Mieten | Mietspiegel Berlin 2013 Neuer Mietspiegel für Berlin: Mietpreise weniger stark gestiegen als angenommen

24. Mai 2013 | von
Neubau Berlin Neubau in Berlin-Mitte: Insbesondere durch Neubauprojekte soll die weiterhin alarmierende Lage auf dem Wohnungsmarkt entspannt werden. Foto: Jochen Sievert / PIXELIO

Die Mieten in Berlin sind zwar nicht so stark gestiegen wie befürchtet, wie aus dem eben erst veröffentlichten Mietspiegel hervorgeht. Dennoch gibt es keine Entwarnung: Besonders Normalverdiener leiden weiterhin unter den steigenden Preisen. Außerdem sind die Mieten in begehrten Wohnlagen deutlich stärker gestiegen als im Berliner Durchschnitt.

Der neue Mietspiegel verdeutlicht, dass die Mieten in Berlin zwar gestiegen sind, aber der Anstieg etwas langsamer erfolgte als erwartet. Demnach liegt die Kaltmiete bei 5,54 Euro pro Quadratmeter, was einem Anstieg von 6,3 Prozent seit 2011 und einem Plus von 33 Cent entspricht. Jährlich bedeutet dies einen Anstieg von 3,1 Prozent, während noch in den Jahren zuvor ein Anstieg von 4 Prozent zu verzeichnen war. Dennoch kein Vergleich zu den Jahren 2007 bis 2009, wo der Anstieg mit knapp einem Prozent deutlich niedriger ausfiel.

Trotzdem wird bei Neuvermietungen oft deutlich mehr als die ortsübliche Vergleichsmiete verlangt. Wer also eine Wohnung für 5-6 Euro kalt pro Quadratmeter sucht, wird in der Regel nur selten fündig. Dies trifft insbesondere auf Altbauten in beliebten Stadtteilen zu. Hier stiegen die Oberwerte im Vergleich zum Mietspiegel 2011 um bis zu 25 Prozent an – insgesamt also kein Grund zur Freude. Der Berliner Mieterverein geht davon aus, dass zwischen 20 und 30 Prozent mehr bei Neuvertragsmieten verlangt wird im Vergleich zu den Bestandsmieten. Für die Erstellung des Mietspiegels wurden 4.000 Mietverträge untersucht, die in den letzten vier Jahren neu abgeschlossen oder in denen die Mietpreise verändert wurden.

Entwicklung auf dem Berliner Wohnungsmarkt bleibt alarmierend

Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) weiß das, und feiert die Veröffentlichung des neuen Mietspiegels nicht als Erfolg einer guten Wohnpolitik. Im Gegenteil: Der Senat werde weiterhin versuchen, alles zu unternehmen, um mit der Strategie „Wohnen in Berlin“ den Wohnungsmarkt zu entspannen. Müller verwies allerdings darauf, dass mit der aktuellen Bundesregierung derzeit keine Einigung bezüglich der Preisregelung von Neuvertragsmieten in Sicht sei. Kritiker und Aktivisten zeigen sich verärgert über den neuen Mietspiegel, da er die tatsächliche Lage auf dem Berliner Wohnungsmarkt nicht angemessen widerspiegelt.

Ein weiteres Problem stellen die geringen Löhne in Berlin dar. Da die Einkommen nicht in gleichem Maße steigen wie die Wohnkosten, wird der günstige Wohnraum für viele Geringverdiener immer knapper. Denn von den Mieterhöhungen sind auch bisher preiswerte Wohngegenden in überdurchschnittlichem Maße betroffen, ebenso wie kleinere Wohnungen. Bezieher von Hartz IV finden etwa keine Wohnungen mehr, die der in Berlin geltenden Wohnkostenregelung entsprechen, so Katrin Lompescher, wohnungspolitische Sprecherin der Linken. Hier versprach Bausenator Müller, mit mehr Neubauprojekten den Mietwohnungsmarkt entlasten zu wollen.

Neubauprojekte sollen die Lage entspannen

Denn auch die demographische Entwicklung Berlins ist alarmierend: innerhalb von drei Jahren sind 100.000 Einwohner hinzugekommen, bis 2025 wird mit zusätzlichen 250.000 Zuziehenden gerechnet. Derzeit arbeitet die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt zusammen mit der Friedrich-Ebert-Stiftung am Abbau des Wohnungsmangels in Berlin. So wird untersucht, wo in der Innenstadt und in den Außenbezirken noch Bauflächen vorhanden sind und Neubauprojekte entstehen können. Insgesamt sollen bis 2025 jedes Jahr etwa 10.000 Wohnungen errichtet werden.




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