Mieten | Mieterhöhungen bei Neuvermietung sollen begrenzt werden Problem Neuvermietung: Mieterbund fordert besseren Schutz vor drastischen Preiserhöhungen

23. Mai 2013 | von
Der Deutsche Mieterbund fordert angesichts steigender Mietpreise und Wohnungsknappheit ein Eingreifen der Politik, insbesondere bei Neuvermietungen. Foto: Mr G's Travels / flickr.com / CC BY-NC-SA 2.0 Der Deutsche Mieterbund fordert angesichts steigender Mietpreise und Wohnungsknappheit ein Eingreifen der Politik, insbesondere bei Neuvermietungen. Foto: Mr G's Travels / flickr.com / CC BY-NC-SA 2.0

Während die Bestandsmieten mit dem neuen Mietrecht auf 15 statt 20 Prozent binnen 3 Jahre begrenzt werden können, darf der Preis bei Neuvermietungen beliebig hoch angesetzt werden. Deswegen fordert der Mieterbund die Politik auf, endlich gegen diese Praktik vorzugehen.

Die Wohnungsnot wird immer mehr zum Thema, auch in der Politik. Spitzenreiter in Sachen Mietpreise und Wohnungsknappheit sind dabei die Großstädte, allen voran München, Hamburg und Berlin. Wie ernst die Lage in München ist, wird anhand der Anträge für Sozialwohnungen deutlich: für 23.000 Anträge standen gerade einmal 1.800 Wohnungen zur Verfügung.

Der Tiefstand der Leerstandsquote gilt als Zeichen für die Wohnungsnot in deutschen Großstädten. Schon jetzt liegt sie in Hamburg und München deutlich unter einem Prozent, obwohl eine Fluktuationsreserve vorhanden sein sollte, die ungefähr drei Prozent betragen müsste. Die Folge der Wohnungsknappheit: Steigende Mieten bei Neuvermietung. Wer heutzutage in München umziehen will, überlegt es sich gut: Schließlich können die Vermieter die Preise beliebig hoch setzen, und können trotzdem davon ausgehen, dass ihre Wohnung schnellstmöglichst vermietet wird. Dies führt schlussendlich dazu, dass für viele Menschen schlichtweg kein günstiger Wohnraum mehr zur Verfügung steht. Geringverdienende, wie Rentner, Studenten oder Alleinerziehende haben so immer schlechtere Chancen, überhaupt eine passende Wohnung zu finden.

Mieterhöhungen um bis zu 40 Prozent keine Seltenheit

In der Regel liegt die Mieterhöhung nach Neuvermietung zwischen 20 und 30 Prozent. Sprich wer jetzt umzieht, zahlt durchschnittlich 20 bis 30 Prozent mehr als die alten Mieter. Was bei Bestandsmieten nur binnen mehreren Jahren möglich ist (15 Prozent in drei Jahren), kann so direkt nach Auszug draufgeschlagen werden. In kleineren Universitätsstädten wie Konstanz, Münster und Regensburg liegt der Unterschied sogar bei gut 40 Prozent. Die Folgen sind aber nicht nur für die neuen Mieter verheerend, sondern auch für alle anderen: Schließlich sind die Neuvermietungspreise die zukünftigen Bestandsmieten. Somit wird Wohnen am Ende für alle teurer.

Dabei sind die Wohnkosten bereits jetzt am explodieren: Nicht selten müssen Mieter einen erheblichen Teil ihres Einkommens für die Miete ausgeben. Liegt der Schnitt mittlerweile bei 34 Prozent, sind je nach Lage und persönlichen Faktoren sogar 40 bis 50 Prozent möglich.

Mieterbund fordert Begrenzung auf 10 Prozent

Um die Kosten für alle zu begrenzen, fordert der Mieterbund eine Eindämmung der Wiedervermietungsmieten – sie sollen nur noch 10 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen dürfen. Auch die Bestandsmieten sollen weniger stark steigen dürfen als bisher vorgesehen, nämlich um 15 Prozent innerhalb von vier Jahren statt innerhalb von drei Jahren. Die Begrenzung für Mieterhöhungen bei Bestandsmieten wird außerdem nur von Berlin und Bayern umgesetzt, sodass hier durchaus noch Handlungsbedarf besteht. Gleichzeitig müssten mehr Neubauten errichtet werden, mindestens doppelt so viele wie bisher und insbesondere in mittleren und unteren Preissegment. Auch im Bereich des studentischen Wohnens fehlen angesichts der steigenden Studierendenzahlen Tausende Wohnheimplätze.

Mit Steuererleichterungen für Bauherrn, einer Erhöhung des Wohngeldes und Sanierungszuschüsse soll die Politik gegen die Wohnungsnot vorgehen. Der Präsident des Deutschen Mieterbundes Franz-Georg Rips kritisiert die schwarz-gelbe Koalition, die angesichts der Entwicklungen auf dem Mietwohnungsmarkt in den letzten Jahren mit Passivität glänzt anstatt Lösungsvorschläge zu erarbeiten. SPD, Gründe und Linke hätten im Gegensatz viele Schwerpunkte des DBM in ihr Wahlprogramm aufgenommen.




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