Duisburg: Neue Wohngebiete als Konkurrenz zu Düsseldorf geplant

14. Mai 2013 | von
Innenhafen Duisburg Innenhafen Duisburgs: Im Süden der Stadt sieht das Projekt "Duisburg 2027" die Entstehung eines Neubaugebietes vor. Foto: Dieter Schütz / PIXELIO

Die Stadt Duisburg will zunehmend von der Attraktivität Düsseldorfs profitieren und plant deswegen ein exklusives Neubauprojekt namens „Duisburg 2027“. Duisburg könnte tatsächlich von den steigenden Preisen in Düsseldorf profitieren, wenn die Einwohner denn tatsächlich zum Umzug bereit sind.

Duisburg will sich als attraktiver Wohnort für Arbeitnehmer aus Düsseldorf profilieren. Mit der Aufwertung des Südens sollen nun einkommensstarke Käufer und Mieter angelockt werden, denn in Viertel wie Alt-Rahm lässt es sich nicht nur gut leben, die Preise sollen auch im Vergleich zu dem teuren Düsseldorf recht günstig sein.

Vergleich: Die Preisentwicklung in Duisburg und Düsseldorf

Vergleich: Die Preisentwicklung in Duisburg und Düsseldorf

Schwache Entwicklung in den letzten Jahrzehnten

In Duisburg hoffen die Projektleiter von „Duisburg 2027“ indes, dass sich eine Trendwende einleitet und die Stadt sich sowohl demographisch als auch städtebaulich weiter entwickelt. Dazu sollen in den südlichen Stadtteilen neue Wohnanlagen am Rhein, an der Ruhr und an den Seen entstehen. Die Ausrichtung nach Süden ist kein Zufall: Es sollen vor allem zahlungskräftige Kunden aus Düsseldorf nach Duisburg ziehen. Anders als Duisburg konnte Düsseldorf seine Mittelschicht halten, was sich auch in den enormen Preisanstiegen widerspiegelt. Die zahlreichen Abwanderer sollen nun wieder nach Duisburg zurückgeholt werden. Dazu zählen insbesondere Gutgebildete, Besserverdienende und junge Familien.

Der Plan sieht vor, dass in Wedau, am Großenbaumer und am Rahmer See sowie in Huckingen und Serm neue Wohnbauflächen geschaffen werden sollen. Auf einer Fläche von fast 300 Hektar (ca. 600 Fußballplätze) sind neue Wohnbauflächen geplant, optional stünden noch weitere 140 Hektar zur Verfügung. Nachdem Duisburg jahrelang geschrumpft ist und sogar ganze Stadtviertel wegen dem vermeintlich hohen Leerstands abgerissen werden mussten, will Duisburg nun wieder expandieren. Lässt sich durch attraktive Projekte eine neue Wohn- und Lebensqualität erschließen, wird Duisburg wohl auf lange Sicht davon profitieren können.

Kritiker sind skeptisch

Einziges Problem: Viele bezweifeln, dass sich tatsächlich viele Düsseldorfer für einen Umzug ins weniger prestigevolle Duisburg entscheiden. Letztlich ist es wie in vielen anderen Städten auch eine Imagefrage: Wer in Berlin im Osten wohne, will nicht in den Westen, wer in Köln linksrheinisch wohnt, will nicht rechts vom Rhein wohnen. So hat quasi jede Stadt seine „Tabus“, und in Düsseldorf wohnen, die, die es sich leisten können, rechts vom Rhein und eben nicht in Duisburg.

Neben dem Imageproblem hat Duisburg auch damit zu kämpfen, dass im geographisch am nächsten gelegenen Stadtteil, also im Norden Düsseldorfs, nicht gerade die Viertel der Besserverdienenden befinden. Deswegen weiche die klassische Mittelschicht eher in andere Gegenden rund um Düsseldorf aus, so Michael Schlatterer, Wohnungsmarkt-Experte bei CB Richard Ellis.

Auch Natur- und Umweltschützer kritisieren das Vorhaben: Landschaftsschutzgebiete würden Wohnbebauung und Gewerbe untergeordnet werden, Waldflächen würden verschwinden, statt vermehrt zu werden, und es wären Biotop-Verbundachsen gefährdet. Außerdem sei eine Brücke durch ein Naturschutzgebiet geplant, so der Bund für Umwelt und Naturschutz Duisburg (BUND).




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