Solarenergie | Erneuerbare Energien Solarboom: Anlagen produzieren Rekordwerte

1. Mai 2013 | von
Solaranlage und Windenergie Erneuerbare Energien: So viel Strom wie nie. Foto: Uwe Schlick / PIXELIO

In Deutschland boomt die Wind- und Solarenergie – es wird so viel Strom erzeugt, wie noch nie. Aber der Stromüberschuss kommt niemandem zu Gute. Verbraucher müssen trotzdem mit steigenden Strompreisen rechnen.

Vorletzte Woche wurde so viel Öko-Strom wie noch nie erzeugt: Am Donnerstag Mittag, dem 18.4.13, wurde mit Wind- und Sonnenkraft die Energiemenge von 26 Atomkraftwerken erzielt. Eigentlich ein Grund zur Freude. Doch es gibt viel zu viele Komplikationen und Hindernisse, als das dieser Rekord gefeiert werden könnte.

Den Zahlen der Leipziger Strombörse EEX zufolge, wurden durch Wind- und Sonnenenergie 35 900 Megawatt (MW) Strom produziert. Mehrere Stunden lang war die Ökostromproduktion damit höher als die durch Atom- oder Kohlekraftwerke. An einem Sonntag, an dem wenig Strom verbraucht wird, hätte ganz Deutschland mit Öko-Strom versorgt werden können.

Kohlekraftwerke sind Problem

Leider ist dieser Rekord kein Grund zur Freude. Kohlekraftwerke sind nicht flexibel genug, als das diese an wind- und sonnenreichen Tagen spontan gedrosselt oder runtergefahren werden könnten, auch die Speichertechnik für erneuerbare Energien steckt noch in den Kinderschuhen. Im vergangenen Jahr wurde mit Kohlekraftwerken fast die Hälfte der Stromproduktion in Deutschland bestritten. Erneuerbare Energien hatten nur einen Anteil von rund 20 Prozent und durch Atomkraft wurden 16 Prozent der Energie produziert.
Gaskraftwerke sind viel flexibler als Kohlekraftwerke. Sie können zu- und abgeschaltet werden, je nachdem, wie hoch die Ökostromerzeugung gerade ist. Allerdings lohnen sich derzeit manche bestehenden Gaskraftwerke nicht mehr. Der Energieversorger Eon denkt über eine Stilllegung von Werken in Bayern nach.

Das EU-Parlament hatte vor Kurzem einen höhere Preise für CO2-Zertifikate abgelehnt. Deswegen müssen Kohlekraftwerke statt der geplanten 30 Euro pro ausgestoßener Tonne CO2 teilweise nur vier Euro und weniger zahlen. Durch die Überproduktion von Energie in Deutschland exportiert Deutschland so viel Strom wie noch nie. Die Preise für eine Kilowattstunde lagen an der Strombörse an dem Donnerstag, als die Rekordwerte für Ökostrom erzielt wurden, zeitweise bei 0,7 Cent. Normalerweise werden um die fünf Cent pro Kilowattstunde gezahlt.



Derzeit setzt sich der Strompreis für den Endverbraucher aus Einkauf, Netzgebühren und 50 Prozent Abgaben und Steuern zusammen. Wenn der Strom im Einkauf günstiger wird, verteuert sich der Preis für Ökostrom. Denn der Verbraucher zahlt immer die Differenz zwischen einem festen Vergütungssatz für Wind- und Solarenergie und dem für Strom erzielten Preis.

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Über Sabine Wagner

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