssen die neuen Techniken konsequent in Einklang bringen. Effizienzhäuser wie das Modellprojekt des Bauministeriums sind ein Beispiel dafür. Die Idee dahinter: Ein Gebäude, das mit Hilfe von regenerativen Technologien mehr Energie erzeugt als es verbraucht, sprich, ein Haus, dessen jährliche Energiebilanz positiv ist. Umgesetzt wurde das Konzept im Jahr 2011 vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, kurz BMVBS, im Rahmen seines Förderprogramms Modellvorhaben im „Effizienzhaus Plus“-Standard. Das Ziel des Projekts ist es, den Energieverbrauch sowie die CO2-Emissionen im Gebäude- und Verkehrssektor stark zu reduzieren. Bundesweit sind bisher mehr als zehn solcher Wohngebäude im „Effizienzhaus Plus“-Standard gebaut worden.

Die Messdaten des Effizienzhaus-Modellprojektes in Berlin.

Die Messdaten des Effizienzhaus-Modellprojektes in Berlin. Foto: Screenshot

Das Effizienzhaus Plus des BMVBS, das 2010 aus einem öffentlich ausgelobten Architektur- und Hochschulwettbewerb hervorgegangen und 2011 in Berlin errichtet worden ist, soll zeigen, dass energieeffizientes Wohnen und umweltfreundliches Fahren mit einem gehobenen Lebensstandard vereinbar sind und auf nichts verzichtet werden muss. Bauherr des Projekts ist Bauminister Peter Ramsauer (CSU). Seit dem Frühjahr des vergangenen Jahres bewohnt eine Familie für 15 Monate das Haus – dabei sollen praktische Erkenntnisse im Bereich der Plusenergiehäuser gewonnen werden.

Das Konzept des BMVBS-Effizienzhauses

Das wichtigste Element des Hauses: die komplexe Photovoltaikanlage, die mehr Energie erzeugen soll, als das Haus verbraucht. Der Stromüberschuss, der dabei jährlich anfallen soll, beträgt den Berechnungen zufolge 9.933 kWh und stünde für die private Elektromobilität zur Verfügung. Für den Versuch haben die großen deutschen Automobilhersteller Daimler, Volkswagen, BMW, Audi und Opel jeweils für drei Monate Elektrofahrzeuge bereitgestellt. Außerdem stehen der Familie neben den modernen Elektro-Autos zwei Pedelecs zur Verfügung. Nach einem Jahr Probewohnen im Effizienzhaus Plus zieht Minister Ramsauer Bilanz: Das Modellprojekt bewähre sich auch im Alltag und das Haus liegt tatsächlich deutlich im „Plus“. Es erzeuge über seine Photovoltaik-Fassaden mehr Strom als die Familie für die Nutzung der Haushaltsgeräte und den Betrieb der Anlagentechnik benötigt. Der Überschuss konnte wie geplant genutzt werden, um die Elektrofahrzeuge vor dem Haus zu betanken. Man habe im letzten Jahr wichtige Erkenntnisse über das Nutzerverhalten bei der Elektromobilität sowie über zukunftsweisende Stromspeicher sammeln können. Als Hauptproblem hat sich herausgestellt, dass der Zeitpunkt des größten Energieverbrauchs der Wärmepumpe im Winter nicht mit dem Höhepunkt der Stromproduktion der Photovoltaik-Anlage im Sommer übereinstimmt. Auch der Energieüberschuss sei viel geringer gewesen, als vorher berechnet, da die Solaranlage nicht genügend Strom erzeugt. Gründe dafür sind Experten zufolge der wenig sonnige Sommer im vergangenen Jahr sowie die ungünstige Lage des Hauses. Im Fokus steht angesichts dieser Problematik die Wärmepumpe, die zu viel Strom in sonnenscheinarmen Monaten benötigt. Würde die Warmwassererzeugung durch eine Solarthermie-Anlage unterstützt, könnte die Bilanz besser ausfallen, sind sich Experten sicher. Eine Reihe von Referenzprojekten finden Sie auf der Seite des Fraunhofer Instituts für Bauphysik. Über Solaranlagen können Sie sich im unserem Photovoltaik-Ratgeber informieren.

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